Zeitenwende 1989/90. Eindrücke aus Polen - Deutschland - Mitteleuropa.

Gefördert von der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit

"1989 - 2009. Kulturförderung in einem Europa des Wandels. Stiftungen und Künstler als Impulsgeber gesellschaftlicher Veränderungen" (entfällt leider!!)

Innerhalb von nur 20 Jahren haben sich die Landkarte Europas und die Vorstellung der Europäer über ihren Kontinent gravierend verändert. Zu den Impulsgebern dieser weitgehend friedlichen Umwälzung zählten vielerorts Künstler und Kulturschaffende. Ihr gesellschaftliches Engagement war sehr oft zugleich ein Kampf für die Freiheit des Wortes und des künstlerischen Ausdrucks.

Sowohl die Rolle der Künstler in ihren Gesellschaften als auch die künstlerischen Praktiken haben sich im Zuge der Transformation verän­dert. Der Blick über die Grenzen und der persönliche Austausch zwischen Künstlern unterschiedlicher Nationen hat die Auseinandersetzung mit künstle­rischen Perspektiven und Zugängen befördert. Vorangetrieben wurde diese Entwick­lung durch die Förderung diverser Stiftungen. Mit Hilfe von Projektförderprogrammen und Aufenthaltsstipendien konnten vielfältige Verbindungen zwischen den Akteuren herge­stellt werden.

In einem Podiumsgespräch gehen u.a. Albrecht Lempp (Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit) und Heike Catherina Mertens (Schering Stiftung) der Frage nach, wie die Zusammenarbeit von Stiftungen und Künstlern künftig aussehen könnte.

Moderation: NN

15.10. | 16.00 | Festivalzentrale, Kino Kameralne


Die Wende und ich

Zeitenwende 1989/90: Was verbindet die MitOst-Mitglieder, die doch aus ganz verschiedenen Orten kommen und unterschiedlichen Alters sind, wenn sie an die damaligen Ereignisse denken? Wir wollen in kleinen Gruppen unseren Erinnerungen an diese nicht nur historische sondern vielleicht auch biografische Zäsur nachgehen. Dabei können wir auf den Fragenkatalog zurückgreifen, der im Rahmen des Ausstellungsprojekts ?Eine Wende auf Wänden ? Unabhängige Generation? im Theodor-Heuss-Kolleg entstanden ist. Eure persönlichen Geschichten stehen im Mittelpunkt dieses Austausches, den ihr gerne auch durch persönliche Erinnerungsgegenstände beleben könnt, die ihr zum Festival mitgebracht habt. Mögliche Ergebnisse der Aktion ?Die Wende und ich? sollen abschließend in kreativer Form festgehalten, beim Festival gezeigt und im MitOst-Magazin publiziert werden: Lasst Euch inspirieren zu Wandzeitungen, Kollagen, Filmsequenzen, Bilder, Texte, Mini-Theater, Pantomime, Lieder, Tanz etc.! Übrigens: Die Ausstellung ?Eine Wende auf Wänden? wird ebenfalls beim Festival gezeigt.

15.10.| 16.00 | Festivalzentrale, Kino Helikon


Tram Nr. 15 fährt nicht weiter

Kamingespräch mit Henryka Krzywonos-Strycharska, Tramführerin und Oppositionelle in der Volksrepublik Polen

"Diese Tram fährt nicht weiter" kündigte Frau Krzywonos-Strycharska den Passagieren ihrer Tram mit der Nummer 15 an der zentralen Haltestelle "Baltik-Oper" in Danzig an. So fing der Streik der Verkehrsbetriebe der Dreistadt Danzig, Gdynia und Sopot am 15. August 1980 an. Einen Tag später setzte sich Frau in der Danziger Werft gegen Lech Wałęsa durch, der den Streik in Danzig beenden wollte. Zusammen mit anderen unterschrieb sie die Danziger Vereinbarungen, die den Ausgangspunkt für die Anerkennung der Gewerkschaft "Solidarność" bildeten. Sie munterte auch die anderen Streikenden zum Weitermachen auf und unterstützte sie während des Ausnahmezustands in den Jahren von 1981 bis 1983. 2006 wurde ihr der Orden Polonia Restitutia verliehen. Im Juni 2009 ehrten die polnischen Frauen ihr Werk während eines Kongresses. Arte verewigte ihre Aktivitäten im 3. Teil der ARTE-Reihe ?Als der Ostblock Geschichte wurde? unter dem Titel ?Henrykas Solidarität?.

Ihr könnt mit Henryka Krzywonos-Strycharska in einer lockeren Runde ins Gespräch kommen, sie nach ihrer Motivation für ihre damaligen Aktivitäten fragen, mit ihr über die Entstehung der Gewerkschaft ?Solidarność? und über die Bedeutung der Wende für sie und ihre Landsleute sprechen.

Moderation: Agnieszka Kudelka

14.10. | 18.00 | Festivalzentrale, Kino Helikon


Die erste Lücke in der Berliner Mauer - Symbol einer Zeitenwende

Am 12. November 1989 wurden um 5.29 Uhr am Potsdamer Platz die ersten Segmente aus der Berliner Mauer herausgebrochen. Hans Martin Fleischer, Eigentümer dieser Stücke, verfolgt seit 20 Jahren die Idee, daraus ein Denkmal für den Mauerfall zu machen. Um dafür zu werben, hat Fleischer das erste Mauerteil zum 20. Jahrestag des Mauerfalls mitsamt Graffiti aus Holz und Styropor im Maßstab 1:1 nachgebaut. Mit der rund 70 kg schweren Mauerkopie ist er seit einigen Wochen auf den Spuren europäischer Geschichte unterwegs. Auf seiner Reise durch Europa wird die Bemalung der Mauer von vielen Menschen ergänzt. Vom 14.-18. Oktober ist Hans Martin Fleischer mit dem Mauerstück in Danzig zu Gast.

Kommt am Donnerstag zur Maueraktion mit Hans Martin Fleischer! Am Freitag gibt es dann noch die Gelegenheit, das Thema in einem Workshop der ProjektNetzWerkStatt zu vertiefen.

Unterstützt durch das Carl Friedrich Goerdeler-Kolleg der Robert Bosch Stiftung.

15.10.| 18.00 | Fußgängerzone vor der Festivalzentrale


20 Jahre freie Medien in Polen und Deutschland. Neue Perspektiven für die Entwicklung des zivilgesellschaftlichen Engagements in Mittel- und Osteuropa?

Journalisten und Vertreter der Zivilgesellschaft aus Deutschland und Polen reflektieren die Bedeutung des Journalismus in den gesellschaftlichen Entwicklungen in Mittel- und Osteuropa. Im Rahmen der moderierten Diskussion berichten Journalisten und Multiplikatoren aus den Bereichen Medien und NGO?s über ihre Erfahrungen und die aktuelle Situation in ihren Ländern 20 Jahre nach dem Umbruch. Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Medienlandschaft in Deutschland und Polen sowie die Bedeutung der NGO`s im Bereich der Demokratieförderung werden diskutiert und neu ausgewertet. Was verbindet die deutschen und die polnischen Medien im vereinten Europa? Welchen Beitrag leisten die NGO`s in der gesellschaftlichen Entwicklung beider Länder? Diese und andere Fragen diskutieren:  Tytus Jaskułowski, Politikwissenschaftler mit Schwerpunkt Medien aus Polen, Karoline Gil, Leiterin des Büros der Stiftung für Deutsch-Polnische Zusammenarbeit in Berlin, Uwe Rada, Redakteur bei der ?taz? und Buchautor sowie Agnieszka Błaszczak, Koordinatorin der Internationalen Projekte bei DMK in Danzig (Dom Pojednania i Spotkań im. Św. Maksymiliana M. Kolbego).

Moderation: Joanna M. Rother, Journalistin und Projektleiterin ?Medienprojekt 1989? des MitOst e.V.

16.10. | 17.00 | Festivalzentrale, Kino Helikon


Eine Wende auf Wänden

Die Plakat- und Fotoausstellung "Eine Wende auf Wänden - Unabhängige Generation" ist eine deutsch-ukrainische Zusammenarbeit dreier Studentinnen. Die im Rahmen eines Projekts des Theodor-Heuss-Kollegs entstandene Ausstellung thematisiert den Systemwechsel in beiden Ländern. Dazu wurden Interviews mit Wendekindern und ?eltern aus beiden Ländern geführt. Welche Veränderungen haben sich durch den Zusammenbruch des Systems ergeben? Wie war das Leben im "alten System" Wie ist das Verhältnis zur Demokratie heute? Ziel war es, sowohl einen generations- als auch einen länderübergreifenden Vergleich zu ermöglichen.

Projektleiterinnen: Atefa Parsa, Julia Michalsky, Tetiana Pavlyshynets

15.10. | 19.00 | Eröffnung im Rahmen des MitOst-Projektehauses, Festivalzentrale


Ganz normale Helden

"Ganz normale Helden" - das waren zum Beispiel Oppositionelle, die in der DDR und der Volksrepublik Polen vor gerade einmal zwanzig Jahren noch einen unermesslichen Preis für ihr Engagement zahlen mussten. Eindrücke aus ihrem Leben, von ihrer Verhaftung, ihrer Haftzeit und ihrer politischen Tätigkeit haben Jugendliche aus Polen und Deutschland in Interviews und Begegnungen zusammen getragen. Die tiefen Einblicke, die ihre im Rahmen des MitOst-Programms EUROPEANS FOR PEACE der Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" entstandenen Ausstellung gibt, regen eindrucksvoll zum Nachdenken an.

Ein besonderes Angebot besteht für alle diejenigen, die das Projekt näher kennen lernen und vielleicht selbst einmal etwas in die Richtung aufstellen möchten. Viele Fragen drängen sich auf: Wie können wir mit Zeitzeugen arbeiten? Was ist das besondere an einem deutsch-polnischen Projekt? Und wie wird daraus schließlich eine Ausstellung? In einem Hintergrundgespräch teilen Macher und Mitwirkende des Projekts "Ganz normale Helden" ihre Erfahrungen und Erlebnisse mit.

Moderation: Sabine Krüger, Programmleiterin EUROPEANS FOR PEACE

15.10. | 19.00 | Eröffnung im Rahmen des MitOst-Projektehauses, Festivalzentrale

16.10. | 14.00 | Hintergrundgespräch, Festivalzentrale, Kino Helikon


Farbe meiner Heimat

"Farbe meiner Heimat" vereint Guerillaaktionen, Medienkunst, Politik und Lifestyle in neuer Form. Das Symbol, die Transparenta, wird dabei gleich doppelt zur Projektionsfläche, denn sie dient als Fahne der Guerillaaktionen und zeitgleich als Leinwand in der narrativen Videoinstallation. Die Videoinstallation selbst funktioniert als Durchgangsprozess. Drei durchsichtige Leinwände integrieren den Besucher in verschiedene Heimatgefühle und Landschaften. 30 Minuten lang kann man in der Installation immer wieder auf 17 unterschiedliche Geschichten und junge Leute am Tag der Wiedervereinigung oder Separation ihres Landes treffen. Die im Rahmen eines MitOst-Projekts entstandene Installation ist wie ein dreidimensionaler Spaziergang, in dem Teenager mal ihre Heimat an die Hand nehmen.

www.labelfucker.com

Projektleiter: Maja Frank, Witja Frank

15.10. | ca. 20.30. | Eröffnung im Anschluss an die Eröffnung des MitOst-Projektehauses | Biuro Gdańsk ESK 2016, ul. Długi Targ 39


It is 1989. It is 1968.

Die Installation von Elske Rosenfeld zeigt zwei Stationen auf der Suche der Künstlerin nach Bildern, Worten für ihr erinnertes Erleben der hoffnungsvollen Anarchie von 1989: Was davon findet sich in Originaldokumenten der Zeit ? in Aufnahmen vom Runden Tisch 1989 in Berlin ? wieder, und was nicht? Und was kann wiederum die Geschichte vom Ende eines Streiks in Frankreich 1968 über ihr 89 zu erzählen haben?

Elske Rosenfeld, geb. 1974 in Halle/Saale, arbeitet als freie Künstlerin und Autorin. Beschäftigt sich seit einigen Jahren im Rahmen eigener und kollaborativer Arbeiten mit Fragen des Erinnerns an die DDR und an ihr für kurze Zeit so fruchtbares Ende.

Permanente Installation | Festivalzentrale


Harun Farocki: Videogramme einer Revolution

D1991, 107 Minuten, Farbe + s/w

"Rumänien im Dezember 1989: Ein Volk lehnt sich gegen seinen Tyrannen auf, tötet ihn und versucht, eine neue Gesellschaft aufzubauen. So zumindest sah es am Bildschirm aus. Die rumänische Revolution oder das, was man in den Medien als solche darstellte, war ein gigantisches Fernsehspiel mit echten Menschen. Das Fernsehen war die ganze Zeit dabei - aber man bekam nicht alles zu sehen. Und es gab viele Video-Amateure, die die Ereignisse filmten.

Der deutsche Dokumentarist Harun Farocki und der in Rumänien geborene Autor und Filmemacher Andrei Ujica haben sich auf die Suche nach inoffiziellen Film- und Videoaufnahmen gemacht, diese mit den offiziellen Bildern verglichen, kontrastiert, und so die offizielle Wahrheit durch andere Perspektiven erweitert.

Montiert aus mehreren Stunden Bildmaterial demonstriert der Film einerseits die Strategien der alltäglichen televisionären Inszenierung von Macht und rückt andererseits den Stellenwert des Fernsehens in der rumänischen Revolution in ein anderes Licht." (3sat.online)

Vor der Filmvorführung wird das Lektoren-Projekt "Azi in Timisoara..." vorgestellt.

"Azi in Timisoara..." - 20 Jahre Revolution in Temeswar. Ein Blick zurück und zu den anderen.

Projektbericht mit Fotoausstellung

Anlässlich des 20. Jahrestages der Wendeereignisse von 1989 fand vom 18. bis zum 22. März 2009 in Temeswar/ Rumänien ein Workshop statt, bei dem sich vorrangig rumänische Studenten mit den Ereignissen auseinandersetzen, die zum Zusammenbruch des kommunistischen Systems in Rumänien führten. Im Zentrum standen dabei die Ereignisse in Temeswar, wo sich im Winter 1989 die Proteste gegen das Regime konzentrierten. Inhaltliche Grundlage stellte das Thema Erinnerungskultur dar. Es ging dabei zum Beispiel um die Frage, wie man sich heute im Rückblick in diesen drei Ländern an diese Zeit erinnert. Wie prägen die Ereignisse die Gesellschaft, was für unterschiedliche Formen der Erinnerungskultur gibt es? Wie schlägt sich dies in Museen, im Stadtbild (am Beispiel von Temeswar) und im nationalen Gedächtnis nieder? In einem weiteren Schritt ging es zudem vergleichend um die Geschehnisse und Protestbewegungen der 1980er und 1990er Jahre in Polen und der DDR, die dort ebenfalls den Zusammenbruch der dortigen sozialistischen kommunistischen Systeme einleiteten.

15.10. | 21.00 (Film ca. 21.30.)| Festivalzentrale, Kino Helikon


MitOst-Festival trifft Schule

Gefördert von der Deutschen Auslandsgesellschaft e.V.

"1989 - Ein europäisches Gedächtnis". Lehrer- und Multiplikatorenfortbildung

Diese Fortbildung wird für Deutsch- und Geschichtslehrer und deutsche sowie MSOE-Multiplikatoren der internationalen Bildungsarbeit angeboten. In dem zweitägigen Seminar werden die Lehrer Interviewtechniken kennen lernen. Dabei ist die zentrale Frage, wie an die Umbrüche des Jahres 1989 erinnert wird. Die Ziele der Fortbildung sind der Erfahrungsaustausch zwischen den Pädagogen, die Vermittlung neuer Ansätze im Landeskunde- und Fremdsprachenunterricht sowie der Austausch und die Diskussion von Ansätzen der non-formalen politischen Bildung und deren Nutzbarkeit in der Unterrichtspraxis.

Die Teilnahme ist nur nach vorheriger Anmeldung möglich.

Referentinnen:
Agnes Simon, Leiterin der Kulturabteilung im Deutschen Kulturzentrum Klausenburg

Annett Polk, Projektassistentin beim DAAD im Bereich Internationales Hochschulmarketing

16.10. | 16.30-20.00| Liceum II

17.10. | 10.00-18.00| Liceum II

Projekttag am Liceum II in Danzig

Dieser Projekttag steht unter dem Motto "Europa findet Stadt!". Die Schüler setzen sich damit auseinander, was Europa und die Europäische Integration konkret für ihr städtisches Umfeld bedeutet. Dabei wird es auch um die Frage gehen, welche Wünsche die Schüler für das Zusammenleben und die Gestaltung ihrer Städte haben. Ein zweistündiger Workshop dient der Annäherung an das oben genannte Thema. Im zweiten Teil des Projekttages werden die Schüler gemeinsam mit MitOst-Seminarleitern ?Mini-Projekte? wie beispielsweise eine Umfrage oder eine europäische Spurensuche in Danzig realisieren. Die Projekte werden später auf dem Festival vorgestellt.

Die Teilnahme ist nur nach vorheriger Anmeldung möglich.

Referentin: Katharina Lampe, Fachplanerin bei der GTZ

Die konzeptionelle und inhaltliche Durchführung von "MitOst-Festival trifft Schule" beruht auf dem ehrenamtlichen Engagement der Mitglieder der Schul-AG, insbesondere Annett Polk und Katharina Lampe.

16.10. | Liceum II

Zur Übersicht

Lesungen, Filme, Ausstellungen

Lesungen

Emma Braslavsky: "Das Blaue vom Himmel über dem Atlantik (2008)

"Anstatt also vehement die Wahrheit zu suchen, suchte ich eher nach Antworten auf die Frage: Was macht die Geschichte eines Menschen wahr? Oder um genau zu sein: Was macht die Geschichte einer Schlesierin wahr? Wahre und wahrhaftige (deutsch-polnische + polnisch-deutsche = schlesische) Geschichten sammelte ich 2000 Kilometer kreuz und quer zehn Tage lang. Archive durchforstete ich und verdanke der Hebamme Emma Grimm und ihren präzisen Randbemerkungen in den Geburtseinträgen ein Arsenal an soziologischen Details zu Beginn des 20. Jahrhunderts, aus denen ich weiterkonstruieren konnte. Darum ist es diesmal kein biografischer Roman geworden, sondern ein fiktionale biografische Familienstudie. Und vor allem ein Abschluss des Gedankens, den ich mit meinem ersten Roman ?Aus dem Sinn? aufgenommen habe: Wie verhalten sich Erinnerungen, Zeit und Identität zueinander? Diese Frage ergab sich zwangsläufig aus der Redseligkeit meiner egerländischen Familienseite. Und in diesem Roman: Wie verhalten sich keine (oder Null-)Erinnerungen, Zeit und Identität zueinander? Also: Wenn keiner redet und es nichts zu erinnern gibt. Eine wichtige Nebenerkenntnis habe ich gewonnen: Verschwiegenheit ist schlesisch und zugleich Tugend und Fluch! Weitere stehen im Roman."

Moderation: Heike Fahrun, freie Trainerin

Gefördert im Rahmen des Grenzgänger-Programms der Robert Bosch Stiftung.

15.10. | 21.00 | Herderzentrum, ul. Ogarna 26


Sabrina Janesch "Danzig. Eine Stadterzählung?"

Sabrina Janesch, geboren 1985, beschäftigt sich in ihren Kurzgeschichten und Romanen hauptsächlich mit deutsch-polnischen Themen und den Grenzgebieten von Wirklichkeit und Magie. Ihr erster Roman erscheint im nächsten Frühling; für ihren zweiten Roman hat sie vom Kulturforum Östliches Europa und der Stadt Danzig das Stadtschreiber-Stipendium erhalten, mit dem sie sich von August bis Dezember in der Stadt aufhält. Neben dem Roman erscheint nächstes Jahr ebenfalls ein Band mit Prosaminiaturen: ?Danzig. Eine Stadterzählung?. Magische und ganz nüchterne Momente werden da gesammelt, verfremdet, überspitzt, bilden einen ersten Vorstoß in Richtung Fiktion. Auf dem Festival liest Sabrina Janesch Texte aus ihrer Stadterzählung.

Moderation: Ivanna Pekar, MitOst-Vorstand

Gefördert durch das Deutsche Kulturforum östliches Europa.

16.10. | 20.00 | Festivalzentrale, Kino Helikon


Simon Schlingplässer und Ulrike Würz lesen aus:
Pawel Huelle: "Mercedes-Benz. Aus den Briefen an Hrabal".

Danzig ist ein einziger großer Stau, und diesem Umstand verdanken wir den Anstoß zu der Geschichte: denn als der Erzähler in seiner ersten Fahrstunde gleich mal selbst den Verkehr aufhält, die Straßenbahn 13 den kleinen Fiat Polski nur um einen schmalen Streifen Luft verschont und sich schließlich eine fäusteschwingende Meute daranmacht, ihren ganzen Frust über die  verkehrspolitischen Konsequenzen aus dem Zusammenbruch des Kommunismus an ebenjenem ?Maluch? auszulassen, fängt der sich in auswegloser Situation Wähnende an zu erzählen. Und weil das nicht nur seine Furcht beruhigt, sondern auch seiner Fahrlehrerin so gut gefällt, hört er damit erst 160 Seiten später wieder auf, als der tschechische Dichter Bohumil Hrabal  beim Taubenfüttern in den Tod stürzt. Bis dahin verwebt  Pawel Huelle die eigene Familiengeschichte mit der Geschichte Polens, von der Blütezeit zwischen den Kriegen über die deutsch-russische Besatzung und den Sozialismus bis zur ernüchternden Stagnation nach der Wende.

Pawel Huelle ist einer der bekanntesten Autoren Polens, der 1957 in Danzig geboren wurde und dort lebt.

Simon Schlingplässer lebt und arbeitet in Salzburg als Sprecherzieher am Mozarteum. Ulrike Würz lebt und arbeitet in Jena als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Auslandsgermanistik, DaF/ DaZ an der Friedrich-Schiller-Universität. Beide waren in Rumänien bzw. Polen Lektoren der Robert Bosch Stiftung und sind jetzt Alumnivertreter bzw. Vorstandsmitglied bei MitOst.

15.10. | 23.00 | Festivalzentrale, 2. Etage     
                           

Ausstellungen


Bilder aus dem Romaleben

Gefördert von der Stiftung ?Erinnerung, Verantwortung und Zukunft?.

Der Ausstellung liegt das Foto-Projekt ?Meine Welt/Miro Sumnal ? Bilder aus dem Romaleben? aus dem Jahr 2008 zu Grunde. 15 Roma im Alter zwischen 11 und 14 Jahren fotografierten damals ihre Welt mit Einwegkameras. Aus den fertigen 360 Bildern wurden 32 Exemplare für eine Ausstellung ausgesucht. Die Bilder wurden an verschiedenen Orten in Skopje ausgestellt. Sie konnten die Skopjer Bevölkerung auf das Leben, die Wünsche und die Kritik, die Talente und die Fähigkeiten der Jugendlichen aufmerksam machen. In diesem Jahr wurden die Bilder in Leipzig und Berlin ausgestellt und fanden ebenfalls großes Interesse.

Als Fortsetzung des Projekts wurden im Vorfeld des MitOst-Festivals polnische Romakinder und -jugendliche aus Wejherowo mit einbezogen. 10 Roma aus Grund- und Oberschule fotografierten nun ebenfalls mit Einwegfotoapparaten ihren Alltag - ihre Welt. Auf einem Workshop lernten die polnischen Jugendlichen die Bilder der mazedonischen Kinder kennen und wählten dann aus den fertigen Bildern Ausstellungsexemplare aus, die zusammen mit den Skopjer Bildern auf dem MitOst-Festival präsentiert werden.

Bilder aus dem Romaleben und Deine Bilder von Roma ? Austauschrunde & Infotreffen

Als dritte Stufe des Projekts ist eine Auseinandersetzung der Festivalteilnehmer mit den Bildern im Rahmen eines Workshops geplant. Im Vorfeld wurde von Seiten der polnischen Roma und den Seminarleitern ein Fragenkatalog zur Interpretation der Bilder erstellt. Nachdem die Festivalteilnehmer die Bilder der Roma gesehen haben, sollen sie anhand dieser Fragen zu ihren Eindrücken und Interpretationen interviewt werden.

Geplant ist, diese Interviews zu filmen, um sie dann später wiederum den ehemaligen Projektteilnehmern in Mazedonien und Polen zeigen zu können.

Anschließend bieten die Projektleiter Gjulner Sejdi, Petra Sejdi und Kamila Goman, polnische Regierungsbeauftragte für Romafragen in Wejherowo, Informationen, Vergleiche und Gespräche über die Situation und das Leben der Roma in Polen und Mazedonien an. Die Ergebnisse des Treffens sollen z. B. in Form einer Kollage den anderen Festivalteilnehmern präsentiert werden. Ziel dieser Gespräche sind neue gemeinsame Projektideen.

Projektleiter: Gjulner Sejdi, Petra Sejdi und Agnieszka Kudelka

15.10. | 19.00 | Eröffnung im Rahmen des MitOst-Projektehauses, Festivalzentrale

15.10.| 14.00 | Austauschrunde, Festivalzentrale, 3. Etage


donauabwärts

Das geografisch verbindende Element Donau war Ausgangspunkt für eine Aktion, die Identität aufbauen sollte. Neun Schulen aus neun mittel- und osteuropäischen Ländern wurde auf visuellem Weg eine Kontaktaufnahme ermöglicht. Die Anonymität wurde über die Bilder aufgehoben, Grenzen überschreitend produzierten Kinder verschiedenen Alters und Nationalität gemeinsames Fotografiewerk. Sie beschäftigten sich mit der gleichen Thematik, hatten am selben Ergebnis teil und identifizierten sich darüber miteinander.

Projektleiterin: Christine Frick

Das Projekt ?donauabwärts" ist Gewinner des Wettbewerbs nachbarschaft.moe 2009, ein Programm der Schering Stiftung und des MitOst e.V.. Mit dem Wettbewerb werden Kulturprojekte unterstützt, die die nachhaltigen Beziehungen zwischen Nachbarländern oder in Grenzregionen Ost-, Mittel- und Südosteuropas fördern.

15.10. | 19.00 | Eröffnung im Rahmen des MitOst-Projektehauses, Festivalzentrale


Synoptic

Synoptic ist ein interdisziplinärer Workshop, der in der PHOENIX Halle Dortmund beim Hartware Medienkunstverein stattgefunden hat. Zu dem Workshop, der sich mit Visualkunst, Medien- und Tonkunst beschäftigt, wurden drei ungarische, ein holländischer, ein litaunischer und drei deutsche Künstler aus den Bereichen Tanz, visuelle Kunst, experimentelle Tonkunst, Architektur und  Programmierung eingeladen. Sie erarbeiteten während einer 10-tägigen Zusammenarbeit eine Ausstellung mit interaktiven Installationen und eine neue audiovisuelle Produktion, die im August dem Publikum präsentiert wurde. Die Medienkunst, die durch die Verflechtung von Technik und Kunst entsteht, liegt im Fokus der Veranstaltung. Das Ziel von ?Synoptic? lag insbesondere in der experimentellen, innovativen Werkstattarbeit, die durch eine bewusste Interdisziplinarität verschiedene Kunst- und Wissenschaftbereiche zusammenbrachte. Im Workshop reagierten die beteiligten Künstler auf das Verhältnis zwischen Werk, Künstler und Publikum. Sie gingen der Frage nach, wie man das Individuum oder das Publikum in die Intimsphäre des Werkes und des Künstlers einbeziehen kann, so dass diese ?Heilige Dreifaltigkeit? eine harmonische Einheit bildet und der Zuschauer ebenso zum Beweger und Darsteller des Vorgangs wird.

Projektleiterin: Hajnal Szolga

Das Projekt ?Synoptic" ist Gewinner des Wettbewerbs nachbarschaft.moe 2009, ein Programm der Schering Stiftung und des MitOst e.V.. Mit dem Wettbewerb werden Kulturprojekte unterstützt, die die nachhaltigen Beziehungen zwischen Nachbarländern oder in Grenzregionen Ost-, Mittel- und Südosteuropas fördern.

15.10. | 19.00 | Eröffnung im Rahmen des MitOst-Projektehauses, Festivalzentrale


Ein interkultureller Garten zum Mitwachsen und Mitbauen

Postkarten erzählen vom "Interkulturellen Garten", der im Sommer 2009 im Rahmen eines Workshops auf dem Areal des Alten Pfarrhauses in Apold in Rumänien entstand. Das Alte Pfarrhaus wird seit Frühjahr 2006 als Gästehaus und offene Plattform für soziokulturelle und ökologische Initiativen genutzt. Dreizehn Teilnehmer im Alter von 6 bis 57 Jahren aus sechs Ländern errichteten im Rahmen eines von MitOst geförderten Projekts innerhalb einer Woche gemeinschaftlichen Bauens und Gartenkünstlerns einen Labyrinthgarten, dessen Wände aus geflochtenen Weiden- und Haselnussruten bestehen. Die Struktur soll den Gästen des Alten Pfarrhauses fortan als Sommerduschgarten und Erholungsraum dienen. U.A. wurde ein Solarkollektor gebaut, um warmes Wasser zu erzeugen. Auf kreative Weise veranschaulicht der ?Interkulturelle Garten?, wie das Element Wasser sparsam und effizient verwendet werden kann.

Projektleiterinnen: Marlen Hößelbarth, Leonie Rhode

15.10. | 19.00 | Eröffnung im Rahmen des MitOst-Projektehauses, Festivalzentrale


Altai: alles andere als homogen

Altai: alles andere als homogen ist eine Fotoausstellung, die als Folge von Fotoseminaren im August 2009 in Gorno-Altaisk entstand. Im ersten Teil der Ausstellung zeigen russische, altaische, kasachische und deutsche junge Fotografen, wie im Altai das multikulturelle Zusammenleben der verschiedenen Volksgruppen heute verläuft. Der zweite Teil  präsentiert die moderne Hauptstadt der Republik Altai - Gorno-Altaisk.

Projektleiterin: Oxana Zenner

15.10. | 19.00 | Eröffnung im Rahmen des MitOst-Projektehauses, Festivalzentrale


Glücksgrüße von Zuhause

Das im Rahmen eines Kleinstprojekts von MitOst geförderte Schulprojekt ?Glücksgrüße von Zuhause? zeigt Postkarten, die sich Schüler einer deutschen und einer tschechischen Klasse gegenseitig zusandten, um dem bis dahin noch unbekannten Brieffreund einen Einblick in das eigene Zuhause zu geben. Gebastelt, gezeichnet und beschrieben wurden ganz persönliche Lieblingsorte, die zum Teil intime und ?postkartenkleine? Details einer fremden Stadt und ihrer jungen Bewohner preisgeben. Neben der Präsentation der Postkarten und Fotodokumentation gibt es eine ?Bauchladen- Kontaktbörse?, die zur Wiederholung des Projekts in anderen Klassen und Ländern einlädt.

Projektleiterin: Katharina Molitor

15.10. | 19.00 | Eröffnung im Rahmen des MitOst-Projektehauses, Festivalzentrale


Mobiles Kino ? die Ausstellung

Die im Rahmen eines MitOst-Projekts  geförderte ?KinoTour Polska ? Deutschland 2009? und Kinomobilny und sind ähnliche Projekte, die im Sommer und Herbst zwar unabhängig voneinander liefen, aber gleiche Ziele und Länder im Fokus hatten. Sowohl im ländlich geprägten Grenzgebiet mit Open-Air-Vorführungen als auch in Clubs und Cafés der Großstädte gab das deutsch-polnische Filmprogramm auf unterhaltsame Weise Einblick in Alltag und Leben des Nachbarlandes und stärkte den Dialog zwischen beiden Ländern. Die Fotoausstellung präsentiert ansatzweise Etappen und Eindrücke der beiden Touren.

Projektleiterin: Nataliya Levytska (Ahoj Nachbarn)

15.10. | 19.00 | Eröffnung im Rahmen des MitOst-Projektehauses, Festivalzentrale


Unwanted Heritage / Moderne Heimat Leipzig
Ansichten der architektonischen Moderne in Gdańsk, Sopot und Leipzig

2005 wurde im Rahmen des Büro Kopernikus eine Kooperation der Ausstellungen "Unwanted Heritage" und dem Projekt "Heimat_Moderne" vermittelt. Beide Projekte erforschten und dokumentierten die Geschichte der modernistischen Architektur in Danzig und Leipzig in Text und Bild und analysierten den heutigen Zustand der Gebäude. Sie gingen der Frage nach: Warum fühlen sich die Bewohner einer Stadt in ihr heimisch? Wie kommt es, dass sie sich mit einer baugeschichtlichen Periode eher identifizieren als mit einer anderen? Die Ausstellung in Danzig zeigte einen kleinen Ausschnitt des Leipziger Projektes. Im Gegenzug enthielt die Ausstellung über den Augustusplatz in Leipzig Querverweise auf Danzig. Daneben fand ein Expertenaustausch statt, an dem sich Städteplaner, Kunsthistoriker und Architekten beider Städte beteiligten. In der Festivalzentrale werden wir Elemente beider Ausstellungen präsentieren.

http://www.buero-kopernikus.org/de/project/2/15

Mit Dank an das Büro Kopernikus!

Permanente Installation | Festivalzentrale


Filme


FilmTour Polska ? Deutschland 2009. 15 Kurzfilme in 10 Tagen auf dem Weg zum grenzenlosen Dialog

Zehn Tage unterwegs, sieben Tage aktives Kulturprogramm: Fünf deutsche und fünf polnische Teilnehmer initiierten und moderierten im Rahmen eines MitOst-Projekts sieben Treffen deutscher, polnischer und deutsch-polnischer Vereine, im Gepäck hatten sie Kurzfilme von Regisseuren beider Länder. Zu einem bestimmten Thema wurden jeweils zwei bis drei Programme zusammengestellt, die etwa 70 Minuten dauern ? 70 Minuten filmischer Neuentdeckungen, unerwarteter Bilder, Ideen und Perspektiven. Ziel des Projekts ist es, einen offenen und kritischen Meinungsaustausch anzustoßen und den Dialog zwischen beiden Ländern zu stärken. Filme und Diskussionen sollen dazu beitragen, unseren Nachbarn aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Am 14. Oktober macht das mobile Kino mit einem Kurzfilmabend auf dem Festival Station.

14.10. | 21.30 | Festivalzentrale, Kino Helikon


Volker Koepp: Söhne.
Filmvorführung mit anschließendem Zeitzeugengespräch

D 2007, 111 Minuten, Farbe

Die Söhne Klaus, Wolf, Friedrich und Rainer werden zwischen 1938 und 1944 im westpreußischen Flecken Celbau in der Nähe der Ostsee geboren. Der Vater, Heiner Paetzold, wird am Ende des Krieges als vermisst gelten. Elisabeth Paetzold, die Mutter der Söhne, ist 1998 gestorben. 1945 flieht sie mit den beiden ältesten, Klaus und Wolf, vor der Roten Armee Richtung Westen. Die bei den Großeltern zurückgelassenen jüngsten Kinder versucht sie nach Kriegsende nachzuholen: die gefahrvolle Reise ins besetzte Westpreußen und die dramatische Suche nach ihren inzwischen vermissten Söhnen wird zwei Jahre dauern. 1947 kehrt Elisabeth Paetzold mit dem wiedergefundenen Rainer nach Deutschland zurück.

Der zweitjüngste Sohn Friedrich wird erst 1955 (da ist er 13 Jahre alt) mit dem polnischem Namen Stanislaw Loskiewicz bei einer Pflegemutter in Warschau entdeckt. Für ihn, sagt er heute, sei es damals eine ?Katastrophe? gewesen, ausgerechnet ein Deutscher sein zu sollen. Er lebt bis heute in Polen. Und dann, Ende der fünfziger Jahre gibt es die Nachricht, dass die Mutter 1947 einen ?falschen? Sohn aus Polen mitbrachte. Der leibliche Rainer taucht bei einer Pflegefamilie in Danzig auf. Als Erwachsener übersiedelt er 1977 in die Bundesrepublik Deutschland. Nun gibt es zwei namensgleiche Brüder mit identischem Geburtstag...

Ein Film über die Lebensgeschichten von fünf Söhnen und eine Mutter, die in Gesprächen und Erinnerungen und in den von ihr niedergeschriebenen Erlebnissen auch in der Gegenwart anwesend sein wird. Eine Entdeckungsreise zu den deutschen und polnischen Familien und den westpreußischen Erinnerungsorten Celbau und Danzig.

Ein Film im Spannungsfeld der Erfahrungen einer ?vergessenen Generation?: der Kriegskinder. Vor allem aber ein Film über deutsch-polnische Geschichte, der nationalistische Ressentiments ad absurdum führt.

Jerzy (Joachim) Paetzold steht im Anschluss an die Filmvorführung für ein Gespräch zur Verfügung, berichtet von seinen Erfahrungen und beantwortet Fragen.

Moderation: Monika Nikzentaitis-Stobbe, freie Trainerin und Projektmanagerin

Gefördert im Rahmen des Grenzgänger-Programms der Robert Bosch Stiftung.

16.10. | 19.00 | Festivalzentrale, Kinosaal 1. Etage


Mitgliederfilmabend

Auch in diesem Jahr gibt es wieder einen Filmabend, der dem Selbstgedrehtem der Mitglieder gewidmet ist. Wir zeigen Filme, die in den MitOst-Projekten des Jahres 2009 entstanden sind ? und vielleicht kommt noch der eine oder andere Kurzfilm hinzu. Lasst euch überraschen!

Im Rahmen dieses Filmabends läuft u.a:

Drei junge Staaten, drei junge Frauen

Von Norden nach Süden ? was prägt das Leben junger Frauen in Estland, der Ukraine und Armenien? Schon bald nach der Perestrojka wurden regionale Unterschiede in den noch jungen Staaten sichtbar. Drei junge Frauen geben Einblick in ihren Alltag, ihre Sorgen und Freuden, ihre gesellschaftliche Position. Welche Gemeinsamkeiten und Besonderheiten in Mentalität, Welteinstellung und Alltag haben diese drei Frauen? Im MitOst-Projekt ?Drei junge Staaten, drei junge Frauen? entstand ein 25minütiger Film, in dem drei Frauen aus Tallinn, Kiew und Erewan ihren gewöhnlichen Alltag beschreiben. Die Kamera begleitet sie und hält Eindrücke nicht nur von ihrem persönlichen Leben, sondern auch von ihrer gesellschaftlichen Umgebung und ihrem Land fest.

Projektleiterin: Aleksandra Gurkova

Das Projekt ?Drei junge Staaten, drei junge Frauen" ist Gewinner des Wettbewerbs nachbarschaft.moe 2009, ein Programm der Schering Stiftung und des MitOst e.V.. Mit dem Wettbewerb werden Kulturprojekte unterstützt, die die nachhaltigen Beziehungen zwischen Nachbarländern oder in Grenzregionen Ost-, Mittel- und Südosteuropas fördern

17.10. | 20.30 | Festivalzentrale, Kino Helikon

Zur Übersicht

Stadtführungen

Rundgang durch das historische Zentrum

Man kann nicht in Danzig gewesen sein, ohne die größte Backsteinkirche der Welt, die Marienkirche, den königlichen Weg, die Langgasse mit dem repräsentativen Goldenen Tor, die vielen prächtig dekorierten Bürgerhäuser der Danziger Patrizier, den größten mittelalterlichen Hafenkran Europas und zugleich das Wahrzeichen der Stadt an der Mottlau, das manieristische Zeughaus, den Neptunbrunnen und viele andere interessante Sehenswürdigkeiten der alten Hansestadt gesehen zu haben. Dies und mehr erfahrt ihr während des etwa zweistündigen Spaziergangs durch die historische Rechtstadt.

Führung: Małgorzata Milewska 

16.10.| 8.30 | Treffpunkt: vor der Festivalzentrale


Hier hat es begonnen ?

Während dieser Führung begeben wir uns auf die Spuren der Freien und Unabhängigen Gewerkschaft Solidarność. Auf dem Solidarność-Platz, in dessen Nähe die ersten drei Werftarbeiter im Dezember 1970 erschossen wurden, steht jetzt ein Denkmal mit drei Kreuzen und drei Ankern. In der dahinter liegenden Werft wurde infolge der Streiks im August 1980 die Solidarność ins Leben gerufen, dank welcher einige Jahre später die Wende der gesellschaftlich-politischen Verhältnisse in Mittel- und Osteuropa zustande kam. Vor dem Denkmal werdet ihr hinter die Kulissen der Solidarność-Geschichte blicken. Anschließend besucht ihr gegen einen geringen Eintrittpreis das Museum mit seiner eindrucksvollen Ausstellung über den Weg zur Freiheit. Bei einem abschließenden Spaziergang auf den Hagelsberg könnt ihr das wunderschöne Panorama der Stadt bewundern. Dauer: ca. 2 Stunden. Museumseintritt: 3 zl.

Führung: Marcin Urban

16.10.| 12.00 | Treffpunkt: beim Solidarność Denkmal (in der Nähe des Hotels Gryf)


Schifffahrt durch den Hafen und zur Westerplatte

Auf einer 1,5 Stunden dauernden Rundfahrt mit dem Schiff der Weißen Flotte bewundern wir zuerst die alten Hafeneinrichtungen wie den Hafenkran an der Mottlau und einige restaurierte Getreidespeicher, dann die heutigen Werft- und Hafenanlagen und anschließend die einmalige Seefestung Weichselmünde. Zum Schluss gelangen wir zur Westerplatte, auf der im Morgengrauen des 1. September 1939 mit den Schüssen des Panzerkreuzers Schleswig-Holstein der Zweite Weltkrieg begann und wo sich anlässlich des 70. Jahrestags kürzlich 20 Staatsfrauen und -männer aus vielen Ländern Europas, darunter Angela Merkel und Wladimir Putin, trafen. Dauer insgesamt ca. 2 Stunden. Preis für die Schifffahrt: 18 zl.

Führung: Cezary Ponczek, Schifffstour selbst ist öffentliches touristisches Angebot der Stadt

16.10.| 13.30 | Treffpunkt: vor der Festivalzentrale

Zur Übersicht

Konzerte und Partys

Konzert glennSKii

Break-Beat, Nu-Jazz, Funk, Acid-Jazz, Drum'n'Bass, Big-Beat, Left-Field. Anything Funky...

15.10.| ca. 21.00 | Festivalzentrale


Party

DJ Dmitry, Lukas, Kiri Fankina

15.10.| ca. 22.30 | Festivalzentrale


Konzert JAROSLAW

Die Band JAROSLAW heißt JAROSLAW, weil der Gitarrist von JAROSLAW, Jaroslaw, Jaroslaw heißt. Oder: JAROSLAW heißt JAROSLAW, weil Jaroslaw Jaroslaw heißt... JAROSLAW wurde 1994 in Bielefeld (D) gegründet; JAROSLAW sind nach größeren und kleineren Pausen und Umbesetzungen nunmehr seit 2003: Rafael (Gesang), Jaroslaw (Gitarre), Tom (Gitarre), Oliver (Bass), Cayan (Schlagzeug). JAROSLAW produzieren Indie-Pop-Rock nach dem Motto:

"...if i can't dance, it's not my revolution..." Etwas Britpop und vor allem Polpop.

JAROSLAW bereiten sich für ein ganz besonders Konzert am 16. Oktober vor, denn der Auftrittsort, Danzig, ist zugleich die Gerburtsstadt der beiden Bandmitglieder und Brüder Rafael und Jaroslaw Siwinski, die im Jahr 1987 im Alter von 14 bzw. 16 Jahren nach Deutschland ausgewandert sind.

Alle Songs der bisher veröffentlichten Alben unter dem eigenen Indie-Label "audioslaw": "Universal Party Lover" (2004) und "metropolen" (2006) findet ihr auch online auf www.jaroslaw.co.uk.

16.10.| 21.00 | Irish Pub, ul. Korzenna 33-35 (Zugang über die Treppe in den Keller links neben dem Altstädtischen Rathaus)


Party

DJ Tobic

16.10.| ca. 22.30 | Irish Pub, ul. Korzenna 33-35 (Zugang über die Treppe in den Keller links neben dem Altstädtischen Rathaus)


Abschlussparty für alle. Motto: Ü30 ? wir gedenken der Jugend der VereinsgründerInnen

DJ Jugendsünde
DJ YoungDaddy

Es wird geladen zu einer Reise in eine peinlich-coole Zeit. Für Menschen über 30 werden Jugendträume nochmals Wirklichkeit. Von rosarotem Dauerwellen-Stirnbandsound über feuchten Balkanbeat bis zu rauem Russensoul. Zurück zur Jugendsünde, als die Politik noch Grenzen schaffte und die Musik schon längst alles niedergerungen hatte. Musik für Menschen die beim Feiern schwitzen wollen. Stirn- und Pulsbänder können gerne eingesetzt werden. In den Pausen wird statt altem Koks zur Entspannung der gute alte Kubikwürfel gereicht.

17.10.| ca. 21.00 | Festivalzentrale


Zur Übersicht

Sonstiges

KulturKONSUM

KulturKONSUM lädt euch herzlich zu einer Kulturaustauschrunde auf dem Festival herzlich. Bringt eure kulturellen Lieblingserzeugnisse mit: Filme, Musik, Bücher? Jeder stellt sein Mitbringsel vor, wir diskutieren über das von euch Gelesene, Gehörte, Gesehene und tauschen unsere Schätze.

14.10.| 20.00 | Festivalzentrale, 2. Etage


Freiheit der Kultur, Kultur der Freiheit
Gdańsk 2016 stellt sich vor

Unter dem Motto ?Freiheit der Kultur, Kultur der Freiheit? wird sich die Metropole Danzig um den Titel ?Europäische Kulturhauptstadt 2016? bewerben. Die Entscheidung für die Bewerbung wurde gemeinsam von Vertretern des künstlerischen Umfelds und der Behörden der Metropole getroffen, u.a. aufgrund des Bewusstseins um die außergewöhnliche Rolle Danzigs und die geschichtliche Bedeutung der Stadt für den gesamten europäischen Kontinent. Im Rahmen der Präsentation werden die Bemühungen der Metropole Danzig um die Zuerkennung des Titels aufgezeigt, insbesondere die Vorhaben, die Idee des Programms sowie auch die bereits realisierten Maßnahmen.

14.10.| 20.00 | Festivalzentrale, 2. Etage

Zur Übersicht