Verkörpert

Ein Körper ist nicht nur eine biologische Gegebenheit eines jeden Menschen, sondern auch eine universelle Kategorie des Seins, ein Beweis für die Existenz in der Welt. Der künstlerische Wert eines Körpers besteht darin, dass er sich selbst pausenlos mit allen Kulturelementen, in einer bestimmer Zeit und in einer bestimmten Region, entwickelt.

Somit bleibt auf jedem Menschen ein Abdruck der kulturellen Bedingungen, Eigenarten und Traditionen, in denen er sich formte und geformt wurde. Der Mensch ist immer ein Teil der Kultur. Er besitzt ein System von Zeichen, das ihn von den anderen unterscheidet und ihn für die eigene Kultur sichtbar macht. Kultur "ver-Körpert" sich durch den Menschen, bleibt immer seinem Inneren und teilt sich auf von einer Generation zur nächsten. Sichtbarster Ausdruck solcher nationalen Identität war immer die Kleidung (in unserem Beispiel die traditionelle Stickerei). Die Projektleiter versuchen solche tradinionellen Motive direkt am Körper mit Hilfe der Bodyart sichtbar werden zu lassen. Die Ukraine ist hierbei ein Land, in dem viele unterschiedliche Nationalitäten leben. Transkarpatien wiederum ist wohl die vielseitigste Region des Landes, denn hier leben mehrere Nationalitäten, die sich Dank des zerklüfteten Gebirgsgebietes getrennt entwickelten und sich nur wenig vermischten. So konnten sie ihre Authentizität bewahren. Zwar haben fast alle Einwohner die ukrainische Staatsangehörigkeit, doch das Gefühl einer spezifischen kulturellen Identität ist in dortigen Familien besonders ausgeprägt. In den Städten vermischten sich Völker untereinander und schufen somit eine multikulturelle Mischung. Zahlreiche Dörfer indessen bewahren noch immer ihre regionale Eingenheit. So gibt es in Transkarpatien ungarische, deutsche, rumänische und natürlich ukrainische Dörfer. Jedes von ihnen bewahrt seine ethnische Traditionen, Sprache, Symbolik, materielle und geistige Kultur.

Solche Besonderheiten planen die Projektleiter in ihrem Kunstprojekt zu zeigen, das zusammen mit jungen ukrainischen Künstlern (unter anderem mit der Kunstgruppe "Art-Schapka") realisiert wird. Das Projekt ist als eine Kunstexpedition konzipiert, dessen Ergebnisse in Artbüchern und Sammlungen thematischer Postkarten vorgestellt werden. Die Hauptidee besteht nicht nur in der Verbindung des Körpers, der Kultur und der Kunst, sondern auch der Postkarte als Mittel ununterbrochener Verbindung.

Das Projekt wird aus drei Etappen bestehen. Derzeit führen die Projektleiter eine ethnografische Erkundung (Expedition) durch, um genügend Informationen über die traditionelle Kultur der ausgewählten Dörfer (ukrainische, ungarische, deutschee, rumänische und slowakische) zu sammeln.

Für rund zwei Wochen werden die Projektleiter mit einer Künstlergruppe und mit einem Photografen die genannten Dörfer besuchen, wo sie traditionelle Ornamente auf den Körpern der Dorfbewohner zeichnen werden. Während des gesamten Projektes werden sie die gemachten Arbeiten dokumentieren.

Die gemachten Bilder werden als Postkarten ausdrucken werden, auf deren Rückseite sich Volkslieder eines bestimmten Volkes befinden. Die Sammlung der Postkarten der besuchten Dörfer wird in einem ArtBook gestaltet und es werden Präsentationen in einigen Regionen der Ukraine durchgeführt.

Projektinfo

Zeit:
Mai bis August 2014

Ort:
Transkarpatien, Ukraine

Leitung:
Yulia Lashchuk

Projektteam:
Olesia Sekeresh

Kontakt:
yulia.lashchuk(at)gmail.com