Leipzig

Warum lohnt es sich in Leipzig zu leben?

Leipzig ist eine sehr dynamische und kreative Stadt. Goethe hat es schon gewusst: "Mein Leipzig lob' ich mir! Es ist ein klein Paris und bildet seine Leute." – Jemand, der sich zwischen Großstadt und etwas Kleinstädtischem nicht entscheiden mag ist hier genau richtig: Die Stadt ist schön und klug, Leipzig lebt und Leipzig ist tatsächlich ein kultureller melting pot, der gerade in den letzten Jahren viele junge Leute anzieht. Für mich markiert Leipzig einen Übergang zwischen Ost und West, man kann an bestimmten Ecken noch viel alten Ostcharme entdecken und gleichzeitig halten sehr viele kreative Kräfte die Stadt in Bewegung. Es gibt viele Menschen, die hier ihre eigenen kleinen Unternehmen und start ups gründen, gerade bezüglich Stadtentwicklung und ökologisches (Zusammen-) Leben tut sich sehr viel.

Die unbekannten Sehenswürdigkeit?

Wer Leipzig kennenlernen möchte, sollte sich einfach auf ein Fahrrad setzen und herumfahren. Die einzelnen Leipziger Stadtteile bergen jeder für sich eine ganz besondere Atmosphäre, in denen man Parks, Läden, Hinterhöfe, leerstehende Häuser entdecken, oder interessante Passanten beobachten kann. Besonders empfehlenswert ist vielleicht der Stadtteil Plagwitz/Lindenau – dort kann man am Karl-Heine-Kanal entlang bis zum Lindenauer Hafen spazieren. Am Ufer gibt es viel zu entdecken – alte Fabrikgelände und -hallen sowie schöne Wohnhäuser und unzählige kleine Brücken, über die man den Kanal überqueren kann.

Die bekannten Sehenswürdigkeiten?

Wer mit dem Zug anreist sollte auf jeden Fall mit offenen Augen aussteigen: Der Leipziger Hauptbahnhof ist der größte Kopfbahnhof Europas. Die großen, lichtdurchfluteten Kuppelhallen und die massive Außenfassade sind sehr beeindruckend. Ein weiteres eindrückliches Leipziger Wahrzeichen ist das Völkerschlachtdenkmal (Straße des 18. Oktober 100). Es erinnert an die große Völkerschlacht im Jahre 1813, bei der Napoleon im Rahmen der Befreiungskämpfe von den Alliierten erfolgreich in die Flucht geschlagen wurde und mahnt über einer Million Gefallener.

Weitere klassische Sehenswürdigkeiten in der Leipziger Altstadt sind:

  • Auerbachskeller: Hier hat sich Goethe in seiner Studentenzeit für seinen Faust anregen lassen (Mädler Passage, Grimmaische Straße 2–4)
  • Thomaskirche + Thomanerchor: Wirkungs- und Grabstätte von Johann Sebastian Bachs (Thomaskirchhof 18)
  • Nikolaikirche: Berühmt als Ausgangspunkt der friedlichen Revolution in der DDR im Jahre 1989 (Nikolaikirchhof 3)

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Wie kommt man am besten durch die Stadt?

Leipzig ist eine absolute Fahrradstadt. Man gelangt in etwa 20 Minuten überall hin und auch die Fahrradwege sind sehr gut ausgebaut. Wer tatsächlich Leipzig entdecken und erleben möchte, sollte unbedingt mit einem Fahrrad auf Erkundungstour gehen.

Kulinarisches?

Auf der Karli (Karl-Liebknecht-Straße) in der Südvorstadt sprießen seit Jahren ein Imbissstand neben dem anderen, Bars, Cafés und Restaurants aus dem Boden – soweit das Auge reicht. Bewährt haben sich über die Jahre

  • El Amir – bester Dönerladen der Stadt (Südplatz: Karl-Liebknecht-Straße 59)
  • Pizzeria La Strada – Riesige leckere Steinofenpizza (Karl-Liebknecht-Straße 56a)
  • Für (N)Ost-algische: Schnellbuffet Süd (Karl-Liebknecht-Straße 139)

In näherer Umgebung:

  • Für Veggies: Restaurant Zest (Bornaische Straße 54)
  • Für Hausmannskost-Getreue: Bayrischer Bahnhof; Gaststätte und Brauerei (Bayrischer Platz 1)

Abends weggehen?

Leipzig ist weltbekannt für seine Open-Air-Partys. Im Sommer veranstalten in der näheren Umgebung verschiedene DJ-Teams kleine Elektroparties, deren Veranstaltungsorte über Internet und Handy kurzfristig bekanntgegeben werden. Hier wird getanzt bis zum Morgengrauen. Auf der Sachsenbrücke (Anton-Bruckner-Allee) und Clara-Zetkin-Park sitzt es sich an den lauen Sommertagen sehr schön: Dort tummeln sich vor allem in den Abendstunden viele junge Leute, trinken ein Bierchen und machen mitunter Musik und singen. Eine schöne Location mit tollen Veranstaltungen ist das UT-Connewitz, das älteste noch erhaltene Lichtspieltheater Leipzigs (Wolfgang-Heinze-Straße 12a).

Leipzigs schönste Kneipen:

  • Schlechtes Versteck N°32 (Könneritzstraße 32)
  • Nato e.V. (auch Kino und Konzerte) (Karl-Liebknecht-Straße 46)
  • Noch besser leben (Merseburger Straße 25)
  • Zur Pleißenburg (Ratsfreischulstr. 2)
  • Frau Krause (Simildenstraße 8)
  • Waldfrieden (Bornaische Straße 56)

Schönes Café?

Das Café Cantona in der Windmühlenstraße 29 am Leipziger Ring ist der beste Tipp in der Stadt, wenn es darum geht einen entspannten Ort zum Lesen, Arbeiten oder Zusammensein zu finden. Sehr zu empfehlen ist auch der nahegelegene Buchladen Kapitaldruck am Roßplatz 11, wo man beim Bücher und Magazine stöbern auch leckeren Kaffee trinken kann. Last but not least sei im Westen der Stadt noch das Café meins (Weißenfelser Straße 25) zu empfehlen. Dort laden selbstgebackener Kuchen, gemütliche Sessel und eine schnurrende Hauskatze zum Verweilen ein.

Kunst- und Kulturgenuss

Wer sich für Kunst interessiert, sollte in Plagwitz, Lindenau und Umgebung den Wegweisern am Straßenrand zur Westkultur folgen. Diese führen zu verschiedenen Galerien, Theatern und Museen. Besonders sehenswert ist das Spinnereigelände, eine alte Baumwollspinnerei, in deren riesigen Backsteingebäuden heute verschiedene Galerien, Ateliers, Werkstätten und Läden die Räume füllen (Spinnereistraße 7).

Ansonsten finden sich in der Leipziger Innenstadt zahlreiche sehenswerte Museen und Theater. Vor allem das Programm der Kabarettbühnen erfreut sich großer Beliebtheit.

Museum der bildenden Künste (Katharinenstraße 10) (freier Eintritt an jedem 2. Mittwoch im Monat)

Zeitgeschichtliches Forum (Grimmaische Straße 6) (freier Eintritt)

Stadtgrün?

An warmen Tagen tummeln sich die Leipziger zahlreich in den schönen Parks. Besonders beliebt (und zentral) sind der Clara-Zetkin- und der Johanna-Park – dort wird gepicknickt, gegrillt und gechillt, Fußball, Federball, Tischtennis oder Volleyball gespielt, Inlineskates, Skateboard oder Fahrrad gefahren, Zum Spazieren: Entlang der Elster nach Süden liegt der Auenwald (Leipziger Ratsholz). Dort kann man schön und schattig spazieren oder laufen gehen. Für Familien ist es besonders schön im Wildpark (Connewitz), wo es neben vielen Tieren einen großen Spielplatz und Raststätten gibt.

Drumrum?

Ganz in der Nähe von Leipzig gibt es zwei sehr schöne Seen, die zu den Gewinnern des ADAC-Badegewässertests gehören: Der Cossi und der Kulki (Cospudener und Kulkwitzer See).

Einkaufen?

Am ersten Wochenende im Monat findet der riesige Agra-Flohmarkt statt (Agragelände: Bornaische Straße 210). Und auch einmal im Monat gibt es auf dem Hof der Feinkost einen hübschen, gemütlichen Flohmarkt Mrs. Hippie (Karl-Liebknecht-Straße 36).

In näherer Umgebung der Karl-Heine-Straße (Plagwitz) gibt es viele kreative junge Leute, die ihr eigenes Geschäft eröffnen mit Selbstgemachtem und ausgewählten Stoffen, Taschen, Köstlichkeiten und vieles mehr.

Secondhand-Läden in der Nähe:

  • Garderobe im Westwerk (Karl-Heine-Straße 87)
  • Humana (Zschochersche Straße 44)
  • Blue Velvet (Weißenfelser Straße 22)
  • Latreche Salah Trödelladen (Zschochersche Straße 32)

Wann?

Leipzig ist eine Sommerstadt: Sobald das Thermometer über 15 Grad erreicht hat, gibt es in den Kneipenmeilen kein Halten mehr – im Barfußgäßchen, in der Gottschedstraße und auf der Karli (um den Südplatz) werden Tische und Stühle rausgestellt und jeden Abend bevölkert. Die LeipzigerInnen gehen sehr gerne (r)aus und so ist in den Sommermonaten immer irgendwo etwas los.

Schöne Dinge?

Die Leipziger Lerche! Ein Marzipantörtchen – leider zu lecker, um es lange aufzubewahren.

In Stimmung kommen?

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, um sich auf die Stadt einzustimmen: Zum Beispiel kann man sich ein bisschen Bach oder den Thomanerchor anhören, man kann etwas vom bekannten Leipziger Autor Clemens Meyer lesen oder sich Bilder von Neo Rauch anschauen, der als Wegbereiter der "Neuen Leipziger Schule" gilt. Ein schönes Buch über kulturelle Sehenswürdigkeiten ist der Kulturverführer Leipzig (erschienen beim Helmut Metz Verlag) Leipzigs Stadtmagazin mit Empfehlungen und Veranstaltungstipps für jeden Tag:
kreuzer-leipzig.de (auch als Printversion in Leipzig erhältlich).

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Info

Lena Scheidig ist Promotionsstudentin an der Universität Leipzig für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaften. Ihre Promotion schreibt sie zum Thema "Die Stadt Prag und der Prag-Mythos in der Literatur".

2013 erschienen