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Preisverleihung kultur-im-dialog.moe – Einladung zum Salon Alt-Moabit, 15. Januar

Kategorie: Allgemein

Liebe Freunde des Salons Alt-Moabit,

wir laden euch herzlich am 15. Januar 2013, 19 Uhr anlässlich der Preisverleihung kultur-im-dialog.moe zum Salon Alt-Moabit ein.

Kulturprojekte schaffen Anlässe für besondere Begegnungen und Dialog. Im Rahmen der Ausschreibung kultur-im-dialog.moe wurden 2013 zwei Projektvorhaben gefördert, die in der ungarischen Hauptstadt Budapest und in der türkischen Hauptstadt Istanbul genau dies in den Mittelpunkt ihrer Arbeit rückten. Im August wurde in Budapest das Neue Museum für Bienen eröffnet. In Istanbul begibt sich das Projektteam auf die Suche nach den Auswirkungen von städtischen Verdrängungsprozessen in dem multikulturellen Stadtteil Fener-Balat. Es wird an einem Theaterparcours gearbeitet, der unterschiedlichen Bewohnern eine Stimme gibt und die Geschichte des Viertels erzählt. Sowohl in Ungarn als auch in der Türkei ist die Gesellschaft im Moment in zwei Lager gespalten. Beide Projekte legten besonderen Wert darauf, mithilfe der Kunst einen Dialog zwischen unterschiedlichen Gruppierungen innerhalb ihrer Gesellschaft anzuregen. Gemeinsam mit den Projektinitiatoren und euch wollen wir der Frage nachgehen, welche Rolle Kunst und Kultur spielen, wenn es gilt, einen innergesellschaftlichen Dialogprozess zu initiieren. kultur-im-dialog.moe ist ein Wettbewerb, den MitOst in Kooperation mit der Schering Stiftung ausschreibt. Einmal jährlich fördert er eines oder mehrere größere Kulturprojekte, die sich mit individuellen Erfahrungen oder nationalen Transformationsprozessen in Mittel-, Ost- und Südosteuropa auseinandersetzen.

Wann? 15.1.2014, ab 19 Uhr
Wo? Alt-Moabit 90, 10559 Berlin; U-Bahnstation Turmstraße U9
Über eine vorherige Anmeldung unter salon(at)mitost.org würden wir uns freuen.

Gäste:
Katalin Erdödi (Neues Museum für Bienen), Cagla Ilk (Wohin – Nereye), Heike Catherina Mertens (Vorstand Schering Stiftung)

Moderation: Eszter Tóth (Vorstand MitOst e.V.)

Mehr Informationen zu den Projekten:
Neues Museum für Bienen – Blog
Neues Museum für Bienen – facebook
Wohin - Nereye


Wir freuen uns auf euch.

Herzliche Grüße
eure Geschäftsstelle

 

 

Die Projekte:

Neues Museum für Bienen
Die Künstlergruppe finger gründete 2013 ein Neues Museum für Bienen in Budapest. „Für Bienen” wird dabei wörtlich genommen – sämtliche Ausstellungsräume des Museums sind für den Besuch und die Nutzung durch Bienen ausgelegt. Aber auch für Menschen ist die Beobachtung der eigenartigen Publikumsströme interessant, sodass das Museum für alle offen ist. Es gibt einen Überblick darüber, inwiefern Bienen in der Vergangenheit als Vorbild für gesellschaftsgestaltende Prozesse herangezogen wurden. Das Museum in Budapest wird von der Budapester gemischten Bienengruppe aufgebaut und gepflegt. Diese Gruppe ist auf Menschen fokussiert, die sich in schwierigen Lebenssituationen befinden (z.B. drogenabhängig, psychisch angeschlagen, seit langem arbeitslos sind), andererseits steht sie für alle offen, die die Grundzüge der Imkerei lernen möchten. Mit der Gründung einer gemischten Bienengruppe adressiert das Projekt die Herausforderungen der polarisierten ungarischen Gesellschaft. Es ergeben sich für die Beteiligten dank der Honigproduktion neue Perspektiven. Für die Beteiligten bietet die gemischte Bienengruppe also nicht nur ein alternatives ökonomisches Modell der Zusammenarbeit, sondern auch des Zusammenseins. Die Imkerei in Ungarn hat eine lange Tradition. Stadtimkerei ist aber trotz der wachsenden Beliebtheit von Gemeinschaftsgärten wenig bekannt. In den letzten Jahren wurde das urban gardening oft von gesellschaftlich engagierten Initiativen unterstützt. Die Initiative, ein neues Museum (für Bienen) zu öffnen, reflektiert die Transformationsprozesse der ungarischen kulturellen Szene, für die die Machtkonzentration und die Gründung von Nationalinstitutionen eine Gefahr für die Autonomie der künstlerischen Praxis bedeutet. Unsere Arbeit kann als ein kritischer Kommentar verstanden werden, der sich auf die polemische Umwandlung des institutionellen Systems bezieht.

Wohin-Nereye
Zeitzeugenwerkstatt und Theaterparcours in Fener-Balat Istanbul
Wohin-Nereye ist eine theatrale Suche nach den Auswirkungen von städtischen Verdrängungsprozessen im multikulturellen Istanbuler Stadtteil Fener-Balat. Wir fragen: Wo liegen Zugehörigkeiten und bis wohin reicht die Verdrängung? Was bleibt von den Geschichten und der Geschichte eines Stadtteils, der seit der Gründung der türkischen Republik in mehreren Wellen Verdrängung seiner Bevölkerungsvielfalt erfahren hat und wo nun durch den gewaltigen Urbanismus Geringverdienende und Minderheiten vertrieben werden? Noch lassen sich Spuren verschiedener Gemeinden finden. So beispielsweise von Armeniern, Griechen und Juden, die in der ersten Hälfe des 20. Jahrhunderts hier lebten. Im Rahmen von Zeitzeugenwerkstätten werden Interviews zu den Erfahrungen von Einwanderung, Auswanderung und Rückwanderung geführt. Aus diesem Material wird gemeinsam ein Theaterparcours entwickelt. Die Zuschauer bewegen sich dann auf einer festgelegten Route der Migration durch den Stadtteil und erleben auf ihrem Weg inszenierte Begegnungen mit unseren Protagonisten. Fiktionale historische Figuren berichten neben heutigen Bewohnern Balats aus ihrem Alltag. Mit der Recherche für die Projektdurchführung konnte begonnen werden, die Aufführung des Theaterparcours hat sich durch die aktuelle gesellschaftliche und politische Situation in Istanbul verschoben. Die Uraufführung wird im März im Rahmen eines türkischen Theaterfestivals stattfinden wird.