(Re)Positions – Auf Spurensuche in Ovcha Kupel

Das Projekt an der Schnittstelle von politischer, künstlerischer und wissenschaftlicher Intervention versucht, die marginalisierten Stimmen von Flüchtlingen in der bulgarischen Hauptstadt ins Stadtzentrum zu bringen und so für die Thematik zu sensibilisieren.

Die Spurensuche wird im Stadtviertel ‚Ovcha Kupel‘ beginnen – in einem leer stehenden Haus gegenüber der staatlichen Agentur für Flüchtlinge und des Wohnheims für Asylsuchende. In dem Haus ohne Türen und Fenster finden viele Migrant_innen Unterschlupf, für eine Nacht oder mehrere Monate. Die Mauern und Wände des Gebäudes sind Medium ihrer Botschaften geworden, zeugen von ihrer Präsenz, ihren persönlichen Geschichten und Widerständen.

Das Projektteam wird in Kontakt mit den Bewohner_innen des Hauses treten, sie nach ihrer Nutzung des Hauses und den Gründen ihres Aufenthaltes befragen. In einem zweiten Arbeitsschritt sollen die Inschriften der Wände erfasst und übersetzt, sowie die räumlichen, architektonischen und textuellen Diskurse des Gebäudes eingefangen werden. Auf diese Weise soll eine intensive Auseinandersetzung mit dem Ort stattfinden.

Jede Botschaft will gelesen, mit Bedeutung gefüllt werden. Und jede Geschichte sucht Zuhörer_innen. Die Inschriften von Ovcha Kupel wurden an einem Ort hinterlassen, der nicht von vielen Menschen gesehen wird, und in Sprachen, die die meisten Sofioter_innen nicht verstehen. Das Projekt will eine (Re)Positionierung versuchen, die Botschaften und Geschichten vom Stadtrand an Häuserwände im Zentrum der Stadt bringen. Mit mehreren abendlichen Projektionen im öffentlichen Raum sollen die Passant_innen zu einem Dialog aufgefordert und für die Lebensbedingungen von Migrant_innen in Bulgarien sensibilisiert werden.

Projektinfo

Zeit: 1. August – 2. Oktober 2012

Ort: Sofia (Bulgarien), München (Deutschland)

Projektleitung: Julia Serdarov

Projektteam: Boryana Aleksandrova, Raia Apostolova, Veit Schwab, Julia Serdarov

Kontakt: info(at)re-positions.net

Partner: Red House Centre for Culture and Debate (Sofia), Bayerischer Flüchtlingsrat (München)