Mitglied des Monats



Ana-Maria Stuth, Berlin, Deutschland

Die in Bukarest geborene Ana-Maria leitet zur Zeit das Freiwilligenkolleg sowie die Agentur für Qualität in Freiwilligendiensten (Quifd), zwei von der Robert Bosch Stiftung mitinitiierte und geförderte Programme. Nach einem Praktikum in der Geschäftsstelle von MitOst e.V. und verschiedenen Werkverträgen in den trägerschaftlichen Programmen hat sie zuletzt als Programmreferentin beim Theodor-Heuss-Kolleg gearbeitet.

Malte Frye sprach mit Ana über zivilgesellschaftliches Engagement und ihren Blick auf MitOst e.V.

Du bist seit 2006 für MitOst aktiv. Was hat Dich zum Verein geführt?
Zu MitOst wurde ich über meine Arbeit bei Copernicus- einem ehrenamtlichen Verein zur Förderung ost-, südost- und mitteleuropäischer Studierender- geführt. Über die Mitgliedschaft von Copernicus bei Initiative MOE lernte ich schließlich MitOst kennen. Ein Grund für mein damaliges Praktikum bei MitOst bestand u. a. auch darin von einem großen und etablierten Verein für die eigene Vereinsarbeit zu lernen.

Was fasziniert Dich am meisten an der Arbeit von MitOst?

Ich glaube was wirklich spannend ist, ist die Vielfalt. Auch die Entstehungsgeschichte des Vereins von einem kleinen Verein hin zu dem was MitOst heute ist, ist etwas Besonderes. Zudem finde ich es faszinierend, dass MitOst es trotz des Spannungsfeldes zwischen Haupt- und ehrenamtlichen Tätigkeit sowie den Programmförderern und ihren z. T. unterschiedlichen Interessen und Zielen geschafft hat sich zu etablieren. Es ist eine kleine Erfolgsgeschichte wie sich der Verein aufgebaut hat.

Im Moment befindet sich der Verein so wie ich es sehe in einer größeren Umbruchsphase, die mit einigen Unsicherheiten verbunden ist. Diese zu überwinden, sich wieder etwas mehr auf die Wurzeln des Vereins zu besinnen, die Mitglieder und Ehrenamtlichen wieder verstärkt einzubinden und eine größere Selbständigkeit wünsche ich MitOst. Das Potential dafür ist vorhanden.

Was sind Deine zukünftigen Aufgaben? Du hast die Leitung eines Projekts übertragen bekommen.

Ja, im Moment bin ich unter anderem Leiterin des Freiwilligenkollegs: Wir sprechen ehemalige Freiwillige wie bspw. vom Freiwilligen Sozialen oder Ökologischen Jahr oder von weltwärts an, die sich nach wie vor engagieren. Das Kolleg bietet in drei einwöchigen Seminaren eine Fortbildung in Projektmanagement an. Dadurch sollen zum einen die ehemaligen Freiwilligen Anerkennung für das was sie geleistet haben erfahren. Zum anderen  können sie theoretisches und praktisches Werkzeug für Projektarbeit erlernen bzw. ihre Kenntnisse vertiefen. Das Kolleg vermittelt demnach Wissen für ehrenamtliches Engagement aber auch nützliches Wissen für die berufliche Zukunft. Ein wichtiger Bestandteil des Kollegs ist auch der Austausch mit Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik, Kultur und Bildung.

Wenn Du genug Zeit und Geld hättest, was für ein Projekt würdest Du gerne verwirklichen?
Eine ganz konkrete Idee habe ich nicht. Engagement im weiteren Sinne wäre ein Projektziel. Zivilgesellschaftliches Engagement zu fördern und Begeisterung für Engagement aufzubauen. Jungen Menschen zu zeigen, dass man durch eigene Initiative viel erreichen kann. Vor allem in Osteuropa, trotz der Tatsache, dass dort schon viel passiert ist. Man sollte schon in der Schule ansetzen, eine Kultur des Engagements aufbauen und dem Staat nicht alles überlassen. Der Begriff der Subsidiarität trifft es- der Staat sollte nur das tun was wir nicht tun können.

Wirst man Dich dieses Jahr auf dem MitOst-Festival sehen?
Ich weiß leider nicht ob ich es dieses Jahr nach Uzhgorod schaffen werde. Es wäre schade, denn mit dem MitOst-Festival verbinden mich viele positive Erinnerungen. Ich kann mich noch sehr lebhaft an das Festival 2006 erinnern. Neben der Tatsache, dass ich hier viele andere MitOstler treffen konnte, war es für mich etwas sehr besonderes, da ich z. T. selbst in Temeswar groß geworden bin. Auf dem Festival habe ich die Stadt mit ganz neuen Augen gesehen. Es war auch sehr berührend und schön zu sehen wie die vielen MitOstler die Stadt wahrnahmen.

Ich danke Dir für das Gespräch, Ana.

Vielen Dank an Dich.