Bildungsziel: Bürger. Politische Bildung in Ländern Mitteleuropas

7.-9. Februar 2008, Kreisau/Niederschlesien

Hintergrund

Im Herbst 1997 fand das erste Kreisauer MitOst-Seminar zum Thema ?Berichte verändern die Welt? statt. Etwa 40 junge Menschen aus Mittel- und Osteuropa nahmen daran teil. Ziel des Seminars war es, die Jugendlichen zu politischer Reflektion anzuregen und Öffentlichkeit für demokratische Gedanken und vielfältige Meinungen zu gewinnen. Im Zentrum der Kreisau-Seminare standen der Aufbau und die Unterstützung  zivilgesellschaftlichen Engagements bei Jugendlichen. Zwei weitere Seminare dieser Art folgten in den Jahren darauf.

Nach dem dritten Kreisau-Seminar 1999 wurde auf der Basis der bisherigen Erfahrungen ein Konzept für politische Bildungsarbeit in Mittel- und Osteuropa entwickelt. Dieses stellte die Grundlage für das Förderprogramm ?Theodor-Heuss-Kolleg? der Robert Bosch Stiftung dar, das 2003  in die Trägerschaft von MitOst übergeben wurde.

Im Jahre 2007 feiert MitOst sein 10-jähriges Engagement in der politischen Bildung. Mit der Konferenz ?Politische Bildung in den Ländern Mitteleuropas? möchte der Verein das Thema wieder stärker ins Zentrum seiner Vereinsarbeit rücken.

Thema

Dass die Zivilgesellschaft eng mit der Effizienz der politischen Bildung und dem Funktionieren des Dritten Sektors (NGO) zusammenhängt, ist unumstritten. Nach 17 Jahren der Etablierung der jungen Demokratien in Mittel- und Osteuropa kann man die Frage stellen, wie sich die Zivilgesellschaft in Polen, Tschechien, Ungarn oder Lettland entwickelt. Auf welche mentalen, kulturellen und rechtlichen Grenzen stößt ihre Entfaltung in den jeweiligen Ländern und welche Faktoren sowie Lösungsansätze waren und sind für sie förderlich? Welche Konzepte der politischen Bildung werden in den jeweiligen Ländern durch unabhängige Stiftungen und Vereine entwickelt und realisiert? In wieweit ist der Staat dabei in den unterschiedlichen Ländern durch entsprechende Gesetzgebung oder Finanzierungsmöglichkeiten dem dritten Sektor behilflich, besonders vor dem Hintergrund der EU-Finanzierungsmöglichkeiten? Welchen Anteil an der Entwicklung der politischen Bildung hatten die deutschen Stiftungen?

Diese Fragen sind umso wichtiger, als dass sie kaum in den jeweiligen Länder gestellt werden ? und wenn, dann nur durch Engagierte aus dem dritten Sektor, die sich selten in öffentlichen Debatten durchsetzen können. Auch fehlt es in den Ländern Mitteleuropas meist an der internen Integration und Koordination.

Ziele

Ziel der Konferenz ist die kritische Diskussion über den Zustand und die Entwicklungsbedingungen der Zivilgesellschaft in den Ländern Mitteleuropas sowie der Vergleich innovativer Lösungsansätze und Förderungsmöglichkeiten. Thematisiert werden aktuelle Konzepte der politischen Bildung in Mitteleuropa, aus dem deutschsprachigen Raum übernommene Konzepte sowie Perspektiven und Herausforderungen konzeptioneller und finanzieller Natur.

Es gilt also, den Aufbau- und Etablierungsprozess der Zivilgesellschaft sowie politische, wirtschaftliche, rechtliche und soziale Rahmenbedingungen für zivilgesellschaftliches Engagement in den Ländern Mitteleuropas zu reflektieren. Eingeleitet werden soll dies durch den Erfahrungs- und Wissensaustausch zwischen Praktikern (engagierten Menschen mit Erfahrung in der Projektarbeit), Fachexperten (Politologen, Soziologen) sowie Förderern (Stiftungen, EU, Regierungen).