Verbleibstudie für die MOE-Diplomatenausbildung des Auswärtigen Amtes

Seit mehr als einem Jahrzehnt bietet das Auswärtige Amt (AA) in deutscher Sprache Fortbildungskurse für Jungdiplomaten aus Mittel- und Osteuropa an. Weit über 500 Teilnehmer absolvierten bislang diese Lehrgänge und arbeiten entweder im Außenministerium ihres Heimatlands oder an Botschaften im Ausland, darunter auch viele in Deutschland.

Der Leiter der Internationalen Diplomatenausbildung des AA, Dr. Frank Rückert, wollte nun herausfinden, wo diese ehemaligen Teilnehmer heute genau tätig sind. Deshalb erteilte er MitOst den Auftrag, eine Verbleibstudie zu erstellen. So sollte eine zukunftsfähige Datenbank entstehen, damit das AA mit allen seinen Alumni in Kontakt treten und sie in der Zukunft gezielt betreuen kann. Der Projektzeitraum war von Ende April bis August 2005 angesetzt.

Für die Erstellung der Verbleibstudie wurde unter den MitOst-Mitgliedern ein Werkvertrag ausgeschrieben, den der ehemalige Bosch-Lektor Cyrus Salimi-Asl erhielt.

Über die internationale Diplomaten-Ausbildung des Auswärtigen Amtes

Stand anfangs für das Auswärtige Amt die Unterstützung des sich erneuernden diplomatischen Dienst nach den Umbrüchen in Mittel- und Osteuropa im Vordergrund der Ausbildung, geht es heute vor allem darum, junge Diplomaten aus dieser Region noch besser mit Prinzipien und Konstanten deutscher Außenpolitik ? Demokratie und Rechtsstaatlichkeit, Friedenspolitik und Multilateralismus ? vertraut zu machen und ihnen ein modernes Deutschlandbild zu vermitteln.

Multilaterale Außenpolitik verlangt, Positionen mit Partnern und Verbündeten abzustimmen und sich gegebenenfalls auf gemeinsame Vorgehensweisen und Strategien zu verständigen. Wie hilfreich in solchen Fällen ausländische Kollegen sind, die die eigene Politik aus der Nähe kennen und als "Bündnisgenossen im Geiste? eher als andere bereit sind, eigene Positionen mitzutragen, liegt auf der Hand. Die weit über 500 Alumni der Internationalen Diplomatenausbildung des AA könnten somit eine Art Brückenfunktion übernehmen und besonders gute, ja persönliche Beziehungen garantieren zu Diplomaten des Auswärtigen Dienstes der MOE-Staaten, zu denen im speziellen Fall der Internationalen Diplomatenausbildung sogar die Mongolei, China, Zentralasien und die Türkei gehören. Und das alles in deutscher Sprache!

Wer zu Zeiten des AA-Lehrgangs vielleicht erst am Beginn seiner diplomatischen Karriere stand, kann heute Botschafter sein oder es vielleicht bald werden. Und diese Kontakte wollen gepflegt sein. Aufgrund dieser Überlegungen entstand die Idee der Verbleibstudie ? erster und grundlegender Schritt für eine eventuelle Alumni-Betreuung der über die Welt verstreuten MOE-Diplomaten.