Stadtgesichter

Pécs

Die eher unbekannte Sehenswürdigkeit

1.  Uranstadt (Uránváros)

Einer meiner Lieblingsstadteile ist die Wohnsiedlung Uranstadt. Sir wurde in den 50er Jahren errichtet und diente als Vorbild für "Neues sozialistisches Wohnen". Die vier-, sieben- oder zehnstöckigen Hochhäuser sind von groβen Grünanlagen umgeben. Die umgebenen Straβen und Parks sind reichlich mit Skulpturen und Brunnen der Epoche ausgestattet. Sogar die Eingänge der Häuser hat man mit phantasievollen Reliefs ausgeschmückt. In dem Stadtteil befindet sich auch das alternative "Dritte Theater", die Schlittschuhbahn, der Märchenspielplatz "Szilárd Leó Park" und ein 25-stöckiges Haus, das einst das gröβte Wohnhaus Mitteleuropas und damit Symbol des "wirtschaftlichen Aufschwungs" des Sozialismus war – heute ist es, infolge seines lebensbedrohlichen Zustands, als das höchste unbewohnte Gebäude ins Guiness-Buch der Rekorde gekommen. Für Urbanistikliebhaber ein Erlebnis!

2. Zoo und Vergnügungspark

Wenn man sich gerne in seine Kindheit versetzt oder mit Kindern unterwegs ist bietet das Mecsek-Gebirge zwei versteckte Unterhaltungsmöglichkeiten. Unter dem Laub eines groβen Föhren- und Buchenwaldes befindet sich der beschauliche Zoo, der trotz seiner Überschaubarkeit viele verschiedene Tiere beherbergt. Eine nostalgische Kleinbahn fährt vom Zoo aus zu einem kleinen Vergnügungspark im Wald, der zwar keine großen Attraktionen, so doch viele bekannte Spiele aus unserer Kindheit und eine nette Atmosphäre besitzt.

3. Moschee

Das Symbol von Pécs ist die ehemalige Moschee auf dem Hauptplatz, die heute als katholische Kirche benutzt wird. Es gibt eine zweite Moschee mit Minarett, auβerhalb der alten Stadtmauer, die als Gebetsort für die kleine muslimische Gemeinde von Pécs dient und ein interessantes historisches Museum über das Leben in Pécs unter türkischer Herrschaft beherbergt. (Rákóczi Ferenc Str. 2.)

4. Kulturzentren der Minderheiten

Pécs ist eine multikulturelle Stadt mit neun Minderheiten-Selbstverwaltungen.

5. Skulpturen, Brunnen

In der Stadt Pécs befinden sich viele Brunnen und Skulpturen.

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Die bekannte Sehenswürdigkeit

1. Frühchristliche Grabkammern

Der römische, unterirdische Friedhof aus dem 4. Jahrhundert gehört wegen seiner einzigartigen Wandgemälde zum UNESCO-Weltkulturerbe.

2. Kathedrale

Die romanische Kirche stammt aus dem 11. Jahrhundert und ist einer der ältesten Ungarns. Das Kirchengebäude wurde im 19. Jahrhundert umgebaut, die originalen Skulpturen sind jetzt im Dommuseum zu sehen. Highlights der Kirche sind die beiden reliefreichen Treppen, die zur Unterkirche führen.

3. Moschee

Die Moschee (oder wie die Einheimischen sie nennen, Dschami) am Hauptplatz ist zum Symbol der Stadt geworden. Nicht nur wegen ihrer außergewöhnlichen Architektur und ihrer malerischen Gestalt im Zentrum der Stadt, sondern auch durch die mehrfachen Umwandlungen und Umbauten ist sie ein Wahrzeichen der Geschichte von Pécs.

4. Museenstraβe

Pécs war schon immer ein kulturelles Zentrum in Ungarn. Von den zahlreichen Museen der Stadt konzentrieren sich die interessantesten in der sogenannten Museumsstraβe (Káptalan str.). Für Kunstliebhaber würde ich die Museen Vasarely und Csontváry empfehlen, die zwei kleine Ausstellungen von den bekanntesten ungarischen Malern beherbergen sowie das Zsolnay-Museum

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Wie man am besten durch die Stadt kommt

Da die Autos von der gesamten Innenstadt ausgeschlossen sind, ist es am besten zu Fuβ durch die Innenstadt zu gehen – die Distanzen sind nicht sehr groβ und man kann so viel besser die Stadt erkunden.

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Kulinarisches

1. Donauschwäbisches: Tettye Restaurant (Tettye Platz 4.)

2. Mittelalterliches: Cellárium (Hunyadi str. 2.)

3. Elegantes: Aranykacsa Restaurant (Teréz str. 4.)

4. Ungarisches (mit Weinprobe): Bagolyvár étterem (Felsőhavi dűlő 6/1.)

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Abends weggehen

Tipp: Kulturkneipen sind die sogenannten Ruinen-Bars, die in versteckten Innenhöfen überall im Zentrum zu finden sind

1. Tititá (Líceum Str. 4.)

2. Cooltour Café (Király Str. 26.)

3. Kantabár (Irgalmasok Str. 6.)

4. Zum Tanzen: Traffik (Perczel Str. 22.)

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Schönes Café

1. Das beste Eis gibt es in: Mecsek Konditorei (Széchenyi Platz)

2. und in der: Capri Konditorei (Citrom Str. 7.)

3. Um sich während oder nach einem Spaziergang ausruhen: Kulturgarten (Szent István Platz 17) - im Sommer gibt es hier auch eine Freiluft-Bibliothek.

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Kunst- und Kulturgenuss

1. Zsolnay-Viertel

Das einstige Fabrikgelände wurde im Jahr 2010, dem Jahr der "Europäischen Kulturhauptstadt", zu einem Kulturviertel umgewandelt.

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Stadtgrün

1. Mecsek

Die Stadt Mecsek ist nördlich von dem wunderschönen gleichnamigen Mecsek-Gebirge umgeben. Zahlreiche Wanderwege, Lehrpfade, Aussichtstürme und Spielwiesen sind hier zu finden. Um sich einen guten Überblick zu verschaffen, sollte man auf den Fernsehturm steigen, wo auf 600 Meter Höhe ein Café die Aussicht auf die ganze Umgebung bietet.

2. Tettye

Dieser Stadtteil liegt zu Füßen des Mecsek-Gebirges und ist einer der Lieblingserholungsorte der Einheimischen. Im botanischen Garten kann man zwischen modernen Skulpturen von Künstlern der Pécser Kunstakademie die typischen örtlichen Pflanzen finden. Der Ort Tettye ist mit einem Riesenspielplatz und einer Klosterruine bekannt für seine Stadtfeste, die dort gefeiert werden. In der Nähe befindet sich der Havi-Berg mit einer schönen barocken Kapelle und Panoramaterrassen, die eine tolle Aussicht auf die kleinen, kurvenreichen Gassen des ehemaligen Bosniakenviertels Tettye geben.

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Drumrum

1. Orfű

Orfű ist mit seinen Badeseen, einem Schwimmbad mit Rutschen, ein toller Entspannungsort für Familien und Freunde - als Snack gibt es Langosch zu kaufen. Gelegen am nördlichen Mecsek, in wunderschöne Landschaft befinden sich die Seen, wo man auch gut angeln kann.

2. Abaliget

Nahe Orfű liegt der Ort Abaliget, bestens geeignet für romantische Seelen. Man kann sich am See Boote mieten und an heißen Tagen sich in eine kühle Tropfsteinhöhle zurückziehen.

3. Villány

Der bekannteste Weingebiet Ungarns liegt etwa eine halbe Stunde entfernt von Pécs. Das wunderschöne donauschwäbische Dorf besteht hauptsächlich aus Weinkellern, in denen man köstliche Weinproben bestellen kann. Die Landschaft eignet sich sehr für Fahrradtouren, während denen man am Abend in einem der Weinkeller bei fetter Schweinekeule und gutem Wein seine Energien wieder aufladen kann

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Das Touri-Ding

Am besten kommt man mit dem Zug von Budapest nach Pécs. Die Fahrt dauert etwa drei Stunden. Für Autofahrer gibt es mittlerweile auch eine Autobahn von Budapest nach Pécs.

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Wann

Eine Reise nach Pécs lohnt sich zu allen Jahreszeiten Pécs. Am schönsten zeigt sich die Stadt vom Spätfrühling bis zum Frühherbst, also von Mai bis Oktober, wenn man in der Stadt einen Hauch mediterranen Klimas zu fühlen bekommt.

In dieser Zeit werden ständig irgendwelche Festivals zur Unterhaltung der Einheimischen und Touristen veranstaltet. Das gröβte Event ist das Festival des kulturellen Erbes, die Pécser Tage, ein zweiwöchiges Stadtfest, das im September stattfindet.

Für junge Besucher ist im Juli ICWiP - International Culture Week in Pécs - interessant, für Klassik-Fans würde ich das Frühlingsfestival im April empfehlen.

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Zum Mitnehmen

1. Zsolnay-Porzellan – vor allem die, mit dem bekannten Eosin-Glasur.

2. Wein aus Pécs - Cirfandli, ein trockener bis halbsüßer Weisswein oder einen kräftigen Rotwein aus Villány

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In Stimmung kommen

Dazu mein Tipp: Zwei Bücher von ehemaligen Robert-Bosch-Kulturmanagern und aktuellen MitOst-Mitglieder, sowie eine schöne Antologie, die zum Jahr der Europäischen Kulturhauptstadts Pécs herausgegeben wurden:

1.  Axel Halling, N. Kovács Tímea, Lidia Tirri: "A legmodernebb lakótelep - die modernste Wohnsiedlung".

Eine Interview-Sammlung über die Geschichte und das Leben in Uranstadt.

2. Ágnes Sebestyén – Eszter Tóth: "Pécs für Kinder"

Interaktive Stadtführer – nicht nur für Kinder.

3. "22xPécs"

In dieser Antologie findet man Novellen, Tagebuchaufzeichnungen und Erzählungen von 22 internationalen Schriftstellern, die jeweils einen Monat in Pécs im Programm "Writers in residence in Pécs" verbracht haben und ihre Eindrücke schildern.

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Eszter Tóth

Eszter Tóth wurde 1983 in Pécs, Ungarn geboren. Neben dem Studium der Kunstgeschichte, Spanischen Philologie und dem Lehramt in Budapest, Barcelona und Freiburg arbeitete sie im Museum für Bildende Künste in Budapest im Bereich Museumspädagogik und wirkte bei der Organisation von Veranstaltungen des Museums mit. MitOst hat sie durch das Programm Kulturmanager aus Mittel- und Osteuropa der Robert Bosch Stiftung kennengelernt, in dessen Rahmen sie 2009/2010 als Kuratorin im Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen in Düsseldorf tätig war. In Deutschland hat sie neben Kunst, Kultur und Organisation auch das Vereinswesen näher kennengelernt und wurde nicht nur bei MitOst aktiv, sondern gründete mit anderen ungarischen StipendiatInnen den Verein kultúrAktív. Aktuell ist sie im Projektbeirat von MitOst tätig.

Für weitere Tipps zu Pécs kannst Du sie per Mail kontaktieren: esztertoth(at)yahoo.es