Warschau

Die eher unbekannte Sehenswürdigkeit?

Das Stadtviertel Praga und seine Kunst- und Kulturszene: Zum Beispiel Fabryka Trzciny (Schilffabrik) (ul. Otwocka 14) oder Sen pszczoły (Traum einer Biene) (Inżynierska 3).

Die orthodoxe Kirche in Praga (Aleja Solidarności 52) ist ein Überbleibsel des russischen Einflusses und ein Zeichen der Zugehörigkeit Warschaus zum russischen Reich seit Ende des 18. Jahrhunderts bis 1918. Gebaut in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts; ein Symbol der russischen Dominanz in der Stadt und der Russifizierung.

Das Denkmal 4 śpiących (4 Schlafende), eigentlich "Denkmal der Waffenbrüderschaft", aufgestellt 1945 ebenfalls in Praga (Plac Wileński). Es gab große Diskussionen darum, ob es abgeschafft werden soll oder nicht. Das Denkmal symbolisiert die polnisch-sowjetische Freundschaft. Sehenswert – solange es noch steht.

Die bekannte Sehenswürdigkeit?

Das Centrum Nauki Kopernik (Wissenschaftszentrum) (Wybrzeże Kościuszkowskie 20). Man kann dort viel Spaß mit den verschiedenen Geräten, Experimenten und Spielen im Bereich Physik, Technik und IT haben.

Die multimediale Brunnen-Show mit Licht und Musik jeden Samstag Abend zwischen der Weichsel, Altstadt und Königsschloss.

Wie kommt man am besten durch die Stadt?

Mit dem Fahrrad – wegen der Staus. Alternativ mit Tram und U-Bahn. Eher nicht mit Bussen.

Kulinarisches?

Bestes polnisches Essen für Studenten und Gäste bieten die Milch-Bars / Bar Mleczny: Zum Beispiel die Bar Familijny (Nowy Świat 39) oder die Bar Pod Barbakanem (Mostowa 27/29), am Ausgang der Altstadt Richtung Nowy Rynek (Neumarkt). Man kann dort billig und gut essen, wie etwa "Pierogi / Naleśniki ruskie" – das sind gebackene Teigtaschen/Pfannkuchen mit salziger Kartoffelfüllung, "Barszcz ukraiński" (Rote-Bete-Suppe) oder "Schabowy" – paniertes Schweinekotlett.

FitFood (Świętokrzyska 30): gutes polnisches Essen, große Portionen und preiswert!

Zapiecek (Świętojańska 13): die größte Auswahl an Teigtaschen und Pfannkuchen in Warszawa – unbedingt ausprobieren!

Biały Domek (św. Andrzeja Boboli 11): polnische Küche in einem historischen Häuschen, tolle Atmosphäre, etwas teurer.

Bistro Babooshka: russische Küche (ul. Oboźna 9).

Red Sun: bestes Sushi in Warschau und nicht allzu teuer (ul. Puławska 17, 1. Stock im Gebäude Europlex).

Abends weggehen?

Klub Harenda (ul. Krakowskie Przedmieście 4/6, im Hof): Blues, Rock, Kabarett – jeden Abend etwas anderes – mit tollen Gästen!

Filharmonia Narodowa / Philharmonie (ul. Jasna 5): tolle Konzerte, sehr zentral und günstig (6 bis 60 Euro).

Teatr Żydowski / Jüdisches Theater (Plac Grzybowski 12): Traditionelles Repertoire - einmal sollte man aber dort gewesen sein!

Theater Laboratorium Dramatu (ul. Olesińska 21) in Mokotów mit berührenden Theaterstücken, die man oft auch ohne große Sprachkenntnisse verstehen kann.

Nowy Wspaniały Świat / Neue Wundervolle Welt: Kulturzentrum der Linken im Zentrum der Stadt, zwischen den Straßen "Nowy Świat" und "Świętokrzyska". Konferenzen, Diskussionen, ab 22 Uhr aber auch Disco.

Stodoła (ul. Batorego 10): Studentenclub, Disco und Konzerthalle. Nicht sehr zentral, aber lohnenswerte Rockkonzerte.

Kamieniołomy (ul. Ossolińskich 3, eine Seitenstraße von "Krakowskie Przedmieście"): nette kleine Disco im Stadtzentrum.

Przekąski, Zakąski: tolle Kneipe, immer voll, man muss im Stehen trinken und essen. Im Zentrum, neben Kamieniołomy.

Schönes Café?

Literatka (ul. Krakowskie Przedmieście 87/89): etwas teurer, aber sehr schön! Vielleicht ein wenig zu prachtvoll.

Skwer Hoovera: Nettes Café an der Krakowskie Przedmieście-Straße 60 A (neben dem Mickiewicz-Denkmal): Hier findet man Ruhe im Zentrum der Stadt und kann tollen Kuchen essen. Preislich – na ja...

In der Straße Chmielna gibt es sehr viele schöne Kaffeehäuser, wo man Leute treffen, aber auch in Ruhe ein Buch lesen kann. Mein Lieblingscafé ist ein kubanisches, das CUBA CAFE (ul. Chmielna 11).

Czuły Barbarzyńca / Liebevoller Barbar (ul. Dobra 31, Ecke ul. Zajęcza) in der Nähe vom Wissenschaftszentrum Kopernik.

Kunst- und Kulturgenuss?

Muzeum Narodowe / Nationalmuseum (ul. Aleje Jerozolimskie 3): Sowohl die ständige als auch die wechselnden Ausstellungen sind sehenswert für Bilderliebhaber.

Centrum Sztuki Współczesnej / Galerie für zeitgenössische Kunst (ul. Jazdów 2): Die ständige Ausstellung mit dem Motto "Gegenstände wecken Gefühle" ist eine große Mischung von allem. Auch die temporären Ausstellungen sind meist sehr interessant.

Muzeum Powstania Warszawskiego / Museum des Warschauer Aufstands (Grzybowska 79): Lohnt sich, um die Geschichte der Stadt besser zu verstehen. Das zur Zeit modernste Museum in Polen!

Die beste allgemeine Buchhandlung ist meiner Meinung nach der Traffic Club (Bracka 25). Sehr zentral gelegen.

Buchhandlung und Café des Reportageinstituts Wrzenie Świata (ul. Gałczyńskiego 7). Viele interessante Reportagen und andere aktuelle Bücher in vielen Sprachen. 

Królikarnia (ul. Puławska 113a) ist ein ist ein kleiner, aber feiner Park mit einem kleinen Palast, in dem sich heutzutage eine Skulpturenausstellung befindet. Im Park selbst gibt es auch des öfteren Kunstausstellungen.

Stadtgrün?

Park Pola Mokotowskie mit seinen Biergärten (U-Bahn-Station "Pole Mokotowskie").

Królikarnia: kleiner feiner Park (mit Kunstausstellungen s. o. Rubrik 'Kunst- und Kulturgenuss').

Łazienki (ul. Agrykoli 1): Neben dem Chopin-Denkmal gibt es Sonntags um 12 Uhr klassische Life-Musik. Sehr schöner Park mit einem Schloß auf einer Insel.

Eventuell Wilanów: Schönes Schloss mit Park, gehörte dem König Sobieski und seiner Frau Marysieńka, die ein Liebesideal darstellten. 10 km entfernt vom Stadtzentrum, erreichbar z. B. mit den Bussen 116, 117, 130.

Drumrum?

Podkowa Leśna – ein Vorort von Warschau mit schönen Villen und viel Natur (erreichbar mit der Stadtbahn "WKD").

Schöne Dinge zum Mitbringen?

Tolle Geschichtsalben kann man im Haus der Begegnung mit der Geschichte (Karowa 20) erstehen.

Hübsche Mitbringsel sind zum Beispiel: kleine Folkloretaschen, Weihnachtseier oder auch traditionell gewebte Tischdecken mit verschiedenen regionalen Mustern oder ein Storch aus Porzellan – Symbol für die schöne polnische Natur, v. a. für viele Deutsche, die früher in Polen gelebt haben. All diese Dinge kann man in Cepelia an der Kreuzung Nowogrodzka / Marszałkowska oder in Chmielna, kaufen.

Das Einkaufszentrum Złote Tarasy liegt zentral neben dem Hauptbahnhof und ist gut geeignet für Leute mit wenig Zeit. Hier kann man zum Beispiel "Krówki", leckere Toffee-Bonbons mit Kuhbildern auf dem Bonbonpapier, oder auch "Żubrówka", Vodka mit einem Grashalm, erwerben.

Wann?

Das ganze Jahr über ist in der Stadt viel los. Um sich am besten zu erholen, empfehle ich entweder den Frühling oder den Sommer (wenn es nicht zu heiß ist).

Was empfiehlst du zur Reisevorbeireitung (Lektüre, Filme)?

Als Historikerin empfehle ich den Film über Irena Sendlerowa: "Dzieci Ireny Sendlerowej" ("Die Mutter der Holocaust-Kinder: Irena Sendler und die geretteten Kinder aus dem Warschauer Ghetto").

In der Stadt agieren viele NGOs. Man könnte z. B. etwas über Janina Ochojska, Gründerin der "Polnischen Humanitären Aktion" lesen. Man könnte diese Organisation auch besuchen, wenn man in Warschau ist (ul. Szpitalna 5/3).

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Info

Agnieszka Kudełka ist über die Teilnahme am Theodor-Heuss-Kolleg 2005/06 zu MitOst gekommen. Zurzeit promoviert sie und lebt seit 2010 in Warschau.