Traditionelle Musik in urbanen Gesellschaften

CD-Produktion: In keinem anderen Land ist die Kluft zwischen den offiziellen, durch die Medien verbreiteten Folklore-Klischees und der dörflichen Musiktradition so groß wie in Russland. Ziel unseres Projekts ist es, die einzigartige Musiktradition der russischen Dörfer, soweit es uns im urbanen Kontext möglich ist, weiterzuleben und den Menschen in Westeuropa zu vermitteln.

Während der Sowjetära wurde die Volksmusik von der politischen Macht für eigene Zwecke instrumentalisiert, sie sollte die Überlegenheit der sowjetischen Lebensweise auf dem Land preisen. Ein offizieller "Folkloreklang" wurde eingeführt - im Radio und Fernsehen konnte man sich vor den Produkten dieser Kulturpolitik nicht retten. Unserem Ensemble "Polýnushka" geht es um das Überleben und die möglichen Transformationsprozesse der russischen Volksmusik und ihrer Kontexte.

Diese Musik bietet sich nicht zu kommerziellen Zwecken an und bedarf daher der idealistischen und musikethnologischen Eigeninitiative sowie der praktischen musikalischen Aufführung und Reproduktion. Unser Ensemble bemüht sich seit mehreren Jahren, einen neuen Platz für diese Musik und die Werte einer in Vergessenheit geratenden Kultur im urbanen Spannungsfeld zu finden. Wir möchten Tradition erlebbar machen und suchen nach Möglichkeiten, das traditionelle Wissen eines Volkes verständlich und erlernbar, sogar erfühlbar zu machen, auch ohne didaktische Referate, durch Musik.

Um ein möglichst breites Echo zu erreichen, planen wir ein dreiteiliges Projekt aus CD-Produktion, einer Diskussionsrunde und einer Record Release Party mit einem Live-Auftritt von "Polýnushka" und anschließendem Tanz. Die CD verfolgt keinen kommerziellen Zweck, sondern dient der Verbreitung traditioneller russischer Musik. Beigefügt wird ihr ein ausführliches Begleitheft, welches Beiträge von renommierten Wissenschaftlern enthält.

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Projektinfo

Ort: Berlin

Zeit: Januar 2007 bis Mai 2008

Projektleiterinnen: Deniza Popova, Polina Proutskova

Projektteam: Sandra Jannice Dmpster, Irina Brrocker-Aristova, Diana Labinska

Andere beteiligte Organisationen: Ethnologisches Museum Berlin: Musikethnologische Abteilung / Berliner Phonogrammarchiv

Link: www.polynushka.de

Gefördert durch die Robert Bosch Stiftung

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Einladung zur Diskussionsrunde (27.5.2008) und zur Record Release Party (31.5.2008) in Berlin