4. Internationales MitOst-Festival in Temeswar

13. bis 18. September 2006

Dokumentation / Berichte

Br�cke
Burgmauer
Porumbei

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Timisoara. Temesvár. Temisvar. Temeswar.

Es ist sonnig heute und warm. Maria in ihrem Schrein hat es da schon besser: schattig und kühl steht sie neben dem früheren Wohnhaus des ungarischen Pastors László Tőkés, neben jenem, vor dem im Dezember 1989 die rumänische Revolution begann. Von hier aus zogen Bürger, die den regimekritischen Pfarrer vor der erzwungenen Versetzung durch die Geheimpolizei schützen wollten, zur rumänisch-orthodoxen Kathedrale. Dort findet man heute noch Denkmäler in Kreuzform, welche an die Geschehnisse jener Tage erinnern: Timis,oara.

Mittlerweile präsentiert sich der Siegesplatz, der die Kathedrale mit der Oper verbindet, von seiner bunten, lebhaften Seite. Cafés, Bars und Terrassen reihen sich aneinander. Neben rumänischen kann man nicht selten auch ungarische Vokabeln aufschnappen. Bei genauerem Hinsehen und -hören nimmt man durchaus mehr wahr: ein ungarischer Buchladen mitten in der Stadt, Sütemények in der Bäckerei, Großstadtgeflüster auf ungarisch: Temesvár.

Durch die noch aus Zeiten der österreich-ungarischen Doppelmonarchie stammenden Jugendstil-Gassen, entlang der größten Synagoge der Stadt, gelangt man, vorbei an der serbisch-orthodoxen Kathedrale, auf den barocken Domplatz: Temisvar.

Dominiert wird der Platz vom katholischen Dom, dem Sitz des deutschstämmigen Bischofs der hiesigen Diözese. Etwas am Rande, aber doch präsent, findet sich das Nikolaus Lenau-Lyzeum, wo es nicht nur möglich ist das Abitur in deutscher Sprache, sondern dieses auch nach deutschem Lehrplan abzulegen: Temeswar.

Aber der Domplatz hat nicht nur Historisches zu bieten: Gesäumt von Restaurants und Cafés kann man den Abend nicht nur hier, sondern auch in einem der zahlreichen Klubs verbringen, die sich in den Seitengassen verstecken. Temeswar ist eine junge Stadt, sieben Universitäten locken junge Leute aus dem ganze Land hierher. Die Nacht wird zum Tag, die Bühne auf dem Platz zum Anziehungspunkt auch für MitOst. Hier und in der ganzen Stadt wird sich das Festival präsentieren können: auf Bühnen, an Ständen und in Hörsälen warten Workshops und Diskussionen, ebenso wie ein breites Kulturprogramm auf die Festivalteilnehmer.