MitOst diskutiert



G e s p r ä c h e   "a m   K a m i n"

Diskutiert wurde schon immer viel bei MitOst - besonders auf den Festivals, wo Mitglieder geballt zusammen kommen. In diesem Jahr möchten wir dieses Potential nutzen und der Diskussionslust besonderen Raum geben. Anstelle von Podiumsdiskussionen wird es viele kleine Einzelveranstaltungen geben, bei denen sich jeder direkt einbringen kann. Ob es um den Kulturbegriff unseres Vereins geht oder um die Rezeption von Anne Franks Tagebuch in MOE - das Festival 2007 wird ein Festival des Gesprächs! An dieser Stelle vorab eine Übersicht der geplanten Veranstaltungen. Ein Teil der Diskussionen findet in eigens eingerichteten "Kaminzimmern" statt. Wenn technisch alles klappt, wird das lodernde Feuer (und sei es elektrisch) hoffentlich unsere Gespräche anheizen... Die Reihe "MitOst-Kamingespräche" soll - von Mitgliedern organisiert - auch nach dem Festival fortgeführt werden und ein neuer Schwerpunkt von MitOst werden.

 

Kulturelle Komponenten in der Bürgergesellschaft

18.10 I 14:30 – 15:45 I Zentrale – Kaminzimmer I Ost-West-Kolleg

In welchem Verhältnis stehen die Hoch-, Populär- und die Alltagskultur zur lebendigen Gesellschaft? Welche Rolle spielen Kulturprojekte bei der Aktivierung der Bürgergesellschaft und welche Bedeutung hat wiederum die Bürgergesellschaft für die Qualität und Vielfalt des kulturellen Lebens? Welche künstlerischen und welche gesellschaftlich- öffentlichkeitsrelevanten Kriterien und Argumente sind entscheidend für die Förderung der einzelnen Projekte durch die Stiftungen? Wie werden die Aufgaben, Zuständigkeiten und Verantwortungen zwischen dem Staat, den Bürgern und den nichtstaatlichen Organisationen verteilt?

Gäste: Tobias J. Knoblich, Geschäftsführer des Landesverbandes Soziokultur Sachsen e.V. , N.N., Programm „Kulturmanager aus Mittel- und Osteuropa“ der Robert Bosch Stiftung

Moderation: Jens Adam, MitOst-Alumni-Vertreter des Programms "Robert Bosch Kulturmanager in Mittel- und Osteuropa“

 

Antirassismusarbeit zwischen Deutschland und MOE

18.10 I 16:15 –  17:30 I Zentrale – Kaminzimmer

Wie kann bei der Gestaltung von Jugendprojekten ein niedrigschwelliger Zugang mit einem qualitativ hochwertigen Projekt in Einklang gebracht werden? Zusatzfrage: Wie erreicht man die „richtigen“ Jugendlichen/Zielgruppen? Welche Besonderheiten sind bei Bildungsprojekten in Mittel- und Osteuropa, insbesondere im deutsch-polnischen Austausch bei den Themen Antirassismusarbeit und Antisemitismus – gestern und heute – zu beachten? Sport und Integration – wie nachhaltig und wirkungsvoll sind internationale Sportprojekte?

Gast: Christiane I. Fetscher, F.C. Flick Stiftung gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Intorleranz

Moderation: Katharina Dietrich, Leiterin des Kooperationsprojektes „Bewege“, Anti-BIAS Trainerin

 

Sprachvermittlung durch den Alltag

18.10 I 17:15 – 18:30 I City Center (Fish Bowl Format)

In der Diskussion wird den Fragen nachgegangen, welche Erfahrungen in der durch den Sprachunterricht geförderten interkulturellen Vermittlungsarbeit bekannt sind, welche Phänomene des Alltags hierfür besonders nutzbar sind. Es wird u.a. die Frage erörtert, ob eine zweisprachige Straßenbeschilderung sinnvoll hinsichtlich des Zusammenwachsens einer geteilten zweisprachigen Stadt sein kann. Welche Möglichkeiten kann die Grenzstadt Görlitz-Zgorzelec nutzen, um die Einwohner einander näher zu bringen, Vorurteile abzubauen und die Binationalität als Chance zu betrachten?

Gäste: Waldemar Czachur, Zentrum für internationale Beziehungen, Warschau, Martin Gbur, Europäischer Freiwilliger am Edith-Stein-Haus in Breslau, Polen, Heike Fahrun, Seminarleiterin im Theodor-Heuss-Kolleg, Passanten

 

Zivilgesellschaft AG

18.10 I 19:00 – 20:15 I Zentrale – Rosa Salon

Engagement für Demokratie, politische Bildung und Stärkung der Zivilgesellschaft sind Themen, die MitOst seit seiner Gründung bewegen. Schon bei den Kreisau-Konferenzen 1997, 1998 und 1999 ging es genau um diesen Themenkreis. Was MitOst bislang aber fehlte, ist ein Ort, bzw. ein Gremium, wo thematisch und strategisch besprochen und entschieden wird, welche Akzente MitOst beim Thema Zivilgesellschaft setzen möchte. Deshalb soll auf dem Festival – ähnlich wie bei der parallelen Gründung einer Kultur-AG – mit der AG Zivilgesellschaft erstmals ein Raum dafür geschaffen werden, dies zu besprechen.

Gäste: MitOst-Mitglieder, Vorstand

Moderation: Grzegorz Nocko, MitOst-Vorstandsmitglied und THK-Seminarleiter, Waldemar Czachur, Zentrum für internationale Beziehungen, Warschau

 

Kultur AG

18.10 I 19:00 – 20:15 I Zentrale – Kaminzimmer

MitOst setzt sich den Kulturaustausch in Mittel-, Ost- und Südosteuropa zum Ziel. Seit seiner Gründung führen Mitglieder des MitOst e.V. Projekte durch, die mit Kultur und ihrem Austausch zu tun haben. Oft stehen auch Künstler und künstlerische Prozesse im Mittelpunkt. Seit einigen Jahren sind die Alumni der beiden Kulturmanagerprogramme der Robert Bosch Stiftung Mitglieder des Vereins. Für sie hat das Thema Kultur(-austausch) eine besondere Relevanz. Mit der Gründung einer Kultur-AG soll innerhalb des Vereins eine Plattform für alle Mitglieder entstehen, die sich dem Thema intensiv widmen möchten.

Gast: Teilnehmer der Kultur AG

Moderation: Jens Adam, MitOst-Alumni-Vertreter des Programms "Robert Bosch Kulturmanager in Mittel- und Osteuropa", Darius Polok, Leiter des Programms „Kulturmanager aus Mittel- und Osteuropa“ der Robert Bosch Stiftung

 

Aktivnost – Engagement in Russland zwischen Nichtregierungsorganisationen und Kreml-Jugend

19.10. I 10:45 – 12:00 I Zentrale – Kaminzimmer

Über Situation, Perspektiven, Herausforderungen, Schwierigkeiten und Förderung von und für Jugendliche in Gesellschaft und Politik in Russland.

Gast: Egor Kazakov,  Leiter der Abteilung für Jugendpolitik im Ministerium für Kultur und Jugendpolitik des Gebietes Perm (Russland) aus dem Permer Kooperationsprojekt "Engagement täglich" des Theodor-Heuss-Kollegs der Robert Bosch Stiftung und des MitOst e.V.

Moderation: Peter Wittschorek, Leiter des Theodor-Heuss-Kollegs der Robert Bosch Stiftung und des MitOst e.V.

Übersetzung: Zoja Lukjanova

 

Kultur im ländlichen und urbanen Raum

19.10. I 14:00 – 15:15 I Zentrale – Kaminzimmer I Ost-West-Kolleg

Modellversuch in Sachsen – Möglichkeiten einer alternativen Kulturfinanzierung mittels Einbindung aller sächsischen Kommunen. Weiterer Themenschwerpunkt: Wie beeinflussen sich Kultur und Wirtschaft im ländlichen Raum bzw. in Ballungszentren?

Gast: Prof. Matthias Munkwitz, Professor Hochschule Zittau/Görlitz

Moderation: Philipp Bormann, Mitarbeiter der Forschungsgruppe Theaterverbund Neiße, Institut für kulturelle Infrastruktur Sachsen

 

Regionalisierung bei MitOst

19.10 I 15:00 – 16:15 I Zentrale – Rosa Salon

MitOst umfasst einen großen geographischen Raum. Um die Lebendigkeit des Netzwerks zu gewährleisten benötigt der Verein regional organisierte Strukturen. Sind es aber wirklich die Regionen, an denen wir uns orientieren müssen? Könnte die Lebendigkeit des Vereins nicht auch durch andere integrative Phänomene wie etwa ein gemeinsames Thema gefördert werden? Welche regionalen Modelle haben sich bewährt? Womit identifizieren sich die Mitglieder von Görlitz bis Saratow, wenn es um MitOst geht? Sehr gerne würden wir während der Diskussion Anregungen und Meinungen sammeln.

Moderation: Nora Hoffmann, Beauftragte für Regionalisierung im MitOst-Vorstand, Ivanna Pekar, Seminarleiterin im Theodor-Heuss-Kolleg

 

Generation 1989 – ein Projekt von MitOst, n-ost und Research Network 1989

19.10 I 15:30 – 16:45 I Zentrale – Kaminzimmer

Welchen Beitrag leistet die Generation, die nach 1989 als erste in Europa frei reisen und ihre Ausbildung auch im Ausland absolvieren konnte, zur europäischen Entwicklung? Dabei stehen die Gegensätze Mobilität-Immobilität, Bildung-Unbildung, Internationalität-Nationalismus im Zentrum der Diskussion. Das Projekt beginnt Anfang 2008 mit der Vernetzung von verschiedenen Europäischen Netzwerken der „Generation 1989“, wird 2008 in regionalen Workshops weiter entwickelt und soll 2009 in einer großen Abschlusskonferenz zum 20. Jahrestag der Wende 1989 gipfeln.

Gast: Chris Armbruster, Research Network 1989

Moderation: Sascha Götz, Geschäftsführer MitOst e.V.

 

Mitteleuropa – Demokratien in der Krise?

19.10 I 17:00 – 18:15 I Zentrale – Rosa Salon

Hatten die Kritiker also doch Recht, als sie vor der angeblich voreiligen Aufnahme der ehemals kommunistischen Staaten Mitteleuropas in die Europäische Union warnten? Ziehen die neuen Mitglieder die gesamte EU nun in einen Strudel innenpolitischer Instabilität, außenpolitischer Handlungsunfähigkeit und gesellschaftlicher Polarisierung? Polen schlittert seit Monaten in einer Regierungskrise, in Tschechien herrschte nach den Wahlen ein monatelanges Patt, in der Slowakei ist eine nationalistische Partei an der Regierung beteiligt und in Ungarn wurde bei Demonstrationen das öffentliche Fernsehgebäude gestürmt und angezündet. Geraten die Demokratien Mitteleuropas in eine ernsthafte Krise – oder ist das ein vorschnelles Urteil aus einer typisch „westlichen Sicht“, die die Hintergründe der Entwicklungen in diesen Ländern nicht versteht? Im Kamingespräch „Mitteleuropa – Demokratien in der Krise?“ mit Dr. Gereon Schuch (Historiker) und Stephen Bastos (Politologe) sollen die Ursachen der politischen Turbulenzen in den neuen EU-Staaten hinterfragt, analysiert und diskutiert werden.

Gäste: Dr. Gereon Schuch und Stephen Bastos, Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik e.V.

 

Internationalität in der Schule – ein Erfahrungsaustausch

19.10 I 17:00 – 18:15 I Zentrale – Kaminzimmer

Neben traditionellen Unterrichtsformen werden von Schulen heute vermehrt auch zusätzliche Angebote im Bereich der informellen Bildung erwartet. Internationale Projektarbeit mit Schul- und Jugendgruppen bietet vor diesem Hintergrund nicht nur Begegnungen mit anderen Ländern und Kulturen, sondern auch Erfahrungen im eigenverantwortlichen Arbeiten und in der interkulturellen Kommunikation. Welchen Stellenwert hat diese Form der informellen Bildung im heutigen Schulsystem? Wie können Schulen bei der Umsetzung solch internationaler Projekte unterstützt werden?

Gäste: Robin Gosejohann, Erste Bank Stiftung, Wien, Jochen Krüger, Teilnehmer eines Preisträgerprojekts 2006 „Frieden für Europa“, Petr Horenovský, Lehrer und Projektleiter eines vom Programm "Junge Wege in Europa" geförderten Schülerprojekts

Moderation: Sanna Schondelmayer, Trainerin

 

Rezeption des Anne Frank Tagebuches

19.10 I 19:00 – 20:00 I Zentrale – Rosa Salon

Anne Franks „Tagebuch“ zählt zu den meistgelesenen Jugendbüchern der Welt. Im Jahre 1947 wurde es erstmals unter dem Titel Het Achterhuis auf Niederländisch veröffentlicht. Übersetzungen in mehr als sechzig Sprachen folgten. Ab Mitte der 1950er Jahre erschienen Ausgaben in der ČSSR, Ungarn, Polen, Rumänien, der UdSSR, Jugoslawien, Bulgarien und anderen mittel- und osteuropäischen Ländern. Auch das amerikanische Theaterstück „Das Tagebuch der Anne Frank“ wurde dort auf vielen Bühnen aufgeführt, so schon 1957/58 in Prag und in Bukarest. Welche Rolle spielte das „Tagebuch“ in Mittel- und Osteuropa? Wie wurden das Buch und das Theaterstück wahrgenommen? Gab es andere Tagebücher, die bedeutender waren? Das Kamingespräch hat eine erste Annäherung an Fragen wie diese zum Ziel.   

Gast: Sylke Kirschnick, studierte Literaturwissenschaft, Theaterwissenschaft und Philosophie und promovierte 2004 mit einer kulturgeschichtlichen Arbeit in Berlin

 

Erinnerung und Verantwortung in der Projektarbeit mit MOE

19.10 I 19:00 – 20:00 I Zentrale – Kaminzimmer

Völkerverständigung, Toleranz und Demokratie gehören zur unabdingbaren Wertegrundlage der Projektarbeit des MitOst e.V. und vieler anderer Akteure. Ihre Grundlage haben diese Werte in der europäischen Geschichte, die immer wieder auch von der Missachtung dieser Werte, von Rassismus, Krieg und Unterdrückung geprägt war. In welchem Verhältnis stehen Geschichtsbewusstsein und Verantwortung heute? Welchen Stellenwert hat die Beschäftigung mit Vergangenheit für den heutigen Einsatz für unsere Werte? Darüber spricht Monika Nikzentaitis-Stobbe Götz mit Günter Saathoff, Vorstand der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ und mit Andreas Metz, dem Geschäftsführer von n-ost e.V., einem Korrespondentennetzwerk, das unter anderem auch Recherchestipendien für Reportagen zum Thema Rechtsextremismus und Antisemitismus in MOE vergibt.

Gäste: Günter Saathoff, Vorstand der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ Andreas Metz, Geschäftsführer n-ost e.V.

Moderation: Monika Nikzentaitis-Stobbe, ehem. Vorsitzende des MitOst e.V. (2004-2006)