Stadtgesichter

Budapest

Die bekannte Sehenswürdigkeit

1. Die Heilbäder! Ob türkisches Bad (wie Rudas), oder nicht-türkisch (wie Széchenyi, Gellért oder Lukács): Wenn man hier ist, darf man das Erlebnis nicht verpassen. Es gibt nichts Besseres, als Mitte Januar im warmen Becken des Széchenyi-Bads draußen im Dampf unsichtbar zu werden und sich zu entspannen. Mehr über die Bäder auf deutsch auf der Internetseite der Stadt Budapest.

2. Den Gellértberg würde ich auch auf jeden Fall empfehlen, wegen des Blicks, auch wegen der Freiheitsstatue, und was drum herum ist, umgestaltete sozialistische Vergangenheit; und auf dem Weg eine schöne Ausstellung von Fotos vom alten Budapest.

3. Der 7. Bezirk, das jüdische Viertel, das ehemalige Ghetto ist für meine Gäste immer ein Muss. Nicht nur historisch, sondern auch aktuell – voll mit schönen Ecken, engen Straßen, gemütlichen Cafés und einem ausgeprägten kulturellen Leben.

Wie man am besten durch die Stadt kommt

1. Mit dem Rad
Ich bin in der Stadt gerne mit dem Fahrrad unterwegs, obwohl es noch nicht überall Radwege gibt, deshalb kann es auch mal stressig werden. Aber besonders schön kann man beispielsweise an der Donau entlang mit dem Rad fahren, auf der Buda-Seite. Es gibt immer mehr Ecken in der Stadt, wo man auch ein Rad mieten kann. Einige größere Stellen für "Rent a bike" gibt es  im VII., Wesselényi utca 13.

2. Zu Fuß
In Budapest kann man sehr gut alles zu Fuß erreichen. Daher lohnt es sich vielleicht nicht, Tageskarten oder 72-Stunden-Karten zu kaufen, wenn man mehrere Tage für Budapest zur Verfügung hat. Zu Fuß verpasst man auch nicht die kleinen Straßen ohne bekannte Sehenswürdigkeiten und die unterschiedlichen Stimmungen der unterschiedlichen Stadtteile.

3. Öffentliche Verkehrsmittel
Das Budapester Öffentliche Nahverkehrssystem ist auf deutsch und englisch zu finden unter: http://www.bkv.hu/de/

4. Beachte!
Mit einer Karte kann man nur in der U-Bahn umsteigen, bei allen anderen Kombinationen (U-Bahn+ Straßenbahn, Bus+ Bus usw.) muss man jedes Mal ein neues Ticket entwerten!
Es gibt viele Kontrolleure! Ausreden wie: „Ich bin Ausländer, verstehe nichts, habe auch kein Bargeld“ werden von diesen nicht berücksichtigt. Es kann passieren, dass die Kontrolleure dich zu einem Bankautomat begleiten, damit du das für die Strafe nötige Geld dann vor ihren Augen abhebst.

5. Nicht verpassen…
…darf man die U1, den unterirdischen Zug "Földalatti", der nach den alten Zeiten renoviert worden ist. Er ist großer Stolz und ist auch Teil des UNESCO-Weltkulturerbes. Er fährt von der Innenstadt von Pest (Vörösmarty tér), entlang der Andrássy út (der Budapester Champs-Elysées), an der Oper und am Heldenplatz vorbei, bis hin zum Széchenyi Bad und ein bisschen darüber hinaus. Ebenso wenig verpassen sollte man auch das spannende, wenngleich ein bisschen kurze Erlebnis, den Weg von der Kettenbrücke zur Burg von Buda mit der Standseilbahn.

6. Taxi
Ein Taxi sollte man am besten aus einer der bekannten Gesellschaften wählen: z. B. City Taxi, Zóna Taxi, Főtaxi, Budapest Taxi, Taxi 2000 u. a. Wichtig ist, vor der Fahrt sicherheitshalber nach dem (ungefähren) Preis zu fragen, um am Ende keine unangenehme Überraschung zu erleben. Einige realistische Preise sind: Flughafen-Pestzentrum etwa 5 000 HUF (18-20 Euro), innerhalb von Pestzentrum max. 2-3 000 HUF.

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Kulinarisches

Es gibt in Budapest eine Menge Restaurants mit ungarischen Spezialitäten.

Ich empfehle:

1.  Mákos Guba, auf der Budaseite, hinter dem Tunnel, I., Krisztina körút 65-67, mit karierten Tischdecken und unwahrscheinlich günstigen Preisen, wenngleich mit unbequemen Stühlen, so doch mit vielen Speisen aus meiner Kindheit.

2. Bécsi Szelet Imbisse, wovon es 7 in der Stadt gibt. Es ist nicht so stimmungsvoll und sehr einfach gehalten, aber bietet ungarische Speisen und Wiener Schnitzel in unterschiedlichen Varianten an. Die Webseite ist leider nur auf ungarisch.

3. Alföldi, V., Kecskeméti utca 4, nur zu empfehlen, wenn einen Unfreundlichkeit und Unkoordiniertheit nicht abschreckt.

Leckeres Essen gibt es auch bei folgenden "In"-Kneipen, die teilweise auch Nicht-Raucherareale haben, wenngleich das Essen bei den Rauchern genauso gut schmeckt und die Stimmung immer sehr lebendig ist:

4. Castro Bistro., VII., Madách tér 3. nach 19 Uhr sind meistens keine Tische mehr frei, deshalb lohnt es sich zu reservieren: +36 1 215 0184.

Wärmstens empfehlen möchte ich im selben Viertel noch:

5. Kőleves, VII., Dob utca 26., Reservierung sind hier auch empfohlen. Neben diesem Restaurant befindet sich auch eine Freiluftkneipe, die sehr gemütlich ist, Kazinczy utca 37-39. (Kőleves Kert).

Sehr vornehm, aber auch teuer ist das:

6. Gerlóczy Étterem, es bietet viele leckere ungarische Spezialitäten und vieles mehr; im Sommer mit Blick auf eine bildschöne Straßenecke.

Tagsüber ist die große Markthalle, IX., Fővám tér 1-3, sehr schön, wenngleich auch sehr touristisch. Allein schon wegen des Gebäudes lohnt es sich, dort hinzugehen. Schnell und preiswert kann dort auch "Ungarisch" gespeist werden.

Schließlich sei auch noch die sehr lebendige "Restaurantstraße" von Budapest ist IX., Ráday utca, erwähnt.

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Abends weggehen

Kneipen
Die sogenannten Ruinen-Kneipen von Budapest sind mittlerweile auch in den Reiseführern angepriesen, dies aber auch nicht umsonst, denn es herrscht dort immer eine sehr offene und internationale Atmosphäre, wo man auch gut mit den Einheimischen in Kontakt kommt. Jede Ruinenkneipe befindet sich in einem Altbau oder umfasst mehrere Häuser, die Dekorationen sind von Künstlern entworfen und daher sehr unterschiedlich voneinander. Ich empfehle die folgenden drei:

1. Szimpla Kert, VII., Kazinczy utca 14. 

2. Mumus, VII., Dob utca 18.

3. Instant, VI., Nagymező utca 38.

Clubs und Konzerte

Wo ich gern ausgehe:

1.  Klub Vittula, VII., Kertész utca 4. Der verrauchte Keller ist geeignet für gemütliches Quatschen, aber so gegen Mitternacht wird es voll, die Musik wird aufgedreht und es wird viel getanzt. Wenn abfeiern möchte, dann ist das ein möglicher Ort. 

2. Kobuci Kert, in einem Schlosshof in Óbuda, III., Főtér 1., neben der Árpád-Brücke, ist von April bis Oktober geöffnet. Es gibt dort ein fein ausgewähltes Konzert-Repertoire zu hören, größtenteils aus dem Weltmusik-Bereich. Stimmung ist, wie in einer Hauptstadt nicht anders zu erwarten, festivalmäßig und doch entspannt. Auch werden dort viele leckeren Speisen und noch leckereren Pálinkas angeboten. Wärmstens empfohlen!!!

Theater
Ich selbst kenne nur das Theaterangebot auf ungarisch. Für englisch- oder deutschsprachiges Theater muss man recherchieren. Die Webseite der Budapester Oper gibt es auch (VI., Andrássy út 22.) auf englisch.

Vom Flughafen bis in die Hotels und Kneipen werden englischsprachige Programmhefte (Funzine) verteilt. Im Internet findet man auf der leider nur ungarisch-sprachigen Seite www.port.hu die aktuellen Kino- (Mozi), Konzert- (Zene), Festival- (Fesztivál) und Theater- (Színház) Angebote, indem man in der oberen Zeile auf das gewünschte Thema klickt (wie „Zene“), und dann Datum und Ort eingibt.

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Schönes Café

1.Most, (übersetzt "jetzt"), VI., Zichy Jenő utca 17. Ein schöner Ort zum Ausgehen, aber auch um tagsüber dort zu sitzen und zu lesen - das suggeriert zumindest die Dekoration, die aus riesigen Büchherregal-Imitation besteht.

2.A Zöld teknős barlangja (übersetzt "Die Grotte der grünen Schildkröte"), VI., Jókai utca 14. Ein Teehaus zur Entspannung, wo mehr als 200 Teesorten angeboten werden. Es besitzt ein besonderes Ambiente, auch Separés für kleinere-größere Gruppen mit Kissen oder um in Ruhe dort abzuspannen.

3. Auf das folgende Café bin ich gerade erst aufmerksam gemacht worden, von alleine wäre ich dort nie drauf gestoßen. Auf der ersten Etage eines Geschäfts der Buchhandlungskette Alexandra auf der Andrássy út (VI., Nr. 39.) befindet sich in einem traditionsreichen im Jugendstil gebauten ehemals vornehmen Handelshaus, ein malerisches Café, mit riesigen Decken. Dort wird live Klaviermusik geboten. Ein Cafè mit Charme und einem besonderen antiken Flair.

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Kunst- und Kulturgenuss

1. Am Heldenplatz befinden sich das riesige Museum für bildende Künste (Szépművészeti-Múzeum, rechts) und die Kunsthalle, mit wechselnden Ausstellungen der zeitgenössischen Künste (Műcsarnok, links). Beide Häuser sind sehr zu empfehlen.

2. Wer sich für ungarische Malerei interessiert, der ist mit der Nationalen Galerie gut beraten, die sich im königlichen Schloss in der Burg befindet.

2. Sehr interessante Ausstellungen der zeitgenössischen Kunst zeigt auch das Ludwig Museum, im Palast der Künste (IX., Komor Marcell utca 1.).

3. Das "Haus der Terrors" (Terror Háza) führt in die dunkelsten Seiten der ungarischen Geschichte im 20. Jahrhundert, nämlich zur Nazi-Herrschaft und zum Sozialismus. Adresse: VI., Andrássy utca 60. Die Ausstellung ist auf Englisch-Ungarisch.

4. Die "unsichtbare Ausstellung" (Láthatatlan kiállítás) gibt einen eindrucksvollen Einblick in die Welt der Blinden. Führungen werden in verschiedenen Sprachen angeboten. Außerdem kann man dort ein unsichtbares Abendessen zu sich nehmen – ein unvergessliches Erlebnis, kann ich versichern.

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Stadtgrün

Budapest eignet sich kaum für diejenigen, die die Natur sehr mögen, denn es gibt nur sehr wenige Parkflächen (Városliget hinter dem Heldenplatz, Orczy Kert im VIII., Népliget im IX. Bezirk). Zu erwähnen ist der Gellértberg, mit seiner Höhe von 235 Metern, auf der Budaseite, neben der Freiheitsbrücke.

Es lohnt sich auf jeden Fall, einen halben Tag dem János-hegy (Jánosberg) zu widmen. In der Nähe des Széll Kálmán Platzes (U2) steigt man in die Zahnradbahn ein  und von der Endstation (Széchenyi hegy) läuft man zur Bergspitze, oder fährt man mit der Kindereisenbahn weiter, die von 10- bis14-jährigen Kindern ehrenamtlich betrieben wird. Auf der Bergspitze gibt es einen Aussichtsturm, von wo aus Budapest sehr gut zu sehen ist. Zurück in die Stadt fährt man mit dem Libegő, dem Drahtseilaufzug, herunter. Wenn man mag, kann man auch die Wanderwege benutzen. Insgesamt ist es ein schöner kleiner Ausflug.

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Drumrum

Sehr sehenswert ist die Stadt Szentendre. Von dort ist auch die bildschöne Donauknie nicht mehr fern, mit den für Ungarn historisch wichtigen Städten Esztergom und Visegrád. In Gödöllő befindet sich das Schloss von Franz Joseph und Sissi, das während der EU-Ratspräsidentschaft von Ungarn der Ort der Sitzungen war. Allein in dieser kleinen Stadt gibt es mehr Parks als in Budapest.

Gödöllő und Szentendre erreicht man u. a. mit der grünen Vorortbahn (HÉV), auf der Seite von BKV fündighttp://www.bkv.hu/de/.

Webseite der ungarischen Bahn auf deutsch: http://www.mav-start.hu/deutsch/index.php , Webseite der ungarischen Busgesellschaft auf englisch: http://www.volanbusz.hu/en/

Für Wanderfreudige gibt es in der Nähe von Budapest (ca. 1 Stunde entfernt) auch Berge. Dazu gebe ich gerne Tipps per E-Mail.

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Das Touri-Ding - Übernachten

Ich habe in Budapest noch nie als Tourist übernachtet, deswegen kann ich dazu nicht viel sagen. Hotels findet man einfach im Internet; vom Hostel "Casa de la Musica" habe ich gute Sachen gehört, ziemlich zentral, mit freundlichem Personal, VIII., Vas utca 16.

Grundsätzlich empfehle ich, und dies auch für Budapest, das Projekt "CouchSurfing", für all diejenigen, die während ihres Aufenthalts Einheimische kennen lernen möchten. Für jede Altersgruppe und jeden Familienstand gibt es gastfreundliche Leute, die einen gerne Zuhause aufnehmen oder zum Kaffeetrinken begleiten.

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Einkaufen

Um die typisch ungarischen Dinge zu besorgen - von Gewürzen über Salami und Schokolade bis hin zum Likör Unicum und zu Kühlschrankmagneten - ist es am einfachsten in die große Markthalle zu gehen (IX., Fővám tér 1-3), wo man all das findet.

Um eine andere Seite der "ungarischen Realität" kennen zu lernen, empfiehlt es sich auf die Flohmärkte zu gehen, beispielsweise den Ecseri Piac, XIX., Nachkőrösi út 156, geöffnet: Mo-Fr: 8–16 Uhr, Sa: 6-15 Uhr, So 8-13 Uhr - es gibt aber noch einige andere.

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Schöne Dinge und Mitbringsel

Ich bringe gerne die Schokolade Túró Rudi mit, oder auch Pick-Salami und Gulyáskrém als Aufstrich sowie Erős Pista, ein scharfes Gewürz. Diejenigen, die weißen lieblichen Wein schätzen, sollten Tokaji nicht verpassen, diejenigen, die Rotwein lieben, sollten den der Weingegend Villány probieren, wer bitteren Likör schätzt, sollte sich an Unicum halten.

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Wann

Budapest ist für mich von April bis September am schönsten und zeigt zu dieser Zeit sein freundlichstes Gesicht. Die Menschen sitzen auf den vielen Caféterrassen und es gibt an jeder Ecke zu jedem Anlass ein Festival.

Während des Sziget-Festivals, das jedes Jahr etwa in der 2. Augustwoche stattfindet, sind die Hotel- und Hostelpreise höher. Die Wege, die zur Festivalinsel führen, sollte man dann meiden, nicht aber die ganze Stadt. Das Festival ist zwar ein sehr teures, aber auch sehr großes Erlebnis! Mehr zu den Programmen des Festivals in 11 Sprachen (darunter Österreichisch) auf der Homepage.

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Info

Eszter Kovats ist Projektmanagerin bei einer politischen Stiftung. Nach Budapest ist sie wegen der Arbeit gezogen. Außerdem hatte sie den Wunsch, in der Großstadt zu leben. Seit 2009 lebt sie in dieser lebendigen und kulturell vielfältigen Stadt.

Wenn ihr weitere Tipps zu Budapest möchtet, könnt ihr Eszter gerne per E-Mail kontaktieren: kovats_eszter(at)yahoo.fr.