Berliner Stammtisch zum Thema »Vertraute Fremdheit«

Diesmal trafen sich fünf junge Frauen aus unterschiedlichen kulturellen und gesellschaftlichen Milieus, um sich über das Thema "Vertraute Fremdheit" auszutauschen. Was ist mir fremd? Was ist für mich fremd? Wann fühle ich mich selbst fremd? Und was für Gefühle verbinde ich mit Fremdheit? Welche Strategie(n) habe ich, um mit Fremdheit umzugehen? Ähnliche oder sogar gleiche Gefühle wurden bei in unterschiedlichen Situationen gemachten Erfahrungen empfunden. Auf den gemeinsamen Nenner kamen wir sehr schnell und leicht.

Fremd.
Etwas, was ich nicht kenne. Etwas, was in mir eine gewisse Angst hervorruft. Fremd ist das Unbekannte, mit welchem ich nicht zurecht komme. Sei es ein Ort, an dem ich mich nicht auskenne oder das "Tun" anderer Leute, welches in mein Regelsystem nicht rein passt.
Man muss nicht unbedingt ins Ausland, um Fremdheit anzutreffen. Es reicht in eigener Freundesgruppe Kindheitserinnerungen zweier guter Freundinnen anzuhören, die man aber selber nicht erlebt hat. Oder in die nächste Stadt zu fahren, wo man dann aber nicht weiß, ob an nächster Kreuzung links oder rechts abzubiegen ist.

Was soll passieren, damit das Fremde vertraut wird?
Die Fremdheit lässt sich tatsächlich bekämpfen: man soll vor allem aufgeschlossen sein, man soll Mut dazu haben, Fragen zu stellen und Neues kennen zu lernen. Man soll die eigene Gewohnheit bekämpfen, man soll sich einfühlen, man soll metakommunizieren. Und dann wird das für uns eher negativ gefärbte "Fremde" zum "Andersartigen". Das Fremde ist nicht mehr fremd, es ist bloß anders.

Beim Abschließen der Runde bemerkten wir plötzlich, dass wir auf das ganz am Anfang in die Runde eingeworfene Stichwort "Männerwelt" gar nicht eingegangen sind.
Die Kamera ging aus, die Kamerafrau nahm auch einen Stuhl und rutschte zu der Runde. Das Fremdsein bzw. das Anderssein der Männerwelt beschäftigte uns dann bis in die späten Stunden...

Bericht von Ljiljana ?otra

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Info

Zeit: 21. Januar 2008

Ort: Berlin

Der Stammtisch wurde im Rahmen des Projektes Zwischen Welten organisiert.