PUBLIC Way

PUBLIC Way könnte man als eine Art prozessorientierten, interkulturellen "Kunst-Subotnik" beschreiben, der sich vorgenommen hat, einen alternativen Stadtraum - Kultur - Dialog in Pécs (Europäische Kulturhauptstadt 2010) anzuregen und bürgernah zu gestalten. Ausgangspunkt bilden vernachlässigte Stadträume, die durch die geplante gemeinsame handwerkliche und künstlerische Arbeit am Raum neu entdeckt und durch neue Nutzungskonzepte wieder belebt werden sollen. Ziel dieser kollektiven Neugestaltung städtischer Areale ist einerseits der Anstoß zu spontanem bürgerschaftlichem Engagement und andererseits langfristigen basisdemokratischen Beteiligungsprozessen auf Stadtteilebene.

PUBLIC Way ist als gemeinsames Projekt eines internationalen Netzwerkes verschiedener zivilgesellschaftlicher Organisationen aus dem südosteuropäischen Raum entstanden, die auf der Zukunftswerkstatt "A Soul for Europe" Forum Pécs? (2007) ihre Zusammenarbeit begonnen haben.

PUBLIC Way begreift kulturelle und insbesondere künstlerische Produktionsprozesse vorrangig als soziale Ausdrucksformen, deren großes Integrationspotential es zu nutzen gilt. Dafür besinnt man sich auf die, im südosteuropäischen Raum auf besondere Weise kulturell tradierten, Formen der kollektiven Handarbeit und ihre soziale Funktion: Der Stadtraum wird zum Material und zur Handwerksstube gleichzeitig und sorgt dergestalt für die Bildung von leicht zugänglichen Gemeinschaftsräumen in der Öffentlichkeit. Als zentrales Element der Raumaneignung kommen traditionelle kunsthandwerkliche Techniken und damit verbundene soziale Arbeitsprozessformen zum Einsatz, die wiederum als Medien einer lokalen Identitäts- und Gemeinschaftsbildung ihre Wirkung entfalten sollen.

Und wie sieht das dann praktisch aus? Ein erster Schritt der Aktion wird sein,   passende Stadträume zu finden und die Ausgangssituation zu dokumentieren. Danach werden unter Leitung des internationalen Projektteams und der AnwohnerInnen praktische Aufräumarbeiten geleistet und das vorgefundene Abfallmaterial zur Wiederverwertung gesammelt.
Nach diesen Vorbereitungen wird der öffentliche Raum dann den Vorstellungen der zukünftigen Raumnutzer entsprechend unter Anleitung der international zusammengesetzten KünstlerInnengruppe durch alle ProjektteilnehmerInnen gestaltet. Wenn dieser Prozess abgeschlossen ist, kann der Raum zur Begegnungsplattform und zum Mit-Mach-Zentrum für künstlerische und soziale Gruppen werden: Von der Theatergruppe bis zum Handarbeitszirkel laden die Akteure zur kreativen Mitarbeit ein.

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Projektinfo

Ort: Pécs / Ungarn

Zeit: November 2008 - März 2009

Kontakt: Angela Thiesz, angela(at)retextil.hu

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Projektdokumentation

Siegerprojekt 2008 im MitOst-Wettbewerb "Bürgerschaft: Europa", der durch die
Europäische Union im Rahmen des Programms "Europa für Bürgerinnen und Bürger" 2007 - 2013 gefördert wurde.