Die deutsche Gesellschaft: Charakteristische Erscheinungen 1945 bis 2000



Bezeichnung des Vorhabens

Das internationale Filmseminar „Die deutsche Gesellschaft: Charakteristische Erscheinungen der Dekaden von 1945 bis 2000", thematisiert in exemplarischen Filmen der jeweiligen Jahrzehnte" mit der Teilnahme von den tschechischen Studenten der Masaryk-Universität und polnischen Studenten der Jagiellonen Universität, auch den Deutschen aus der Organisation Christen in Europa in Krakau.

Sieger sehen anders aus
Sieger sehen anders aus

Ort, Zeitraum, Teilnehmer



Ort: Krakau, 17.-21. April 2002
Projektleiter:

  • Malgorzata Tomaszkiewicz
  • Kamila Mieszczak

Teilnehmer/Innen der Projektgruppe:

  • Anna Sosna
  • Eliza Skowron
  • Boris Blahak

Teilnehmer: Anzahl, Zusammensetzung, Auswahlverfahren:

        Tschechien:

  1. Lenka Masopustova
  2. Jarka Kadlckova
  3. Pavel Chadim
  4. Klara Dalajkova
  5. Jana Micankova
  6. Petra Babackova
  7. Katka Vrbecka
     
    Deutschland:
     
  8. Heiko Klandt
  9. Wolfram Huke
  10. Kirsten Herrmann
  11. Theresa Stülpner
     
    Polen:
     
  12. Katarzyna Milewska
  13. Anna Sikora
  14. Karolina Tworkiewicz
  15. Magdalena Woloszyn
  16. Anna Wróbel
  17. Joanna Szuryn
  18. Justyna Jadczyk
  19. Patrycja Ciechanowicz
  20. Dominik Przeklasa
  21. Anna Slawska
  22. Anna Pastuszak
  23. Justyna Gancarczyk
  24. Agata Zieba
  25. Anna Wozny

Tschechische Studenten von der Masaryk-Universität und polnische Studenten von der Jagiellonen Universität, auch die Deutschen aus der Organisation: „Christen für Europa" in Krakau.

Gesamtzahl: Insgesamt nahmen an diesem Seminar 25 Personen teil.

Inhalte des Projekts, Methoden, Zeitplan



Das Projekt ist als die Fortsetzung des Brünner Projekts, das 13-17 Februar veranstaltet wurde. Die Gruppe, die aus 25 Personen bestand, hat sich im Rahmen des deutschen Kulturkennenslernens die deutschen Filmen angesehen: in Brünn- nationalsozialistische Filme, in Krakau- Filme über die folgenden Jahrzehnte der Geschichte Deutschlands. Unser Zusammentreffen wurde auch durch die Teilnahme der Deutschen bereichert, umso mehr, als sie aus anderem Kulturkreis kommen und andere Erfahrungen gesammelt.

Das Seminar selbst hat 4 Tage lang gedauert und jeden Tag wurden 3 Filme gezeigt, für die die Vorträge von den einzelnen Teilnehmern vorbereitet wurden.

2. Vorbereitung:



Beteiligte

Je nach Möglichkeit haben alle Teilnehmer aus der polnischen Seite daran geholfen, den Workshop zu organisieren, Unterkunft und zum Teil Verpflegung für unsere tschechische Gäste zu beschaffen. Die Arbeitsverteilung erfolgte schnell, jeder bekam etwas zu tun

Ablauf, Schwierigkeiten, Probleme



Die Teilnehmer des Seminars
Die Teilnehmer des Seminars

Und wirklich ist der Zug aus Brünn nach Krakau angekommen. Nicht pünktlich, wie man es erwartet hat, aber endlich. Endlich konnte die Brünner Seminarfortsetzung aufs Neue beginnen. Seit Februar, also seit unserem Treffen mit den tschechischen Studenten in Brünn haben wir uns- also der Germanistenzirkel auf ihre Einreise in Krakau vorbereitet. Sehr mühsam und lange dauerten Vorbereitungen. Am Anfang wollten nur wenige daran teilnehmen, mit der Zeit aber waren es immer mehr Leute. Inzwischen haben wir ein Paar Deutsche aus der deutschen Organisation „Christen für Europa" kennen gelernt und natürlich zu unserem Seminar eingeladen. Wir dachten nämlich so: Tschechen und Polen sind schon eigentlich ein gutes Team und was wäre, wenn man noch die Deutschen dazu „hinzufügte"? Es war wirklich eine gute Idee.

Also gut! Die Leute sind da, und was mit dem Programm? Mit Geld, Räumlichkeiten, Referenten?? Jetzt begann „Berg up". Plötzlich ist uns eingefallen, dass wir zu den finanziellen Zwecken unser Verein MitOst e.V. „ausnutzen" können. Es war aber schon zu spät um sich um das Geld aus dem Soforthilfetopf zu bewerben. Was soll ich jetzt tun? Kurze E-Mail an Esther Smykalla unsere Schatzmeisterin. Die bejahende Antwort: Kamila du kannst noch dein Projekt nachträglich schicken. In Hast und Eile, nachträglich, aber gelungen. Während dessen hatte ich nur ein Gedanke im Kopf: wir hatten kostenlose Reise, dazu noch die Nächtigungen in Brünn und womit können wir den Tschechen vergelten? Ohne MitOst... Wenn wir schon Geld hatten, ging´s schnell. Unser Professor Herr Lipinski äußerte seine Bereitschaft die tschechischen Gäste zu begrüßen, Frau Ewa Bojenko-Izdebska aus der Fakultät für Politikwissenschaft war einverstanden ein Referat zu halten und wir wandten uns an unseren guten Bekannten den Lektoren der Bosch-Stiftung in Krakau Christian Knappe mit einer Frage, ob er auch ein Paar Worte als der Augenzeuge des Mauerfalls sagen könnte? Die größten Probleme, wie es sich gezeigt hatte, waren mit den Räumlichkeiten an unserer Philologie. Auf einmal waren alle Räume besetzt und wir hatten keinen freien Raum zur Verfügung. Wir wandten uns an Frau Doktor Slawomira Kaleta-Wojtasik- die Leiterin unseres Germanistenzirkels, damit sie uns dabei half. Sie stellte uns die freien Räume an der schwedischen Philologie zur Verfügung, welches Angebot wir mit großer Freude annahmen. Es blieb nur ein Tag übrig, und nämlich Donnerstag. Und hier ist wieder unsere Leiterin eingetreten und half uns beim Suchen des Saales für diesen Tag. Wieder gelungen. Jetzt blieb nichts mehr übrig, als auf die tschechischen Gäste zu warten.

3. Durchführung

Das endgültige Programm kann man an dieser Stelle zusammen mit dem Bericht als PDF downloaden
»Download

Kooperationspartner

  • Leitung des germanistischen Instituts an der Jagiellonen Universität,
  • Christian Knappe- der Bosch-Lektor in Krakau,
  • Doktor Ewa Bojenko-Izdebska aus der Fakultät für Politikwissenschaft an der Jagiellonen Universität in Krakau
  • Mitarbeit der Teilnehmer

4. Nachbereitung

Wegen des Ausfalls der Auswertung, musste es nachträglich von den Teilnehmern zugeschickt werden. Jetzt aber begann die mühsamste Arbeit: das Sammeln aller Rechnungen, Berechnung aller Kosten.

Bewertung

5. Zielerreichung



Die Organisationsarbeiten kosten zwar sehr viel Mühe, was auch für die anderen Teilnehmer nicht immer ganz sichtbar ist. Es erscheint immer innerhalb des Verlaufs des Seminars eine gut miteinander arbeitende Gruppe, die den anderen die Aufgaben stellt. Und hier eben sehe ich eine der größten Gefahren und zwar, dass die Organisatoren, also meistens ungefähr 4 Personen nicht alles auf sich nehmen, sondern, dass sie diese Aufgaben auch auf die anderen Teilnehmer verteilen.

Sehr oft steht man vor den Situationen, in denen man sofort Entscheidungen treffen muss, und davon hängt dann der Verlauf des ganzen Seminars. Das sind immer sehr stressige Situationen.

Trotz allen Schwierigkeiten, gegen die man erwartet oder ganz unerwartet verstößt, lohnt sich wirklich sehr diese Zeit und Mühe zu widmen, um dann das Bewusstsein zu kriegen, dass man seine Umwelt nach eigener Vorstellung jedoch gestalten kann, sogar wenn das nur 5 Tage im Jahr dauert. Das Moment, wenn man seine Träume verwirklicht, ist immer fantastisch.

Es wird im nächsten Semester geplant, den dritten Teil des Seminars durchzuführen. Diesmal mit Einbezug der Studierenden aus Litauen, Deutschland und wahrscheinlich auch aus Österreich. Als Thema soll diesmal „Kino der moralischen Unruhe" sein. Einerseits soll das eine Fortsetzung unserer Zusammentreffungen mit den tschechischen Studenten sein, aber jetzt auch auf die anderen Ländern verbreitet. Einzelne Länder sollen anhand der Tätigkeit der einheimischen Regisseure, die das Thema behandelt haben, entsprechende Filme und Referate darstellen. Wir werden versuchen die Art und Weise der Problemdarstellung unter einzelnen Autoren je nach dem Problem und der Nationalität des Regisseurs zu vergleichen. Infolgedessen bekommen wir unter anderen eine sehr breite Sicht darauf, inwieweit sich die Kultur des einzelnen Landes auf das Empfinden und Verstehen der moralischen Probleme auswirkt.

Zu unserem Seminar möchten wir auch eine Dozentin aus dem Filmfakultät aus unserer Universität in Krakau einladen, so dass wir auch etwas theoretisches Wissen dazu bekommen zum Beispiel der Versuch der Deutung von Hauptsymbolen in dieser Art von Filmen. Aus der polnischen Seite wird Polanski und Kieslowski, als die transparente Repräsentanten des" Kinos der moralischen Unruhe" vorgesehen. Alle Filme sollen in der deutschen Version vorgeführt werden. Diese ( zumindest für die polnische Gruppe soll der Boschlektor in Brünn - Boris Blahak besorgen.

Ergebnisse (inhaltlich, praktisch)

Der Workshop hat unseren Germanisten die Geschichte Deutschlands angebracht, so wie auch die Geschichte des deutschen Films an sich selbst. Das Zusammentreffen hat auch sicherlich dabei geholfen, die Kontakte zwischen den Germanisten der Nachbarschaftsländer aufzubauen und dem Austausch zwischen ihnen zu dienen.

Resonanz aller Beteiligten

Alle Beteiligten haben gerne im Team gearbeitet, und an allen Veranstaltungen nach Möglichkeit teilgenommen. Sie waren in der Bereitschaft die nächsten Unternehmen zu organisieren.

6. Öffentlichkeitsarbeit

Das Aushängen der Plakate, die um das Seminar geworben haben und dem ein großes Interesse gegeben haben.

7. Perspektiven

Was die beiden Seiten betrifft, also die tschechische und die polnische, so wird die Partnerschaft zwischen dienen Ländern geplant. Die Direktoren der einzelnen Instituten meinen es gut mit diesem Projekt und für Studenten besteht auf diese Weise die Möglichkeit, durch das sogar kurzfristige Studieren im „Stadt der vergessenen Nachbarn" unsere gemeinsame Wurzeln wiederzuentdecken und Selbstständigkeit zu genießen. Es wird noch das schon seit einiger Zeit geplante Projekt des mehrnationalen Workshops zum Thema „Kino der moralischen Unruhe" geplant.

Geplante Fortführung von Programmen, Projekten, Kooperationen

In der Planung sind nächste Seminare, die auf dem Austausch zwischen der Masaryk- Universität und der Jagiellonen Universität beruhen werden, die künftig (hoffentlich) Partnerschaftsuniversitäten sein werden.

Auswertungsbericht



von Malgorzata Tomaszkiewicz (Germanistikstudentin des sechsten Semesters an der Jagiellonen Universität in Krakau):

Fast alles wurde schon in der obigen Auswertung beinhaltet. Ich möchte nur etwas mehr Persönliches hinzufügen. Ich studiere Germanistik seit 3 Jahren und mit allem Recht muss ich einräumen - das ist ein ganz schweres Studium, Es bleibt nicht besonders viel Zeit zur freien Verfügung und eigentlich hat man ständig das Gefühl, dass sich das echte Leben irgendwo neben dir abspielt. Auf die Idee, um den Germanistenkreis zu gründen kamen wir ganz plötzlich, so wie die besten Ideen es manchmal gewöhnlich haben. Es war nicht einfach. Vom Anfang an mussten wir alles alleine machen, ohne irgendeine Hilfe von der Seite unserer Dozenten. Den Boris haben wir in Kosice zum Gesamttreffen von Mitost kennen gelernt. Es war reiner Zufall, dass wir an der Geburtstagsparty von Mitost ein Gespräch angefangen haben, dessen Folgen bis heute sichtbar sind. Auf einmal entstand ein Projekt, dass wir etwas zusammen machen wollen, nur den genaueren Plan hatten wir noch nicht. 2 Wochen später kam ein E-Mail von Boris mit dem ganzen Projekt, dass damals in Brünn stattfand. Wir waren als Gäste, mit unseren Referaten eingeladen.

Dann kam die Zeit, um die tschechische Gruppe bei uns zu bewirten. Die Vorbereitungen fangen schon mehr als ein Monat früher, was unter uns auch nicht so üblich ist. Wir rannten durcheinander, in der Suche nach Räumen, Genehmigungen, Stühlen. Von den einfachsten Dingen, wie Klopapier im WC bis zu den Referaten, die jeder von uns gehalten hat; mussten wir es alles auf eigenen Faust besorgen. Das, was mich besonders ganz positiv überrascht hat, das war der radikale Wandel in der Einstellung manchen Mitgliedern des Germanistenkreises, und ihre Hilfsbereitschaft, die sie aufgezeigt haben, die ich ehrlich gesagt nie erwartet hätte.

Alle von den tschechischen Teilnehmern waren zum ersten mal in Krakau, wenn nicht überhaupt in Polen. So wollten wir, dass sie sich auch unsere Stadt ansehen. Dazu haben sich 8 Personen freiwillig angemeldet, die einzeln unsere Gruppe durch die Altstadt geführt haben. Wir pflegten auch alle Abenden zusammenzuverbringen, indem wir den tschechischen Studenten auch ein sehr wichtiger Teil der Krakauer studentischer Kultur am Beispiel von manchen sehr gemütlichen Kneipen zu zeigten.

Das ganze Tag über war ununterbrochen unser inhaltlicher Teil des Seminars realisiert, nur mit einer Mittagspause. Manchmal schien das Programm überfüllt zu sein, was man den Teilnehmern an Gesichtern erkennen konnte, aber wir mussten das Ganze innerhalb von 4 Tagen schaffen, was ein bisschen Hektik mit sich bringen musste.

Während der anschließenden Diskussionen stellte sich heraus, dass wir sehr gleiche Erfahrungen mit dem sozialistischen System gemacht haben und noch nie die Gelegenheit hatten darüber miteinander zu sprechen. Wir haben auch festgestellt, dass die Tschechen und Polen gegenseitig keinen Bezug haben; weder einen positiven, noch einen negativen, überhaupt keinen. Wir versuchten den Grund für diese Tatsache zu finden, und dabei sind wir zu den sehr interrasanten Schlüssen gekommen. Die geplante Partnerschaft zwischen unseren Städten soll uns dabei helfen, eben die gegenseitige Beziehung zu finden. Die Miteinbeziehung der deutschen Volontären in die Struktur des Seminars erwies sich als eine tolle Idee. Die Tatsache, dass es unter ihnen sowohl Vertreter der alten Bundesländern als auch der sog. Neuen waren, hat unsere Diskussionen wesentlich bereichert; zB.. was die Erfahrung des Mauerfalls betrifft.

Zu dem ganzen bin ich auch völlig begeistert, wie die Zusammenarbeit mit dem Boschlektoren dem Christian Knappe hier in Krakau verlief. Er war uns jederzeit hilfsbereit und bei unserem Seminar hat er auch einen beträchtlichen Beitrag geleistet.

Anhand der Photos, die gemacht wurden, kann man eigentlich Schritt für Schritt den Verlauf des ganzen Workshops durchgehen. Ich hoffe, die Idee mit dem mehrnationalen Seminar wird tatsächlich verwirklicht, was auch beträchtliche Vorteile mit sich bringt. Ich freue mich jedenfalls über diese Erfahrung und darüber, dass ich meine Freunde im Studium und mich selber in ganz neuen Situationen kennen lernen konnte.

von Anna Sikora i Katarzyna Milewska:

Vom 17. April bis 21 April 2002 fand Workshop-Filmfestival in Krakau statt. Die Studenten von Jagiellonen Universität haben mit Studenten aus Brünn an diesem Treffen teilgenommen. Auch wurden die deutschen Gäste eingeladen. Am Nachmittag dem 17 April 2002 haben wir die Studenten aus Brünn und den Lektoren von der Bosch-Stiftung Boris Blahak am Bahnhof begrüßt. An diesem Tag wurde die Altstadtführung gemacht. Danach trafen wir uns in einem Restaurant „Piwnica Dominikanska" zusammen. Alle waren gut gelaunt und die tschechischen Studenten waren von unserer Stadt Krakau begeistert. Am nächsten Tag um 8 Uhr begann Lenka Mastopustova mit dem ersten Referaten und danach erfolgte die erste Filmvorführung. Währen des gesamten Workshops wurden 7 Filme vorgeführt. Vor jeder Filmvorführung wurde ein Referat gehalten, das in die Problematik des jeweiligen Films einleitete. Nach jedem Film haben wir heftig diskutiert. Oft sind wir zu überraschenden Schlussfolgerungen gekommen. Jeder Abend stand uns zur freien Verfügung. Wir verbrachten diese Zeit in einer gemütlichen Atmosphäre zusammen. An einem Abend waren wir in einer Kneipe Alchemia, die sich in jüdischem Viertel befindet. Am Freitag hat ein deutscher Gast von der Bosch-Stiftung ein Referat zum Thema: „Ein Ossi im November 1989, Mauerfall" gehalten. Das Referat hat uns sehr beeindruckt, weil es schauspielerisch vorgeführt wurde. Nach dem anstrengenden Tag wollten wir uns etwas in einem sehr bekannten Club „Pod Jaszczurami", wohin nur die Studenten rein dürfen entspannen und unterhalten. Alle haben sich gut amüsiert. Am Sonntag hat eine Dozentin Ewa Bojenko-Izdebska vom Lehrstuhl für Politikwissenschaft ein Referat über Studentenunruhen im Jahre 1968 gehalten. Leider war das der letzte Tag unseres Workshops, weswegen wir am Abend ein Abschiedsfeier veranstalteten. Wir haben uns bis spät in die Nacht getanzt und Spaß gemacht. Dabei haben wir uns sattgegessen. An diesem Abend wurden auch Diplome an Teilnehmern des Workshops verteilt. Wir haben interessante Kontakte mit den tschechischen Studenten und den deutschen Gästen aufgenommen. Wir hoffen auf zukünftige Partnerschaft mit der Masaryk- Universität in Brünn. Es scheint uns, dass das gegenseitige Kennenlernen uns geholfen hat, manche Vorurteile abzubauen. Wir haben uns auch mit deutscher Geschichte von 40-er bis 50-er Jahren näher bekannt gemacht.

von Wolfram Huke:

Das Seminar „Die deutsche Gesellschaft: Charakteristische Erscheinungen der Dekaden von 1945 bis 2000, thematisiert in exemplarischen Filmen der jeweiligen Jahrzehnte" verband auf interessante Weise akademischen Vortrag, lebendige Diskussion und anschaulichen Film. Mir hat besonders gefallen, wie ungezwungen und doch sachlich wie frei und doch auf einem hohen Niveau diskutiert wurde. Alle einzelnen Beiträge fügten sich für mich zu einem stimmigen Gesamteindruck zusammen, so dass ich mit Recht sagen darf, dass das Seminar seiner Thematik sehr gut gerecht wurde.

von Boris Blahak:

Der zweite Teil des Binationalen Film-Workshops zeigte mir deutlich die Fähigkeiten auf, die in jungen, begeisterten Menschen stecken, Talente und Kräfte, die freiwerden, wenn es um eine Aktion der Völkerverständigung und Grenzüberwindung geht, von deren Wichtigkeit alle Teilnehmer überzeugt waren.

Die selbstständige Organisation von zwei Gastrednern, die spontane Einbindung von ca. 10 eher zufällig zu unserem Projekt gestoßenen deutschen Zivildienstleistenden, die Raum- und Medienbereitstellung, sowie die planvolle Integration des ganzen Ablaufes in das offizielle akademische Leben der Krakauer Germanistik, auch die Fähigkeit, von den Fehlern des Brünner Workshops zu lernen, machten dieses Krakauer Projekt zu einem wirklich positiven Erlebnis.

Als einzige Kritikpunkte wären die ausgebliebene Diskussion bei zwei Filmen aus Zeitgründen und die fehlende Evaluation des ganzen Workshops am Schluss anzuführen. Die gelungene Abschlussfeier, die Polen und Tschechen stärker denn je miteinander verband, entschädigte allerdings vollauf für diese kleinen Mängel, die beim dritten Teil des binationalen Workshops sicher vermieden werden können, der - wer zweifelt daran!? - im nächsten Jahr wieder StudentInnen der Brünner und Krakauer Germanistik zusammenführen wird. Mein großes Kompliment gilt allen Organisatoren.

von Joanna Szuryn:

Als Studentin des Instituts für Germanistik an der Jagiellonen- Universität Krakau habe ich vom 17. bis 21. April 2002 am binationalen Workshop „Die deutsche Gesellschaft: Charakteristische Erscheinungen der Dekaden von 1945 bis 2000" teilgenommen. Die Filmvorführungen, denen oft hitzige Diskussionen folgten, gaben mir den Einblick in die Entwicklung der modernen deutschen Gesellschaft, mit besonderer Berücksichtigung solcher Probleme, wie Entnazifizierung in Deutschland, Gastarbeiterwellen, Studentenbewegung 1968, Frauenbewegung und Wiedervereinigung Deutschlands. Es gilt zu betonen, das Film als Medium bei der Vermittlung von geschichtlichen Ereignissen eine eigenartige Rolle spielt: die Geschichte spielt sich hier, im Gegenteil zu diversen Lehrwerken, nicht auf der Ebene der großen Politik, der Gipfeltreffen und Friedensabschlüsse ab: in Filmen sieht man Veränderungen im Leben der Einzelmenschen, ihre Gefühle und Ängste, wobei all das, was in Nachschlagewerken auf einige Zeilen komprimiert wird, wird auf einmal konkret und fassbar. Diese Rolle haben die im Rahmen des Workshops vorgeführten Filme meines Erachtens erfüllt.

Darüber hinaus haben mich die Zusammentreffen mit den Tschechischen Studenten persönlich bereichert: wir konnten unsere Erfahrungen austauschen, sowohl im Bezug auf das Studium als auch beispielsweise auf unsere Kindheit, die wir in totalitären Staaten verbracht haben. Somit kann das Workshop ein Beleg dafür sein, dass man nicht unbedingt auf einen Ansporn „von oben" warten muss, um etwas Wertvolles veranstalten zu können.

von Pavel Chadim:

Also, Krakow, was weiter. Ich meine, wer schon einmal in Krakow war, muss wieder nach Krakow kommen. Die Stadt sieht super aus. Ich war von der Atmosphäre begeistert. Zuerst war ich ein bisschen verwirrt, aber schon nach einem Tag habe ich diese Stadt geliebt. Ich finde es super, dass dieser Workshop gerade in Krakow stattgefunden hat. Ich war froh, dass ich fast auf dem Hauptplatz gewohnt habe. Das war für mich unglaublich und dafür muss ich Gosia danken, dass sie gerade dort wohnt. Ich meine, unsere polnischen Freunden haben alles super organisiert, ich meine: Video, Fernseher usw.; alles hat geklappt. Die Auswahl an Filmen war auch gut, auch wenn manche Filme mir nicht so gefielen Die Abschlussparty im Studentenwohnheim war toll. Ich war sehr zufrieden. Ich finde das Studentenwohnheim in Krakow toll. Allgemein bin ich sehr froh, dass ich das Leben in Krakow, in einer polnischen Familie ein wenig näher kennen lernen konnte, vielen Dank. Ich glaube, dass alle zufrieden sein mussten, und ich freue mich schon auf den nächsten Workshop.
Bis bald in Krakow, vielen Dank:

von Jarka Kadlckova, II. Studienjahr, Biologie-Germanistik, Uni Brünn

Es ist schon lange her, aber das gute Gefühl aus dem Aufenthalt in Krakau immer bleibt. Das Programm unseres Seminars oder Workshops war sehr gut vorbereitet. Auch die Struktur und das Schema dieser Tagen war sehr gut. Viele von den Filmen und Seminarbeiträgen haben uns dann später (zum Beispiel im Geschichtsunterricht, oder in der Didaktik der deutschen Sprache )geholfen. Die Debatten, die wir geführt haben waren umso interessanter, dass nicht nur die polnischen und tschechischen Studenten, aber auch die deutschen Studenten dabei diskutiert haben. Zum Beispiel die Diskussion über die Zeiten des Kommunismus in den verschiedenen (zur Zeit ex-)kommunistischen Ländern(DDR, Polen, Tschechoslowakei) hat mir sehr gefallen...

Aber was mir besonders gefallen hat? Ihr habt euch sehr gut um uns gekümmert, nicht nur in den Seminarstunden, sondern auch danach. Der Besuch des Ghettos in Kazimierz (mit dem frischgebackenen Kuchen :-), die Atmosphäre, das alles machte uns sehr begeistert von Krakau und von den Studenten(innen). Wenn ich eine Note zu diesem Seminar geben könnte, wäre es eine sehr schöne Eins (ausgezeichnet). Und das alles ohne Übertrieben, wirklich...

Ich muss aber auch schreiben über unseren Besuch in Auschwitz - Birkenau. Das KZ hat einen starken Eindruck an mich gemacht und obwohl es keine schöne Geschichte zeigt, würde ich mindestens allen Lehrern empfehlen, dieses Ort zu besuchen, um den Schülern zu erzählen, was man aus den Rassenvorurteilen aus dem Fanatismus und im Namen eine größere Idee zu machen fähig ist. Große Erfahrung für mich, alles. Tschüß, ich verabschiede mich mit dem tschechischen Ahoj, zdarec palec.