Programm

Wie viele Generationen hat MitOst? oder Generationenlernen reloaded. Gespräch

Generationenlernen = Zeitzeugenarbeit, Partizipation 2.0 = Menschen unter 30? Was gibt es jenseits dieser stereotypen Bilder und wie passen das „Jahr des aktiven Alterns“ und „Neues Engagement“ zusammen? Was bedeutet eigentlich „Generationenlernen“ und wie lässt sich der Begriff auch für die Entwicklung von Organisationen nutzen?
Heike Fahrun, N.N.

„Wider sucht Stand - Protestkulturen in vier Ländern Europas“. Film und Diskussion

Wie verleihen Menschen in Europa ihrer Unzufriedenheit Ausdruck - und wie nicht? In dieser Filmdokumentation handelt es sich um vier (Zivil-)Gesellschaften, die mit politischer Partizipation, Unzufriedenheit und Protest unterschiedlich umgehen. In Deutschland geht das Filmteam den Anti-AKW Demos auf die Spur, in Frankreich der Hip-Hop Szene der Banlieues, zähe Bewegungen stehen in Rumänien im Vordergrund und Litauen wird als Ort der schweigenden Unzufriedenheit betrachtet. Es wird der Prozess vom Gefühl der Empörung bis zur Entscheidung über die individuelle und kollektive Beteiligung an Protesten dokumentiert.

Die Regisseurin Andrea Zsigmond kommt aus Rumänien und studiert derzeit Politikwissenschaft in Potsdam. Sie ist Multiplikatorin im Theodor-Heuss-Kolleg und zählt zu dem Team des „Balkans, let’s get up!“

Urban Gardening – Über die Rückkehr der Gärten in die Stadt

Guerilla Gardening, Urban Farming, Nachbarschaftsgärten - der Trend kommt aus den USA und England, aber auch in Deutschland und anderen Ländern greifen immer mehr Bürger/innen zu Schaufel und Harke und machen ihr Umfeld grüner. Wir freuen uns auf Christa Müller, die nach Budweis kommt und ihr Buch "Urban Gardening" vorstellt. Mit im Gepäck hat sie auch einige Kurzfilme, und natürlich soll anschließend diskutiert werden. Wir hoffen auf viele internationale Erfahrungsberichte! Neue Urbanität, lokale Vielfalt, Wiederentdeckung des Miteinanders, Renaissance des Selbermachens: Die Gärten sind da!
Mehr Info: http://www.urban-gardening.eu/

 

Voices of Transition: Film + Gespräch mit dem Regisseur

Nach Ansicht der Transition Town Bewegung steht der Peak Oil (Zeitpunkt der maximalen Erdölfördermenge) kurz bevor oder ist schon überschritten. Die Ressourcen werden knapper, das Klima spielt verrückt. Initiativen in immer mehr Kommunen und Städten wollen nicht auf die große Politik warten, sondern gestalten aktiv den Übergang in ein erdölfreies Zeitalter.

Die Lösungswege aus Nils Aguilars Film "Voices of Transition" haben den Anspruch, möglichst vielen Menschen offenzustehen. Sie sind simpel, kosten wenig oder nichts, haben einen enormen ökologischen Nutzen und setzen ungeahnte Energien frei. Angewandt auf das eigene Hausdach, den nächstgelegenen Parkplatz oder auf die Landwirtschaft einer ganzen Region, tragen sie zur Vertiefung nachbarschaftlicher Beziehungen bei, zur freien Wissensvermittlung sowie zur Stärkung einer lokaler funktionierenden, ethisch integren Wirtschaft.

Der Film dauert etwa 70 Minuten, im Anschluss können wir mit dem Regisseur diskutieren und Erfahrungen mit dem Thema in den verschiedenen Ländern der Teilnehmer/innen austauschen.

 

Zeppelin Orchestra: musical dialogue - cultural exchange - european identities

Engagement für Europa einmal anders. 13 Studierende, 3000 Kilometer, 6 Länder, 2 Wochen: Europäische Identitäten entdecken, Nachbarn kennenlernen, Freundschaften schließen. Erfahrungen und Abenteuer dokumentieren und zugänglich machen – das ist Zeppelin Orchestra on Tour!

“Our aim is to engage in a musical and artistic dialogue with the people we meet: Through music and arts, we want to get to know them and ourselves, explore and document what we have in common and what distinguishes us.”

Auf dem Festival zeigen die Bandmitglieder von Zeppelin Orchestra ihren Tour-Film - und spielen beim Abschlusskonzert!

 

Ausstellung: "Wovon Menschen leben. Arbeit, Engagement und Muße jenseits des Marktes"

Was tun Menschen, um ihren sozialen Zusammenhang, ihr nahräumliches Umfeld in Stadt und Land und ihre natürliche Umgebung zu erhalten? Im Rahmen eines Forschungsprojektes zu nachhaltigen Lebensstilen hat die frühere Forschungsgesellschaft anstiftung (jetzt Stiftungsgemeinschaft anstiftung & ertomis), 5o Menschen interviewt. Ihre individuellen und dennoch zeittypischen Antworten sind in der Ausstellung  „Wovon Menschen leben“, die wir in Budweis zeigen, in 16 Portraits festgehalten.

Menschen leben ebenso sehr von „Luft und Liebe“ wie von Geld und Waren. Diese „Binsenweisheit“ will die Ausstellung in Erinnerung rufen. Denn sie gerät leicht aus dem Blick, wo Markt und Lohnarbeit alles andere überschatten. „Arbeit jenseits des Marktes“ reicht vom Kochen über das Fürsorgen bis zum Werken. „Engagement jenseits des Marktes“ meint die Übernahme von Verantwortung für ein Gemeinwesen, ob Dorf, Verein, Stadtviertel oder Welt. „Muße jenseits des Marktes“ meint die Muße, die Eigenarbeit und Engagement vermitteln, im Unterschied zu „Freizeit“, die oft in Freizeitstress ausartet. Die Aufmerksamkeit auf die „andere Ökonomie“ zu lenken, scheint im Hinblick auf eine nachhaltige, also ökologisch und sozial verträgliche, gesellschaftliche Entwicklung dringend geboten. Eigenarbeit, Engagement und Muße sind im besten Sinne nachhaltig, zunächst, weil sie den Beteiligten gut tun, aber auch, weil weder Gesellschaft noch Wirtschaft ohne sie existieren können. Wir brauchen die „andere Ökonomie“ – und deren Wertschätzung – als Gegengewicht zur fortschreitenden Liberalisierung und Rationalisierung von Ökonomie und Gesellschaft.

Mehr Info: http://www.anstiftung-ertomis.de/opencms/opencms/ausstellung/

 

Info

Alle Veranstaltungen finden vom 28.09.-2.10.2011 in Budweis/Tschechien statt. Die genauen Orte geben wir im Programmheft bekannt.