„P o l i t i k b r a u c h t E x p e r t i s e“
Am 20. Februar 2008 hat MitOst im Rahmen eines Parlamentarischen Abends vier Programme der Robert Bosch Stiftung im Deutschen Bundestag präsentiert. Gastgeber waren die drei Parlamentariergruppen für die Zusammenarbeit mit Russland, Belarus und der Ukraine.
Vorgestellt wurden das Lektorenprogramm, das Theodor-Heuss-Kolleg, die Initiative Mittel- und Osteuropa und das Programm Kulturmanager aus Mittel- und Osteuropa. Ziel des Abends war es, den an Osteuropa interessierten Mitgliedern des Bundestages aufzuzeigen, dass durch die handlungsorientierte Förderung von Stipendiat/innen eine nachhaltige Wirkung für die Stärkung der Zivilgesellschaft und auch die Völkerverständigung erreicht werden kann.
Zudem ging es darum, die Kontakte des MitOst e.V. und der Robert Bosch Stiftung im parlamentarischen Raum zu stärken. „Wir hoffen, dass Sie unsere Stiftung als potentiellen Partner für künftige Initiativen in diesen Ländern wahrnehmen“, so Professor Dr. Joachim Rogall, Bereichsleiter Völkerverständigung für Mittel- und Osteuropa in der Robert Bosch Stiftung in seiner Begrüßungsrede.
Der Einladung zum Parlamentarischen Abend waren 12 Mitglieder des Bundestages gefolgt, u.a. Marieluise Beck (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN), Gustav Herzog (SPD), Bärbel Kofler (SPD), René Röspel (SPD) und Dr. Ilja Seifert (DIE LINKE).
S t i p e n d i a t i n n e n u n d S t i p e n d i a t e n a l s E x p e r t e n
„Politik braucht Expertise“ - so schloss Professor Gert Weisskirchen, Außenpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, seine Ansprache. Expertise gewährleisteten an diesem Abend junge Stipendiat/innen, die von ihren Erfahrungen innerhalb der Förderprogramme berichteten und mit den Parlamentariern ins Gespräch kamen.
D e m E n g a g e m e n t e i n e F o r m g e b e n: T H K
Stellvertretend für das Theodor-Heuss-Kolleg schilderte Alona Karavay ihren Weg, der sie über das Sommerseminar „Europa- nicht ohne uns!“ zunächst zur Projektarbeit brachte, bevor sie selbst die kolleginterne Ausbildung zur Seminarleiterin absolvierte. Lebhaft beschrieb sie, wie sie durch das Kolleg zu einer Form, einer „DIN im guten Sinne“ für ihr schon vorher vorhandenes Engagement fand und wie dies über die punktuelle Arbeit an konkreten Projekten zu einem langfristigen Engagement in ihrem Heimatland Ukraine führte.
L e b e n a b s e i t s d e r K l i s c h e e s: L e k t o r e n p r o g r a m m
Von ihrem Aufenthalt als Bosch-Lektorin in Belarus berichtete Ina Werner, die heute das Lektorenprogramm selbst leitet. Sie hob die Möglichkeit hervor, das „normale Leben“ in diesem Land kennen zu lernen - im Gegensatz zu dem Schwarz-Weiß-Bild, das man durch die Medien vermittelt bekomme. Neben dem täglichen Arbeitspensum als Lektorin habe sie im Rahmen des Programms auch andere Möglichkeiten genutzt – wie etwa die, gemeinsam mit dem Rektor der deutschsprachigen Fakultät zu beraten, wie man diese verbessern könnte.
P l o t k i u n d d i e I n i t i a t i v e M O E
Stellvertretend für das von MitOst im Auftrag der Robert Bosch Stiftung durchgeführte Programm „Initiative Mittel- und Osteuropa“ waren Stephanie Endter und Christian Stollwerk eingeladen. Sie stellten ihr Magazin Plotki vor, dessen Team dem Initiativenverband angehört und Texte und Fotos „from around the block“ veröffentlicht. „Initiative MOE“ förderte die Entwicklung der einzelnen Initiativen bislang unter anderem durch Fortbildungen zum Thema Fundraising oder Öffentlichkeitsarbeit – was den Mitarbeitern von Plotki „mit ihrem eher künstlerischen Hintergrund“, so Christian Stollwerk, sehr gut getan habe.
P e r s p e k t i v e n w e c h s e l: K u l t u r m a n a g e r
a u s M i t t e l - u n d O s t e u r o p a
Wie ihn als Kulturmanager „eine kleine Stadt vor große Herausforderungen“ stellte, erfuhr das Publikum von Ales Kudrytski aus Minsk. Im Rahmen des Programms „Kulturmanager aus Mittel- und Osteuropa“ arbeitete er ein Jahr lang an der Evangelischen Akademie Sachsen-Anhalt e.V. Wittenberg. Mit-Stipendiatin Soja Lukjanova beschrieb das Programm mit dem Wort „Perspektivenwechsel“: Ihre Arbeit an einer deutschen Kulturinstitution habe auch den Blick für das eigene Land geschärft – und nicht nur das. Die Kontakte zu MitOst erwiesen sich in ihrem Fall als programmübergreifend und besonders nachhaltig: Begeistert von der Idee des Theodor-Heuss-Kollegs half Soja Lukjanova, das Modell auf ihre Region Perm zu übertragen, wo sie heute auch arbeitet.