Weitere Kulturveranstaltungen

Diskussionen

Russlands Beziehungen zur EU

 Die Geschichte der Beziehungen zwischen Russland und der Europäischen Union in den letzten 20 Jahren sind geprägt von verpassten Chancen. Aktuell stehen die Zeichen allerdings auf Annäherung. Begünstigt durch den "Reset-Ansatz" der Obama-Administration setzen beide Seiten auf verstärkte Kooperation. Das Tandem Putin/Medwedew verzichtet auf aggressive antiwestliche Rhetorik und präsentiert sich als berechenbarer Partner der EU und der USA. Deutschland verfolgt mit seiner Politik der "Annäherung durch Verflechtung", einen politischen Kurs der innerhalb der EU immer mehr Unterstützung erfährt. 

 Im November 2009 haben sich Russland und EU auf die Etablierung einer "Modernisierungspartnerschaft" geeinigt. Aber was verstehen beide Seiten unter dem Begriff "Modernisierung"? Ist die anvisierte Modernisierungspartnerschaft eine Chiffre für einen kooperativen Neuanfang zwischen Russland und seinen europäischen Partnern? Oder ist sie letztlich eine weitere hohle Phrase, die reale Interessenunterschiede und gegenseitiges Misstrauen nur notdürftig verschleiert? 

 Ist Russland überhaupt in der Lage, sich trotz verbreiteter Korruption, schwachen demokratischen Institutionen und bürokratischer Willkür einer umfassenden Modernisierung zu stellen? Und ist die EU willens einen außenpolitischen Konsens gegenüber Moskau zu finden, der Russland als ein europäisches Land definiert und es als gleichberechtigten Partner in und für Europa anerkennt? Oder anders formuliert: Wie stehen die Chancen 20 Jahre nach dem Ende des Kalten Krieges altes Misstrauen und neue Unsicherheiten zu überwinden und unter Einbeziehung Russlands eine gesamteuropäische Friedensordnung zu etablieren, die allen Bürgern Europas ungeteilte Freiheit, Sicherheit und Wohlstand garantiert?

 Es diskutieren: 

 Andrey Kalikh, Program Director Centre for Development of Democracy and Human Rights

Moscow/Saint Petersburg

 Stephen Bastos, Programmmitarbeiter Zentrum für Mittel- und Osteuropa der Robert Bosch Stiftung, Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP)

14.10. | 18.00 | Gorkov Bibliothek, uliza Lenina 70

 Alternative Kultur im Ostblock

Gab es eigentlich Punks in Ungarn? Wie lebten Hippies in Sibirien? Was passierte in Jarocin und was machten die Hausbesetzer in Berlin? Wenn du dich für die alternative Szene der 60er, 70er und 80er Jahre in deinem und anderen Ländern interessierst, außerdem für alternative Musik und soziale Bewegungen - dann komm zu unserer Gesprächsrunde! Wir zeigen den Dokufilm „Beats of freedom“ und sind gespannt auf den Austausch mit euch.

Moderation:

Ewa Langer, Bassistin der Band Translola (nicht verpassen: Auftritt heute Abend!)

Agata Dutkowska, Soziologin und Künstlerin

Stadtentwicklung durch Kultur

15.10. | 17.00 | Permer Museum für Zeit für zeitgenössische Kunst, uliza Ordzhonikidze 2

Buchvorstellung

Das russische Methodenhandbuch "ТРЕНЕР ГРУППА СЕМИНАР"
Das russischsprachige Buch bietet einen detaillierten Einstieg in die Thematik der non-formalen bürgerschaftliche Bildung: Seminarkonzeption- und Leitung,  Teilnehmerkommunikation und Begleitung von Gruppenprozessen, Methoden und Arbeitsformen der Seminarleitung.

15.10. | 15.00 | Festivalzentrale, uliza Kuibysheva 4


Filme

Lost Paradise

Filmvorführung mit anschließendem Gespräch

Regie: Sebastian Heinzel, D, 2008

Olga, eine junge Journalistin aus Kiew, erinnert sich an eine paradiesische Kindheit: sie lebte in Pripyat, einer jungen Stadt voller Kinder, Pilze und Blumen. Der einzige Haken: Pripyat liegt direkt neben dem Reaktor von Tschernobyl. Mit acht Jahren wurden Olga und ihre Familie evakuiert. 22 Jahre später kehrt sie gemeinsam mit ihrem brasilianischen Ehemann zurück an den Ort ihrer Kindheit, der heute eine Geisterstadt ist. „Lost Paradise“ ist ein Film über den Verlust von Heimat, die zweite Generation nach Tschernobyl und die Frage, ob man Gänseblümchen heute wieder essen kann.

Im Anschluss an die Filmvorführung stellt sich der junge Regisseur Sebastian Heinzel euren Fragen.
Gefördert im Rahmen des Grenzgänger-Programms der Robert Bosch Stiftung.

14.10. | 18.00 | Festivalzentrale, uliza Kuibysheva 4

„Die Frau mit den 5 Elefanten“

Regie: Vadim Jendreyko, CH, 2009

„Übersetzungen sind sterblich. Jede Zeit verdient ihre eigenen Übersetzungen“. Swetlana Geier gilt als die größte Übersetzerin russischer Literatur ins Deutsche. Soeben hat sie ihr Lebenswerk beendet: die Neuübersetzung der fünf großen Romane von Dostojewskij, genannt die fünf Elefanten. Ihre Arbeit ist von sinnlichen Sprachverständnis und kompromissloser Achtung vor den Autoren geprägt, ihr Leben wurde von Europas wechselvoller Geschichte überschattet. 1923 in der Ukraine geboren, erlebt sie mit 15, wie ihr Vater bei Stalins politischen Säuberungen verhaftet wird und schwer misshandelt stirbt. Mit 18 verliert sie ihre beste Freundin, als SS-Kommandos in Kiew 30.000 Juden hinrichten. Während der Besetzung der Ukraine arbeitet sie als Dolmetscherin und wird 1943 mit ihrer Mutter in ein Ostarbeiterlager in Dortmund interniert. Sie erlebt die Gräuel zweier Diktaturen, trifft aber immer wieder auf Menschen mit Zivilcourage und Mut, die ihr Überleben ermöglichen. Nach dem Krieg bleibt sie in Deutschland, studiert, gründet eine Familie und beginnt, russische Literatur ins Deutsche zu übertragen. Heute unterrichtet sie seit 40 Jahren an verschiedenen Universitäten. Mit Vadim Jendreyko reist die 85-jährige Frau zum ersten Mal seit dem Krieg zurück an die Orte ihrer Kindheit in die Ukraine. Der Film verwebt Swetlana Geiers Lebensgeschichte mit ihrem literarischen Schaffen und spürt dem Geheimnis dieser unermüdlichen Frau nach. Er erzählt von großem Leid, stillen Helfern und unverhofften Chancen - und einer alles überstrahlenden Liebe für Sprache.

Gefördert im Rahmen des Grenzgänger-Programms der Robert Bosch Stiftung.

15.10. | 20.30 | Festivalzentrale, uliza Kuibysheva 4

Stummfilm und Livemusik aus Perm

Berlin – Die Sinfonie einer Großstadt mit Lifemusikbegleitung von Permer Musikern.

15.10. | 22.30 | Festivalzentrale, uliza Kuibysheva 4

Mitgliederfilmabend

Auch in diesem Jahr gibt es wieder einen Filmabend, der dem Selbstgedrehtem und Mitgebrachtem der MitOst-Mitglieder gewidmet ist. Lasst euch überraschen!

16.10. | 20.00 | Festivalzentrale, uliza Kuibysheva 4

 

Fußballspiel

Völker- und geschlechterverbindendes Turnier auf den Permer Wiesen (de/en/ru)

Leitung: Heidi Beha, Waldemar Kipphan

Mini-Fußball-Turnier für Jedermann und Jedefrau oder ein Fußballspiel (je nach Teilnehmerzahl). Die Teams werden geschlechter- und/oder völkerverbindend zusammengestellt und der Spaß steht im Mittelpunkt. Ihr braucht keine besondere Ausrüstung, nur Freude am Spiel. Zuschauer erwünscht!

Heidi Beha, Lektorin der Robert Bosch Stiftung in Woronesch (Russland) und leidenschaftliche Fußballspielerin.

Waldemar Kipphan, Lektor der Robert Bosch Stiftung in Charkow (Ukraine), Tango-Tänzer und Hobby-Kicker.

15.10. | 12.30 | Treffpunkt: Festivalzentrale, uliza Kuibysheva 4

 

Stadtführungen

Stadtführung: Grüne Linie

Bei dieser Tour durch Perm kann man 37 historische und moderne Sehenswürdigkeiten Perms entdecken, wie die Kapelle des Heiligen Stefan Großpermers, die Skulptur „Permjak – Salzohren, den Hauptausstellungssaal, Kathedrale und den Kathedralenvorplatz, den Reschetnikovplatz, den Hafen, das Meschkov-Haus, das Hotel „Zentral“, das Haus Smyschljaevs, den Theaterplatz, das Denkmal Boris Pasternaks und vieles andere mehr.

Die „grüne Linie“ gibt den Bewohnern und Gästen der Stadt für eine kurze Zeit (eineinhalb bis zwei Stunden) die Möglichkeit, selbstständig, ohne die Hilfe eines Stadtführers, die bemerkenswertesten Orte Perms kennen zu lernen.

13.10. | 15.00 | Treffpunkt: Festivalzentrale, uliza Kuibysheva 4

14.10. | 10.00 | Treffpunkt: Festivalzentrale, uliza Kuibysheva 4

 

Stadtführung: Perm – eine Kulturhauptstadt?

In den vergangenen Jahren hat sich im kulturellen Leben Perms und des Permer Gebiets einiges getan: das Permer Museum für moderne Kunst wurde eröffnet, ebenso eine neues Theaterhaus mit dem Namen „Szenen-Hammer“, große, Gäste aus ganz Russland anziehende Festivals wie „Territorium“ oder „Neues Drama“ fanden hier statt, das Festival „Lebendes Perm“ entstand, in Zusammenarbeit mit den Kulturhauptstädten Europas 2010 begann die Realisierung des internationalen Vernetzungsprojektes „Europäische Akzente in Perm“. Der Gouverneur des Permer Gebiets erklärte offiziell, dass die Stadt plane, sich um den Titel der „Kulturhauptstadt Europas“ zu bewerben. Darüber, wer oder was überhaupt die Permer Kulturszene ist, worauf die Entwicklungsstrategie der Kulturpolitik des Permer Gebiets ausgerichtet ist und was die Permer Kulturmanager und die Kulturschaffenden über das Projekt „Perm – eine Kulturhauptstadt“ denken, könnt ihr mehr erfahren, wenn ihr zu dieser Stadtführung kommt.

15.10. | 12.00 | Treffpunkt: Festivalzentrale, uliza Kuibysheva 4

 

Konzerte und Partys  

Party mit MitOst-DJs und DJs aus Perm

13.10.| 22.00 | Festivalzentrale, uliza Kuibysheva 4

15.10.| 23.00| Festivalzentrale, uliza Kuibysheva 4

Konzert: Translola

Translola ist eine einzigartige Mischung aus weiblicher Energie und Postpunk. Zum MitOst-Festival nach Perm bringt die 2008 gegründete und von Anfang an rein weibliche Band nostalgische russische Lieder aus Krakau mit. Translola wird von vier sehr besondere Frauen gestaltet: Amina Dargham [Gitarre], Malereistudentin, aufgewachsen in Beirut und deshalb in der arabischen und der polnischen Kultur zuhause, Gabi Ganczarska [Vocals], deren charismatische Stimme und Bühnenpräsenz man nicht so leicht vergisst, Ewa Langer [Bass], Mutter von zwei erwachsenen Söhnen, spielte in den 90er Jahren in der Band PRL, Zaneta Seweryn [Drums], professionelle Perkussionistin, arbeitet tagsüber an der Krakauer Oper. Translola wird von Agata Dutkowska unterstützt, einer freien Künstlerin und Soziologin, die das Konzert als VJane begleitet. Im Mittelpunkt des Auftrittes steht die Erinnerung an die jung verstorbene russische Sängerin und Dichterin Yanka Diagilewa, deren Lieder Translola neu vertont hat.

14.10.| 22.00 | BLACK BAR, uliza Bolshevistskaya 55

Anschließend Party.

Chekhov Drug Band

Die junge Permer Band kombiniert alte und neue, klassische und experimentelle Musikstile – lasst euch überraschen!

14.10.| 22.00 | BLACK BAR, uliza Bolshevistskaya 55

Konzert: Sergey Lapshin & Lennart Quiring, Liedermacher

Lennart Quiring ist Teil des Duos „Spieltrieb“, lebt in einem alten Wohnmobil, ist quasi immer auf Achse und gibt derzeit jährlich über 100 Konzerte.

Sergey Lapshin ist leidenschaftlicher Anhänger russischer Bardenmusik und hat seine Gitarre immer dabei. Sieht in der Musik und dem gemeinsamen Singen einen der Wege zur interkulturellen Verständigung.

4xSample Beatboxcrew

Im Jahre 2003 gründeten ChloroPhil und Mando die mittlerweile erfolgreichste deutsche Beatboxcrew. „4xSample“ sind die amtierenden deutschen Meister im Teambeatboxen. „4xSample“ leiten Beatbox-Workshops (u.a. auf dem MitOst-Festival), vertonen Hörspiele und Werbespots, haben in TV-Shows auf einschlägigen Musik- und Jugendsendern das Publikum begeistert, an Musicals und Theaterproduktionen mitgewirkt und sind unzählige Male live aufgetreten.

Anschließend Party.

16.10.| 22.00 | Festivalzentrale, uliza Kuibysheva 4

 

Exkursion

Exkursion in die Permer Umgebung

Am Sonntag nach dem Frühstück habt ihr die Gelegenheit, an einer Busexkursion ins Permer Gebiet teilzunehmen. Details werden noch bekannt gegeben.

 

Kontakt

Wir freuen uns über weitere Beiträge zum Kulturprogramm - Info bitte an geschaeftsstelle(at)mitost.org!