Kulturelles Rahmenprogramm

Post Rap. Konzert/Performance

Der deutsche Rap Poet Max Bilitza und der tschechische Performance Musiker Tomas Vtípil bildeten ihr kooperatives Konzept "Neuland" während eines Slam Workshops 2005 in den Niederlanden. Seitdem pendeln sie zwischen Duisburg und Brno, produzieren Bühnenstücke, spielen Musiktheater und zeigen Performances. 2006 veröffentlichten sie ihr gleichnamiges Album Neuland bei dem tschechischen Label Ears&Wind Records. Jetzt sind sie mit neuem Material unterwegs, in das Vtípil seine Erfahrungen mit Filmmusikkompositionen einfließen lässt, während Bilitza seine neuen performativen Eindrücke aus Russland verarbeitet, wo er einige Zeit im letzen Jahr verbrachte, um die Grenzen zwischen den Kunstbereichen zu erkunden. Zu erwarten: phatte beatz und aggressiver Rap, genauso wie zerbrechliche Poesie und zeitgenössische Kompositionen. Vielleicht gibt es auch Kung Fu?

Max Bilitza – Beeinflusst von Friedrich Schiller und Public Enemy, Tanztheater und Kampfkunst, schweigenden Worten und bewegten Bildern wandelt Max Bilitza zwischen Poesie und Performance.

Tomas Vtipil – Geräuscherzeuger und tschechischer Slam-Poetry-Landesmeister Tomas Vtipil bedient gleich ein Dutzend Genre. Als Komponist, Produzent, Violinist, Sänger, Dichter, Performer lässt er so manchen Widerspruch zwischen Intellektuellem und Underground Künstler produktiv werden.

 

Jan Faktor: "Georgs Sorgen um die Vergangenheit oder im Reich des heiligen Hodensack-Bimbams von Prag"

Lesung mit anschließendem Autorengespräch

Auf den Spuren seiner Familiengeschichte reiste Jan Faktor nach Tschechien, Polen (KZ Christianstadt) und Israel. Rückblickend auf die Recherchen schreibt er: „Meine Reisen hatten außerdem noch andere, vollkommen unerwartete Effekte. Obwohl die Handlung des Romans schon lange feststand und viele Teile relativ genau konzipiert waren, entwickelte sich der Text im Laufe der Reise natürlich weiter. Ich erinnerte mich an manche Gegebenheiten aus der Zeit meiner Kindheit eben erst an den besuchten Orten."

So entspinnt sich der Roman entlang der Erinnerungen von Georg im sozialistischen Prag und den Weltgeschehnissen zur Zeit des politischen Terrors, Atomversuchen und Reformversuchen von '68. Georg versucht aus dieser Welt auszubrechen und mobilisiert all seine Kräfte. Er hantiert mit explosiven Substanzen, schließt sich wüsten Jugendgruppen an, hat eine Affaire im Kreis der Familie und liebäugelt mit einer Dissidentengruppe, als er den kulturellen Niedergang miterlebt.

Indem Jan Faktor Georg selbst erzählen lässt, macht er das Erzählen zu einem zweiten subversiven Akt – und führt damit den Entwicklungs- und den Gesellschaftsroman zusammen. So entstehen ein vor Witz strotzendes Psychogramm einer Familie und ein hellsichtiges Porträt einer Stadt.

Weitere Informationen: http://www.bosch-stiftung.de/content/language1/html/28446.asp

Gefördert im Rahmen des Grenzgänger-Programms der Robert Bosch Stiftung.

"The Other Chelsea"

Dokumentarfilm von Jakob Preuss

"The Other Chelsea" handelt von zwei gegensätzlichen Welten, den Kohlekumpel und den Oligarchen, die sich im Fußballstadion von Schachtjor Donezk begegnen. Donezk liegt im Osten der Ukraine. Die meisten Menschen verdingen sich in den Schächten des Kohlereviers. Es gibt aber auch einige Reiche in der Stadt, wie den Milliardär Achmetow, der in den Fußballverein der Stadt investiert. Beide soziale Welten eint ihre Liebe zum Fußball.

Der Film hatte seine Deutschlandpremiere auf dem "Filmfestival Max Ophüls Preis" 2011 in Saarbrücken und gewann dort den Dokumentarfilmpreis.

The Other Chelsea - Die offizielle Seite zum Film (englisch)

Jakob Preuss wurde 1975 geboren und studierte in Köln und Paris Jura und außerdem Europastudien in Warschau. In Russland, wo er seinen Zivildienst leistete, arbeitete er auch nach Beendigung seines Studiums. Der Filmemacher lebt in Berlin, ist aber auch als offizieller Wahlbeobachter für internationale Organisationen wie OSZE und IOM tätig

FAZ-Kritik: http://www.faz.net/artikel/C30280/the-other-chelsea-im-zdf-das-stadion-die-bergleute-und-ein-junger-held-30448608.html

Mehr Information: http://www.bosch-stiftung.de/content/language1/html/34249.asp

Gefördert im Rahmen des Grenzgänger-Programms der Robert Bosch Stiftung.