Zwischen Welten

Junge Menschen stehen in der heutigen globalisierten Zeit häufig zwischen verschiedenen Welten. Sie spezialisieren sich auf ein bestimmtes Gebiet, sie verkehren in einem bestimmten Freundeskreis, surfen im Internet, reisen, lernen Sprachen, sie machen Bekanntschaften mit Menschen aus anderen Ländern und nehmen an interkulturellen und internationalen Treffen und Projekten teil. So werden sie, meist zunächst unbewusst, Vermittler zwischen ihrer Generation und der ihrer Eltern und Großeltern, zwischen verschiedenen Interessensgruppen und zwischen verschiedenen Kulturen. Welche Erfahrungen machen solche jungen Menschen, wie entwickeln sie sich dadurch und wo liegen die Chancen und Tücken einer solchen Zwischenposition? Diese Fragestellung soll im Zentrum des Projektes "Zwischen Welten" stehen.

Zu diesem Zweck soll ein beginnender Seminarleiter des Theodor-Heuss-Kollegs über die drei Jahre der Ausbildung begleitet werden. Neben der Weiterbildung, der Durchführung der Projekte und der interkulturellen Teamarbeit, soll dabei auch besonders der Alltag des Protagonisten außerhalb dieser kleinen Utopie der Völkerverständigung und des sozialen Engagements dargestellt werden. Denn die Frage stellt sich, inwiefern Ideal und Wirklichkeit für den Protagonisten vereinbar sind, an welche Grenzen er/sie stößt und welche Widersprüche zu vereinen sind.

Nach Abschluss der Seminarleiterausbildung im dritten Jahr soll der Protagonist nochmals besucht werden, um herauszufinden, wo er/sie jetzt in ihrem Leben steht und welchen Anteil daran ihre/seine Erfahrungen und Kontakte, die er/sie innerhalb dieser interkulturellen Weiterbildung gemacht hat, beitragen.

Bei diesem Filmprojekt haben die interkulturellen Begegnungen im Rahmen des Theodor-Heuss-Kollegs eine Katalysatorfunktion. Sie liefern Ausgangspunkte und Veranschaulichungen für die Reflexionen über sich, die eigene Kultur und das Verhalten zu anderen Menschen aus anderen Kulturen, die in den Interviews mit dem Protagonisten angeregt werden sollen.

Ergänzend zur Dokumentation des Werdegang des Protagonisten sollen Alumni-Stammtische organisiert werden (in Berlin, in Kassel und in Jekaterinburg), wo die Themenbereiche der Dokumentation auch mit anderen Interessierten wie (ausländischen) Studierenden diskutiert werden können. Das Grundmotiv wird dabei im Themenfeld "interkulturelle Erfahrungen" bestehen und bei den Stammtischen sollen jeweils verschiedene Schwerpunkte gesetzt werden. Die Titel könnten zum Beispiel lauten "Auslandserfahrungen", "interkulturelle Teamarbeit", "Identität- lokal, national, binational, global?", "Spracherfahrungen", "Umgang mit Fremdheit" oder "Gibt es universelle Werte?". Dazu kann Material aus dem Film als Ausgangsmaterial für Reflexionen dienen und die Ergebnisse der Diskussion können wiederum zur Weiterentwicklung des filmischen Konzepts hilfreich sein. Eventuell können Blitzlichter dieser Diskussionen gefilmt werden und in den Film einfließen, wodurch die Alumni noch stärker in das Projekt eingebunden werden und der Film einen noch differenzierteren und vielfältigeren Blick auf den Themenkomplex "interkulturelle Erfahrungen" entfalten würde.

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Projektinfo

Projektleitung: Stefanie Trambow

Projektteam: Maxim Stepanow, Sergej Lapshin, Evgenija Kabanova, Sarah Sauer

Zeitraum: September 2007 bis September 2010

Projektbericht I
Projektbericht II