donauabwärts

30 analoge Einwegkameras reisen durch neun mittel- und osteuropäische Länder von Schule zu Schule und von Kinderhand zu Kinderhand: Nach und nach werden die Filme verknipst, immer drei Bilder pro Film; die ersten in Deutschland und die letzten in der Ukraine. Fotografiert wird die Donau, die nun durch die Augen der Kinder auf Film gebannt, 30 Negativstreifen durchfließt.

Eine fotografische Reise entlang der Donau, durch Deutschland, Österreich, die Slowakische Republik, Ungarn, Kroatien, Serbien, Rumänien, Bulgarien und die Ukraine: Jedes Kind bekommt eine Einwegkamera mit der Aufgabe, die Donau zu fotografieren. Zur Verfügung stehen je drei Aufnahmen. Die deutschen Kinder sollen beginnen und die österreichischen das Belichten fortführen, wiederum mit je drei Aufnahmen. Dann wird an die slowakischen Schüler übergeben, an die ungarischen, kroatischen, serbischen, rumänischen, bulgarischen und ukrainischen. Letztendlich sollen 270 zehnjährige Kinder ihren Blick auf die Donau fotografisch festgehalten haben.

Christine Frick, Kunstlehrerin des Albert-Schweizer-Gymnasiums Erlangen, plant mit je einer Schulklasse einen Ausflug an die Donau. In der Reihenfolge geht es donauabwärts voran, beginnend im bayrischen Erlangen, endend mit einer Schulklasse der Schule Nr. 16 aus Ismail im Donau-Delta.

Die belichteten Negativfilme werden anschließend als ganze Streifen gescannt und ebenfalls im Ganzen zu fünf Meter mal 10 Zentimeter langen Streifen geplottet (ausgedruckt). Das optische Ergebnis entspricht einem vergrößerten analogen Kontaktabzug, auf dem die belichteten Bilder als auch die schwarze Perforation mit den Zahlen der Bilder zu sehen sind. So werden authentisch, ungekürzt und ungeschnitten, alle Belichtungen in ihrer Abfolge zu sehen sein. Jeweils neun Kinder lassen auf diese Weise ein gemeinsames Werk entstehen: Ausschnitte der Donau entlang ihres Verlaufs, auf einen Negativfilmstreifen gebannt. Die Donau wird nun ausgedruckt auf Papier die Länge des ganzen Films mit seinen 27 Bildern entlang fließen, dreißig Male auf je fünf Metern, und die Eindrücke der Projektteilnehmer wiedergeben.

Das geographisch verbindende Element Donau ist Ausgangspunkt für eine Aktion, die Identität aufbaut. Neun Schulen aus neun mittel- und osteuropäischen Ländern wird somit auf visuellem Weg eine Kontaktaufnahme ermöglicht. Die Anonymität wird über die Bilder aufgehoben, Grenzen überschreitend produzieren Kinder verschiedener Nationalitäten ein gemeinsames Fotografiewerk. Sie sind im gleichen Alter, beschäftigen sich mit der gleichen Thematik, haben am selben Ergebnis teil und identifizieren sich darüber miteinander.

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Projektinfo

Ort: Erlangen/Kehlheim (Deutschland), Linz (Österreich), Bratislava (Slowakei), Budapest (Ungarn), Osijek (Kroatien), Beograd (Serbien), Arad/Timisoara/Orsova (Rumänien), Sofia/Ruse (Bulgarien), Ismail (Ukraine) 

Zeit: Mai - September 2009 

Projektleiterin: Christine Frick 

Projektteam: Hans-Martin Dederding, Gabriela Benghia, Martin Schwägerl, Walter Lungenschmid, Kerstin Grafe, Stefan Osnowski, Britta Kohl, Ralf Kämmerer

Kontakt: christine(at)werkstatt-forchheim.de

donauabwärts - ein Reisebericht

Projektdokumentation

Dieses Projekt ist Gewinner des Wettbewerbs "nachbarschaft.moe" 2009, ein Programm der Schering Stiftung und des MitOst e.V.. Mit dem Wettbewerb werden Kulturprojekte unterstützt, die die nachhaltigen Beziehungen zwischen Nachbarländern oder in Grenzregionen Ost-, Mittel- und Südosteuropas fördern.