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MitOst Office Warming

Kategorie: Allgemein

Am 20. April wollen wir gemeinsam mit euch unsere neuen Büroräume in Lichtenberg, Berlin einweihen.

Liebe Mitglieder, 
liebe Freunde und Partner,

gemeinsam mit euch wollen wir das neue MitOst-Büro in Berlin einweihen. Und wie könnten wir dieses Ereignis besser begehen als mit einer MitOst-Party. Am 20. April öffnen wir die Türen und laden euch herzlich ein. Begeht und betanzt mit uns die neuen Räume, lasst uns anstoßen und gemeinsam essen, quatschen, neue Projekte spinnen und in die MitOst-Zukunft blicken.

2002 hat MitOst sein erstes Büro in Berlin in der Schillerstraße bezogen. 2010 folgte der Umzug nach Alt-Moabit. Seit September 2017 ist MitOst in Berlin auf verschiedene Büros verteilt, unsere Teams sitzen in der Thinkfarm Berlin in Treptow, im Co-Working Space fritz46 in Moabit und im International Alumni Centre Berlin in Mitte. Nach langer Suche sind wir froh, nun einen neuen Ort in Berlin beziehen zu können. Seit März 2018 hat MitOst eine neue Heimat in Lichtenberg, in der Herzbergstraße 82-84 gefunden.

Wann? 20. April 2018 ab 18.00 Uhr
Wo? Herzbergstraße 82-84, 10365 Berlin

Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen, die uns Tipps zu Büroräumen in Berlin gegeben haben, ihre Kontakte mit uns geteilt haben und uns übergangsweise in ihren Räumen aufgenommen haben. Vielen Dank für alle helfenden Hände und klugen Köpfe, die an den Umzügen beteiligt waren.

Herzliche Grüße senden
Annegret Wulff und Jotham Sietsma (Geschäftsführung),
Rozalina Laskova, Barbara Anna Bernsmeier, Izzat Khushbakov, Claire Luzia Leifert, Sabrina Schulz, Ljiljana Šotra (MitOst-Vorstand)

 

„Wenn ich Geld hätte, würde ich noch eine Brache anlegen!“ 
Eine Lichtenbergerin

Zeit-Reporter Moritz von Uslar findet schon 2015 in seiner Kolumne „Morgens halb zehn in Deutschland“ treffende Worte für „(…) Lichtenberg, der Berliner Bezirk, von dem jetzt alle reden. In Berlin gibt es ja das schöne Spiel, dass sich junge Familien und das junge Nachtlebenvolk, das aus ganz Europa zuzieht, einmal im Jahr einen neuen Bezirk ausdenken, in dem alles besser wird – zuletzt waren es Neukölln und der Wedding, und jetzt ist eben Lichtenberg dran. Irre. Man muss dazu wissen, dass Lichtenberg doch ein ganz schönes Stück weit draußen liegt, mit der Straßenbahn M8 oder mit der U-Bahn 5 sind es zwanzig Minuten. (…)
Wir sind zu einem sehr speziellen Teil dieses speziellen Stadtteils unterwegs, zum Gewerbegebiet in der Herzbergstraße, einer Industriebrache, dem größten innerstädtischen Industriekomplex Berlins. Und hoffen – ach, du ewige Berlin-Romantik –, hier etwas zu finden, das es in Berlin-Mitte so nicht gibt. (…)
Es gibt auf der Herzbergstraße die klassischen zerschossenen Industriebacksteinbauten aus dem 19. Jahrhundert (zersprungene Fensterscheiben, mit Brettern vernagelte Türen). Es gibt ganze Zeilen dunkler und verlassener Mietskasernen. Es gibt eine Jet-Tankstelle und zahlreiche mit der Bau- oder Autoindustrie verbundene Firmen (…).
Es gibt einen Alt-Berliner Imbiss, der Bockwurst, Brot und Tasse Kaffee für 1,99 Euro im Angebot hat. Es gibt einen sehr schönen Handymast der Telekom, der wie ein kleiner Funkturm aussieht und alle Häuser der Straße überragt. (…)
Die signifikantesten Punkte der Herzbergstraße sind die beiden Eingänge zum Dong Xuan Center, dem größten Asiamarkt Europas. Es sind acht große Hallen mit der Aufschrift "Großhandel", sie liegen auf der Fläche des ehemaligen VEB Elektrokohle. Hinter der Großbrache mit den Hallen erheben sich (…) die zwei graubraunen Türme des VEB Elektrokohle in den Himmel. Die Türme haben der Architekt Arno Brandlhuber und der Filmemacher Christopher Roth erstanden, sie wollen hier Ateliers einrichten. Überhaupt ist die Kunst natürlich längst in der romantischen Industriebrachen- und Gewerbegegend Herzbergstraße angekommen: Auf einem Hof, auf dem ein Autolackierzentrum und ein Reifendienst residieren, ist der Unternehmer Axel Haubrok mit seiner Sammlung eingezogen. Hier stellen heute die sehr bekannten Konzeptkünstler Phil Collins, Martin Creed, Ed Ruscha, Isa Genzken und Santiago Sierra aus. Weiter die Straße runter: Das Backsteingebäude einer ehemaligen Margarinefabrik heißt heute Kunsthalle HB55, hier arbeitet ein Kollektiv aus Bildhauern, Designern, Malern, Architekten. Ein goldbraun schimmerndes Bürogebäude aus DDR-Zeiten fungiert als Berlins zentrale Adresse für Proberäume von Bands und Musikern.
Nur stehen und gucken tut auf der Herzbergstraße gut. Woher kommen die Frische, Leichtigkeit, ja das Aufbruchsgefühl, die der Mitte-Mensch hier verspürt? Einfache Erklärung: Der Industriepark steht unter Gebietsschutz. Das Gewerbegebiet soll ein Gewerbegebiet bleiben, es dürfen keine neuen Mietverträge vergeben werden, es gibt keine Bars und Restaurants. Konkret bedeutet das, dass in der Herzbergstraße all das nicht stattfindet, wofür Berlin international bekannt ist: billiges Wohnen, Bars, Nachtleben, Kultur. Gute Erfahrung: Es kann für das frische Denken gut sein, wenn es mal keinen perfekt gemachten Soja-Latte-macchiato gibt. (…)“
Ein Ausschnitt aus der Kolumne „Morgens halb zehn in Deutschland“ Berlin-Lichtenberg von Moritz von Uslar, erschienen im Zeitmagazin Nr. 50/2015 – 28. Dezember 2015, hier online nachzulesen. Noch viel mehr über die Bewohner und Bewohnerinnen von Lichtenberg und Lichtenberg selbst gibt es in den beiden Publikationen „Lived Space Lichtenberg 1 & 2 “ nachzulesen, herausgegeben von Saskia Hebert. Aus ihnen stammt auch das Zitat, welches wir im Title dieses Textes verwendet haben.