Freitag, 5. Oktober

Keine Macht der Werbung

Egal wohin man schaut und hört: Werbung ist rund um die Uhr in allen Medienkanälen präsent. Sie beeinflusst unser Konsumverhalten und poliert das Image von Konzernen, Organisationen und Personen des öffentlichen Lebens. Im öffentlichen Raum plakatiert, bietet sie den "Adbustern" eine ideale Plattform, um diese zu verfremden, zu überkleben oder auf andere Weise umzugestalten, um so deren Sinn umzudrehen oder zu verfremden.
Im Workshop "Adbusting between art and political protest" von Felix Krause haben die MitAdBuster nach einem kurzen Werbeblock zum Thema ihre eigenen Adbusting –Plakate entworfen. Mehr davon gibt es im nächsten MitOst-Magazin zu sehen. (jf)

Basteln mal anders: Mach dein eigenes Werbeplakat
Be beautiful

Auf dem Weg zur Kulturhauptstadt

Der Titel Europäische Kulturhauptstadt kann der lokalen Kulturszene einen enormen Entwicklungsschub und große Aufmerksamkeit geben. Aber der Weg dort hin ist mit vielen Diskussionsprozessen auf vielen Ebenen verbunden. Unter dem Titel "Steps to success: Ruse - European Capital of Culture 2019" diskutierten MitOst-Mitglieder und lokale Akteure über Herausforderungen und Probleme der Kandidatur der Stadt Ruse als Europäische Kulturhauptstadt 2019. Das Motto: Ruse - Free Spirit City (ak)

©Antje Kohlrusch

 

Dichtend die Donau entlang

Zwei Stunden lang spazierten sieben Teilnehmende des Haiku-Workshops am Donauufer entlang und beobachteten mit und ohne Fernglas das Treiben auf der bulgarischen wie der rumänischen Seite. Vieles wurde dabei bemerkt, bestaunt und fand schließlich seinen Weg aufs Papier, ähm Bildschirm.


Altes Pärchen 
Liegt sich umarmend am Ufer
Leer und zerdrueckt zwischen Unkraut
(Tina)


Glotzen durchs Binokular
Russische Handymusik dazu- so machts der Beobachter 
Der Dona-u 
(Kathrin)


Ein Steinrutsch aus Zement
Ich sitze hier
Und lasse ihn gehen
(Alice)

Frische Energie gefällig?

Ein Festival-Tag kann ermüdend sein: workshopen, kreativ sein, diskutieren und hören. Zwischendurch konnte man beim "Energizer - ohne Spaß kein Fun" auftanken (el/ak).

Immer schön locker bleiben.
Mit Fun bücken

Viel Lachen und Filme

kultur-im-dialog.moe ist ein Wettbewerb, den die Schering Stiftung zusammen mit MitOst auslobt. Heute Abend wurden die diesjährigen Preisträger-Projekte vorgestellt: Django, Vorwärts in die Vergangenheit und die 20-Forint-Operettte - eine Budapester Straßenfantasie. Man wollte mehr von Djangos Reise und all den Making offs hören!

Martin Hofmann (Projektbeirat) stellt die Preisträger vor (ak)

Wie interreligiös ist Ruse?

Auf die Spuren der drei großen Religionen und deren Sichtbarkeit in Ruse begaben sich mehr als dreißig Teilnehmende des Stadtrundgangs "Mikrokosmos Ruse".
Die erste Station war die katholische Kirche "Cv. Pavel", in der Pater Walter einen kurzen Einblick in die Situation der Katholiken in Bulgarien und ihre Beziehungen zur orthodoxen Kirche gab. Darauf erfolgte der Gegenbesuch bei Otec Stepan in der orthodoxen Kirche "Cv. Troita", der, wie Pater Walter vor ihm, die Gemeinsamkeiten beider Kirchen betonte. Gute interreligiöse Beziehungen, so Otec Stepan, hingen für ihn wesentlich von guten persönlichen Beziehungen zu den anderen kirchlichen Repräsentanten ab. Zwischen Pater Walter und Otec Stepan, deren Kirchen nur durch eine schmale Straße getrennt sind, kann man sich diese durchaus herzlich vorstellen.
An der Stelle, an der ursprünglich die Synagoge Ruses stand, befindet sich heute das jüdische Kulturzentrum "Shalom", in dem noch die Thora aufbewahrt wird, jedoch keine Gottesdienste mehr stattfinden. Das Zentrum dient als Treffpunkt der Gemeinde, die beispielsweise den Shabbat gemeinsam feiert und eine jüdische Sonntagsschule betreibt. Überraschend für jene, die bei dem Rusener Judentum zuerst an Elias Canetti gedacht haben, war die Tatsache, dass es sich bei der Rusener jüdischen Gemeinde heute nicht mehr um Sepharden, sondern um Aschkenasim handelt.
Die letzte und möglicherweise interessanteste Station des Rundgangs stellte ein Gespräch mit dem Mufti Ednan Aslan, dem Direktor des muslimischen Gymnasiums Ruse und einem Vertreter der Imamschule in Sofia dar. Zahlreiche Fragen von der Bezahlung der Muftis bis hin zu den Gründen für die räumliche Trennung von Männern und Frauen beim Gebet wurden von den drei Vertretern des islamischen Glaubens teils lachend, teils nachdenklich beantwortet. Das Graffiti "Bulgaria za Bulgarite" (Bulgarien für Bulgaren) an der Wand der angrenzenden Moschee, führte jenseits der Diskussion eindringlich vor Augen, dass Muslime nicht immer unangefochten praktizieren können.
Wie interreligiös ist Ruse also wirklich? – auch wenn sich diese Frage nur andeutungsweise beantworten lässt, hat der Rundgang doch etliche neuralgische Punkte aufgedeckt. (as)

Die Wahrheit in der Inspiration:
Der Meister und Margarita, oder wie man fliegen lernt

Freitag. Abend. Dunkle schmale Straßen der Stadt Ruse. Richtung des hiesigen Militärklubs in der Odrin Straße laufen junge Leute flott in einer Schar. Tatsächlich, die Aufführung der Installation zum Roman "Der Meister und Margarita" des mysteriösen russischen Schriftstellers Michail Bulgakow wird mit dem vollen Saal dargestellt. Die meisten Zuschauer sind selbstverständlich russischsprachig.  Der Roman wird in der Sekundärschule gelesen und er inspiriert die Leser, man liest es mehrmals und die Begeisterten besuchen das geheimnisvolle Haus 302-BIS in der Bolschaja Sadowaja Straße. Auf der Bühne wurde uns eine eigenartige Variation des berühmten Stückes von des jungen und energischen Teams "Borderland" präsentiert. Die Schauspieler überraschten mit der ausgezeichneten Darstellung, einzigartigen Mimik, mit der Dynamik der Handlung und Charme der wahren Schauspieler. Das Publikum bedankte sich mit einem stürmischen Beifall, die Schauspieler sind mit stehenden Ovationen empfangen worden. Zweifellos, sie sind die Begabten und wahre Meister in ihrem Fach. Die schwebenden Silhouetten und Schattenspiel, von den Zuschauerplätzen hinausschlüpfende Schauspieler, Musikbegleitung mit Elektro-Cello und Keyboard, Ideenmystik in jedem Element der Bühne und in jeder Gestalt... mit einem Worte gesagt, aufregendes Zusammenspiel und Darstellung  der zweifellos einmaligen Aufführung, der eigenartigen geistigen Auffassung des erhaben Romans von Michail Afanassjewitsch Bulgakow... Bravo, Borderland! Wir wünschen Euch viel Erfolg in der Zukunft! Und Danke Euch für viel Freude!
Das Projekt "Borderland" ist ein Gewinner des XIV. Stadtwettbewerbs der sozial-bedeutenden Projekte "Stadt ist Wir" in der Nominierung "Kulturterritorium" in Perm im Jahre 2012. Borderland ist ein offenes Kulturnetz für Musik-, Tanz-, Dichtungs- und Mediaart.

Elvina Krasik/Evgeniy Wetsteyn

© el

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Samstag, 6. Oktober

M-I-T-O-S-T

Was den Festival-Teilnehmenden nach drei Tagen zu MitOst einfiel, könnt ihr demnächst genauer lesen. Hier schon mal ein kleiner Eindruck (ax)

Verein und Party

Der heutige Tag konzentrierte sich auf das Vereinsleben: Auf der Mitgliederversammlung wurde der alte Vorstand entlastet, der neue Vorstand, Beisitzer, Projektbeirat und Kassenprüfung gewählt. Das Protokoll können die Mitglieder demnächst im internen Bereich der Website lesen. 

Wie jedes Festival geht auch dieses - bei schönstem Wetter - zu Ende. Mit Tombola, Danksagungen an die großartigen Festivalkoordinatorinnen Svetlana und Maria und das Team startet der letzte Abend und die Abschlussparty kann beginnen. (ak)

©Antje Kohlrusch

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Das Doku-Team

Auf dem Festival wird fotografiert, gefilmt und geschrieben. Einige Teilnehmer fanden sich zu einer Doku-Gruppe zusammen, die hier und auf Facebook täglich vom Festival berichten werden:
Anne (as), Elvina (el), Alexander (ax), Julia (jf), Andreas (al), Antje (ak), Christoph (cs)