So ein Theater mit den Menschenrechten!

"So ein Theater mit den Menschenrechten!" ist ein interkulturelles und integratives Austauschprojekt zwischen jungen Menschen aus Deutschland und Belarus. In der fünftägigen Begegnung setzen wir uns in einem Workshop mit der aktuellen Situation der Rechte behinderter Menschen in Deutschland und Belarus vergleichend auseinander. Die Thematik wird zunächst nur theoretisch erarbeitet und dann aktiv durch die Methode des Forumtheaters. 

Lebt und arbeitet man für einen längeren Zeitraum in Belarus, so bleiben Situationen, in denen Kulturunterschiede an die Oberfläche treten, nicht aus. Zu diesen Kulturschocks gehört der Umgang der „normalen“ Gesellschaft mit Menschen mit Behinderungen. Behinderte Menschen gehören in Belarus zu einer gesellschaftlichen Randgruppe und werden aufgrund ihrer Besonderheiten in vielen Lebensbereichen benachteiligt, in den meisten Fällen sogar von der der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben isoliert. Das am 13. Dezember 2006 von der UNO verabschiedete „Übereinkommen der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen“ wurde seitens der belarussischen Regierung nicht unterzeichnet, so dass in diesem Land der wichtige Schritt zur Stärkung der Rechte behinderter Menschen nicht gemacht wurde.

Unser Projekt soll einen Beitrag zur Gleichberechtigung leisten und auf die Förderung von Chancengleichheit als eine Voraussetzung für Selbstbestimmung hinarbeiten. Dabei ist unbedingt ein zweiseitiger Prozess zu beachten: Man erwartet oft, dass nur die Gesellschaft einen Schritt auf behinderte Menschen zugeht und verliert dabei aus dem Blick, dass auch die Gegenseite in einen Entwicklungsprozess gebracht werden muss. 

Auf Grund der politischen Situation in Belarus einerseits und mangelnder Informationen über Belarus in Deutschland andererseits existieren keine lebendigen Kontakte unter jungen Menschen. Mangelnde Kenntnisse der deutschen Sprache, erschwerte Visa- und Studienbedingungen stehen einem lebhaften Kontakt nicht unwesentlich im Weg. Darüber hinaus wird in den Medien besonders in Bezug auf den zweiten Weltkrieg ein Deutschland gegenüber eher negativ gestimmtes Bild aufgebaut. 

Ausgehend von dem Problemfeld mangelnder internationaler Kontakte im Land soll das Projekt einen Beitrag zum interkulturellen Austausch leisten. Um beide Aspekte - Situation behinderter Menschen in Belarus und mangelnde interkulturelle Kontakte - miteinander zu verbinden, soll sich eine sowohl internationale (deutsche und belarussische Teilnehmer) als auch integrative (Teilnehmer mit und ohne gesundheitliche Einschränkungen und Behinderungen) Gruppe in einem Workshop mit dem Thema "Rechte behinderter Menschen in Deutschland und in Belarus" beschäftigen. Die Arbeitssprache ist russisch.

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Projektinfo

Zeit: 09. bis 17. April 2010

Ort: Mohilev/Belarus

Projektleitung: Ina Lüfink

Projektteam: Weronika Zedrik, Dmitrij Ermolenko, Alexander Burakov

Kontakt: ina_luefink(at)web.de

Partner:
gemeinnütziger Verein "Golobye Berega" (Hellblaue Ufer), Mohilev
junge Initiative "Östliche Hauptstadt", Mohilev

Ausschreibung: Teilname am deutsch-belarussischen MitOst-Projekt “So ein Theater mit den Menschenrechten", Mohilev, 9.-17.4.: weiter