Regionales Treffen der russischen Alumni in Perm

Das Treffen hatte drei zentrale Inhalte: Erstens den Austausch und die regionale Vernetzung von Alumni (und weiteren "einfachen" MitOst-Mitgliedern) aus Russland und dadurch auch das Ermöglichen und die Förderung gemeinsamer regionaler Projektideen. Zweitens das Kennenlernen des "Permer Modells" des Theodor-Heuss-Kollegs und Austausch mit den Permer KollegiatInnen. Sowie drittens die Beschäftigung mit dem Thema "Kooperationen zwischen NGOs, Staat und Wirtschaft" durch die Teilnahme an der Konferenz zum Pilotjahr des "Permer Modells". Der Austausch der TN des Treffens untereinander über mögliche Projekte und ihre Vernetzung war Thema aller drei Tage des Treffens; am ersten und am dritten Projekttag war dafür explizit Raum eingeplant.

Kurzbericht
Im November haben wir ein regionales Alumnitreffen in Perm/Ural in Russland organisiert. Als Anlass dafür bot sich eine eintägige Konferenz zum Thema "Öffentlich-private Zusammenarbeit in der Zivilgesellschaft" veranstaltet vom Theodor-Heuss-Kolleg (THK) und dem Komitee für Jugendpolitik der Region Perm. Das THK hat im Jahr 2006 in Kooperation mit dem Komitee für Jugendpolitik der Region Perm und finanziell unterstützt von Permer Unternehmen ein sogenanntes Permer Modell des THK aufgebaut. Seit November 2006 gibt es damit auch erste "rein russische" THK-Alumni, die nicht unbedingt Deutsch sprechen. Während unseres dreitägigen Treffens hatten wir auch Gelegenheit uns mit diesen neuen Alumni auszutauschen und die Aktivitäten des THK in der Region Perm näher kennenzulernen.

Unser Treffen hatte vor allem drei Ziele: Austausch russischer Alumni, Entwickeln neuer Ideen und Kennenlernen der Zusammenarbeit von Staat, Wirtschaft und Zivilgesellschaft in der Region Perm durch Teilnahme an der Konferenz. Auf der Konferenz wurden das Permer Modell des THK sowie die Projekte der KollegiatInnen vorgestellt, aber auch allgemein über Partnerschaft zwischen Zivilgesellschaft, staatlichen Institutionen und Privatunternehmen im Bereich der demokratischen Bildung junger Menschen in Russland diskutiert.

Das dreitägige regionale Alumni-Treffen fand in kleiner Runde mit neun TeilnehmerInnen (inklusive Organisatorinnen) statt, die aus der Entfernung etwa einer Tagesreise nach Perm gekommen waren. Die gemütliche Runde ermöglichte es uns, sich gegenseitig sehr schnell kennenzulernen. Es war für alle sehr spannend, von den Aktivitäten und Projekterfahrungen der anderen zu erfahren. Der intensive Austausch am ersten Tag war dann auch eine gute Grundlage für unsere Ideenwerkstatt am dritten Tag. Wir waren alle so motiviert, unsere gemeinsam entwickelte Idee, ein Trainingsprojekt zu Kommunikation, weiter zu entwickeln, dass wir die eingeplante Freizeit lieber ausfielen ließen, um weiter an unserem Konzept zu feilen. Viele von uns hatten es sich vor dem Treffen komplizierter vorgestellt, Projekte als Alumni einzureichen und wussten über die vielen verschiedenen Möglichkeiten für Alumni- und Kleinprojekte nicht Bescheid.

Neben dem Austausch untereinander und dem "Ideenentwickeln" nahmen wir aber noch eine weitere sehr wertvolle Erfahrung von dem dreitägigen Treffen mit. Wir lernten aus erster Hand das Permer Modell des THK kennen und hatten auch Gelegenheit uns mit Andreas Lorenz, dem MitOst-Vorstand, auszutauschen. Andreas Lorenz war ebenfalls zur Konferenz angereist und saß u.a. gemeinsam mit dem Minister für Kultur und Bildung der Permer Region auf einem Podium. Im ersten, "offizielleren" Teil der Konferenz, der in der Gouverneursadministration stattfand, wurden außerdem die Projekte der THKler und die Idee des THK Perm vorgestellt. Unsere TN hat ermutigt, zu hören, dass es dem "Permer THK" innerhalb von relativ kurzer Zeit gelang, Sponsoren aus der lokalen Wirtschaft zur Unterstützung ihrer Projekte zu finden.

Der zweite inoffiziellere Teil bot Gelegenheit zum gegenseitigen Austausch der Teilnehmer und zum Diskutieren. Kennenlernen konnten wir u.a. Vertreter russlanddeutscher Organisationen aus der Region, LehrerInnen, Permer THKler und deren Bekannte ... Leider waren unseres Wissens nach keine Vertreter von Staat und Wirtschaft anwesend und auch der Workshop, der explizit der Zusammenarbeit von Staat, Wirtschaft und Zivilgesellschaft gewidmet war, fiel aus. Die beiden angebotenen Workshops "Interkulturelle Kommunikation" und "Ausbildung für die Zivilgesellschaft" waren aber beide sehr spannend. Interkulturelle Kommunikation widmete sich nicht nur internationaler Kommunikation, sondern bezog auch die Sphären Staat, Zivilgesellschaft und Wirtschaft als unterschiedliche "Kulturen" mit ein. Im Workshop "Ausbildung für die Zivilgesellschaft" gab es lebhafte Diskussionen darüber, welche Werte und Kompetenzen Bürger brauchen, um die Zivilgesellschaft aktiv mitgestalten zu können. Im Anschluss konnten die Konferenzteilnehmer noch aus erster Hand ein sehr erfolgreiches Projekt des Permer THK kennenlernen: denn die Forum-Theatergruppe hatte ein Theaterstück vorbereitet, das zum Gegenstand hatte, wie ein junger Mensch ein Projekt in Zusammenarbeit mit staatlichen Stellen und Sponsoren aus der Wirtschaft zu verwirklichen versucht, vorbereitet. Die meisten unsere TN kannten zwar die Methode des Forum-Theaters, aber hatten sie noch nicht auf der Bühne erlebt. Den Zuschauern, die beim Forum-Theater zu aktiv Mitwirkenden wurden, gefiel das Forumtheater sichtlich.

Das regionale Alumni-Treffen verbunden mit der THK-Konferenz war für alle eine sehr spannende und fruchtbare Mischung aus Erfahrungsaustausch, Entwickeln neuer Ideen, Kennenlernen des Permer THK-Modells und Diskussionen über Partnerschaft zwischen Zivilgesellschaft, staatlichen Institutionen und Privatunternehmen in Russland.

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Projektinfo

Zeitraum: 20. bis 22. November 2006

Ort: Perm/Russland

Projektteam: Inna Leventschuk, Ksenija Baranova, Monika Neune