Diversity Dynamics: Activating the Potential of Diversity in Trainings

Diversity Dynamics: Activating the Potential of Diversity in Trainings
Das Handbuch unterstützt Trainer dabei, Diversitätsbewusstsein in ihrer Arbeit mit Gruppen in vielen Bereichen der non-formalen Bildung zu entwickeln und Diversität als Potenzial zu nutzen. Wir denken, dass Diversität ein immer wichtigerer Aspekt wird - nicht allein in der Jugendbildung.

Hrg.: Heike Fahrun, Nils-Eyk Zimmermann, Eliza Skowron

Mit Beiträgen von: Maria Prahl, Elke Heublein, Teona Dalakishvili, Marta Gawinek-Dagargulia, Farriba Schulz, Susanne Kitlinski, Elzbieta Kosek, Maia Melikidze und Michael Teffel.

MitOst Editionen 2014

Englische Ausgabe momentan vergriffen

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Kontakt: zimmermann(at)mitost.org

© MitOst Editions 2014

Vielfalt - ein Wert an sich

Jeder, der der Meinung ist, dass eine lebendige Zivilgesellschaft davon lebt, dass sich der einzelne einbringt und einbringen kann, muss auch berücksichtigen, dass dies nur geschehen kann, wenn

  • jeder und jede die gleichen Rechte hat, insbesondere seine Vorstellungen auszudrücken und sich aktiv einbringen zu können
  • Chancengleichheit herrscht und alle sich auch de facto in gleicher Weise ausdrücken und einbringen können.

In unserem Alltag bemerken wir aber oft, dass dem nicht immer so ist. Wir arbeiten gehen strukturelle Diskriminierung an und Unterrepräsentation von Minderheiten. Oder wir fördern diejenigen, die noch nicht die Fähigkeiten entwickelt haben, sich erfolgreich ein bringen zu können. Viele Probleme sind mit dem Habitus verbunden und mit der Erziehung - was aber auch heißt, wir haben prinzipiell die Fähigkeit zur Veränderung.

Entwicklung von Diversitätsbewusstsein

Dabei ermutigen wir auch diejenigen, die diese Fähigkeiten bereits besitzen, Advocates, also Anwälte zu werden.  Denn dort, wo immer mehr zivile, offene Akteure Opfer von Unterdrückung werden, müssen wir diskutieren, darüber nachdenken und verteidigen,  was der Kern unserer Werte als Trainer und Weiterbilder ist. Immer öfter kann man Fragen wie diese hören: “Warum soll ich mich für Chancengleichheit einsetzen, wenn ich nicht davon profitiere und womöglich sogar noch darunter leide?" Oder: "Warum ist Vielfalt eine so wichtige Sache, dass sie gerade an erster Stelle stehen soll?"

Humanität benötigt viele Räume, die die Freiheit fördern, dass der Einzelne sich entwickeln und seine Ideen Anderen mitteilen kann. Als Trainer und Bildungsexperten sollten wir stets dafür sorgen, dass unsere Trainings solche Räume für unsere Teilnehmenden sind.

Inklusive Bildung im Vergleich zu Exklusion, Separation und Integration

Der Nutzen von Diversität: Innovation und Bereicherung

Diversität ist ein Trendthema in Organisationen, Unternehmen, in der Verwaltung. Zum Einen wegen der erhöhten Mobilität zwischen Ländern und verstärkter globalr Kooperation auf verschiedenen Ebenen, zum Anderen weil alte Management-Modelle vor allem die Exkusion von Talenten fördern, was in Zeiten des demographischen Wandels weniger akzeptierbar ist. Viele Studien untersuchen Vielfalt in Teams mit unterschiedlichen Hintergünden und in unterschidelichen Kontexten.

Vielfalt managen

Einige Wissenschaftler zeigen auf, dass Diversität eine gute Sache ist, eine Gelingensbedingung für mehr Kreativität und Innovation. Andere wiederum zeigen, dass Vielfalt zu Konflikten und Chaos führt. Wir können die Ergebnisse dieser verschiedenen Studien in der folgenden Graphik veranschaulichen. Verglichen mit einer üblicherweise homogenen Gruppe sind vielfältiger zusammengesetzte Gruppen sträker an den beiden Enden der Skala anzutreffen. Sie haben sowohl das Potenzial zur Unterperformanz oder dazu, Überdurchschnittliches zu leisten. Heterogene Gruppen sind also eher dafür bekannt, besser oder schlechter als der homogenere Durchschnitt zu agieren. Auf der anderen Seite verbleiben homogene Gruppen auf einem ähnlichen, durchschnittlichen Level. Ist Vielfalt also gut oder schlecht? Was stimmt?

Performance of groups related to their internal diversity

Für beides lassen sich Argumente finden. Diversität führt zu mehr Kreativität... aber nur, wenn sie gut gemanagt wird. Es reicht nicht aus, ein paar Menschen zusammenzuwürfeln, die Tür zu schließen und die großartigen Ergebnisse abzuwarten. Um Erfolg zu haben, bedarf es ebenso Quoten- und neue gemeinsame Verhaltensregeln, Mentoringprogramme in der Arbeitswelt nehmen sich immer häufiger des Themas Diversity an. Dieser Aufwand wird gerade deshalb betrieben, weil eine Kultur der Vielfalt zu einem Wettbewerbsvorteil führen kann.

Man mag skeptisch sein, ob es aureichend ist, einen Kulturwandel anzustoßen. Viele hadern auch auf der Wertebene mit Diversität. Aber Trainer und Aktivisten, die sich diversitätsbewusst verhalten, haben einen Vorteil in der Verständigung, beim Management und in der Zusammenarbeit. Deshalb sollten wir eine Kultur der Vielfalt auch in Trainings zu Themen verankern, die zunächst wenig mit Diversität zu tun haben, wie Projektmanagement, Leitungskompetenzen oder Vermittlung von Spezialwissen.

Ergänzend dazu wird Vielfalt in unserem Arbeitsfeld zunehmend zu einem Schwerpunktthema, schon aufgrund der vielfältigeren Gruppen. So sollten wir ihr genug Aufmerksamkeit schenken sollten, um letztlich von ihr auch profitieren zu können.
 

Diversität entwickeln!

Diversity awareness ist ein Schlüsselthema besonders für Trainer. Ein polnisches Sprichwort sagt, "der erste Teil des Fisches ist der Kopf." Wenn man etwas verändern oder verbessern möchte, sollte man oben anfangen. Viele Untersuchungen zum Diversity Management zeigen die herausgehobene Rolle von Führungspersonal bei der erfolgreichen Verankerung von Vielfalt in der Organisations- oder Arbeitskultur.

Wir vermuten, dass Trainer einen ähnlich wichtigen Einfluss auf ihre Gruppe ausüben. Deshalb starten wir mit einem Kapitel, mit dem Schwerpunkt auf der Trainerhaltung zu Diversity. Die Herausforderungen sind hier ebenfalls vielfältig: Erstens,  müssen wir unseren Habitus/unsere Kultur besser verstehen und hinterfragen. Zweitens, hilft es uns, unser Team in diesem Sinne besser kennzulernen, und auch unsere Teilnehmenden. Drittens müssen wir die gesellschaftlichen Strukturen berücksichtigen, die Wandel in Richtung mehr Partizipation und Gleichheit blockieren oder verhindern können.

Und hier beginnt unsere Arbeit. Diskutieren wir über Identitäten und über Weltanschauungen. Hören wir anderen Perspektiven zu und seien wir überrascht, dass man Dinge auch ganz anders sehen kann. Versuchen wir, die Mechanismen und Strukturen verstehen zu lernen, die zu Diskriminierung und Ausgrenzung führen: In der Zivilgesellschaft, in der Wirtschaft, aber gerade auch in unserer direkten Umgebung, unserer Organisation oder Seminargruppe.

Bringen wir Diversitätsbewusstsein in unsere Trainings, Projekte oder Initiativen ein und entwickeln wir Haltungen, die über die Wertschätzung der Vielfalt zu neuen Formen der Zusammenarbeit führen, die uns ermöglichen, uns auf gleicher Höhe zu begegnen.

Die Herausgeber

Heike Fahrun ist eine Trainerin in der vorwiegend internationalen Erwachsenen- und Jugendbildung. Ihr Schwerpunkt liegt auf Projektmanagement im gemeinnützigen Bereich, Train-the-trainer und interkulturelles/diversitätsbewusstes Lernen.

Eliza Skowron ist Mitgründerin von Working Between Cultures und Trainerin. Sie arbeitet mit vielfältigen Gruppen auf der ganzen Welt, hauptsächlich zu Interkultureller Kompetenz, dem Anti-Bias Ansatz under zu konstruktiver Kommunikation.

Nils-Eyk Zimmermann ist Programm-Manager bei MitOst. Er koordiniert Programme im Bereich der Aktiven Bürgerschaft und ist Experte zum Thema Zivilgesellschaft und non-formales Lernen.

ISBN: 978-3-944012-02-05
vergriffen

Lesen: online | PDF

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Ukrainian:
Динаміка різноманіття

ISBN: 978-3-944012-11-7
Schutzgebühr: 15,00 €
Für Mitglieder: 10,00 €

Lesen: online | PDF

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Aus dem Inhalt:

• Facilitator’s attitude and self-reflection
• Diversity ABC
• Diversity and Me
• The Group and Me
• Society and Me