MitOst-Projekte 2007



P o l n i s c h - U n g a r i s c h e r   S c h ü l e r a u s t a u s c h

P r o j e k t d o k u m e n t a t i o n

Polen, 1. - 5. März  2007


Teilnehmer: 40 Personen aus Ungarn, 28 Personen aus Polen

I n h a l t e   d e s   P r o j e k t s

In den angegebenen fünf Tagen wollten wir

  • 2 polnische und zwei ungarische Volkslieder erlernen, mit dem Ziel, dass wir nach fünf Tagen die Lieder präsentieren. 
  • Die Tanzgruppe sollte einen polnischen und einen ungarischen Tanz vorbereiten und auch dem Publikum präsentieren.
  • Für den Samstag haben wir einen Ausflug nach Krakau geplant.
  • Für zwei Abende haben wir eine so genannte `Tanzschule` geplant, wo wir ungarische und polnische Volkstänze erlernen wollten. 


Z i e l e   u n d   E r w a r t u n g e n

Unser wichtigstes Ziel war, dass unsere Schüler Freunde aus anderen Ländern finden und vielseitige Erfahrungen im Umgang mit ausländischen Schülern sammeln. Wir wollten gemeinsame Strukturen der ungarischen und der polnischen Kultur entdecken. Wir haben uns auch das Ziel gesetzt, eventuelle Vorurteile abzubauen und positive Eigenschaften zu entdecken. Schließlich – aber nicht zuletzt –  wollten wir jede Menge Spaß haben an den Tanzabenden und an dem gemeinsamen Ausflug nach Krakau.

 


V o r b e r e i t u n g e n

Singen und Tanzen: Den polnischen Chor hat unsere Polnischlehrerin auf das Projekt vorbereitet. Sie fühlte sich ein bisschen gestresst und unvorbereitet gegenüber den „ungarischen Profis”. In unserer Schule haben die Schüler weder Musik noch Tanzunterricht, und sie sollten in zwei Wochen als ein Chor auftreten... 

Von unseren Schülern besuchen einige eine Tanzschule, wo sie Volkstänze lernen. Diese Schüler haben ohne Lehrer den Anderen die Tanzschritte beigebracht. Ich selber war sehr überrascht und zufrieden mit ihnen weil sie die ganze Choreographie selber eingeübt haben, und Zeit für die Proben fanden. 

Mit der Auswahl der ungarischen Schüler haben wir die ungarischen Gruppenleiter betraut. Leider wurde von der ungarischen Seite kein(e) Deutschlehrer(in) ins Projekt mit eingeschaltet, so wurde auf die Sprache nicht genug geachtet... Trotzdem haben wir keine Probleme mit der Kommunikation gehabt. Die Schüler und die Gruppenleiter haben mit allen möglichen Mitteln versucht, sich zu verständigen, und es gab viel mehr lustige Situationen als peinliche.

D e k o r a t i o n

Die Dekoration haben die Schüler selber vorbereitet. Auf eine Gardine haben sie den Projekttitel geschrieben, und zwei ineinander gefügte Hände, die die polnisch- ungarische Freundschaft symbolisierten. Wir haben auch drei Plakate gemacht. Eines haben wir in der Kirche gelassen, eines im Kulturhaus. Das dritte war eine kleine Fotoausstellung über die Vorarbeiten selbst, das wir in der Schule ausgehängt haben. 


D u r c h f ü h r u n g

Tanz- und Singroben: Die Tanz- und Singproben wurden von den künstlerischen Leitern geführt, die einfach keine gemeinsame Sprache sprachen. Am Anfang wollte ich beim Übersetzen helfen, aber es stellte sich heraus, dass sie sich auch ohne Sprache verständigen konnten. Nur mit Zeichen, mit kurzen Worten und auf der Ebene der Musik und Tanz. Es war ein echtes Vergnügen diesen Proben einfach beizuwohnen. Der Leiter der Tanzgruppe erzählte, dass er bei einer Lehrerin wohnte, die auch in einer anderen Schule unterrichtete. Bevor wir am Freitag mit den Proben anfingen, war er auch in dieser anderen Grundschule und hat ungarische Tanzschritte beigebracht. Er erzählte, dass die Kinder sehr engagiert waren. Solch spontane Kulturvermittlung finde ich sehr interessant!

Unmittelbar nach der Ankunft der ungarischen Gruppe hatten wir die erste Singprobe. Sowohl die ungarische- als auch die polnische Gruppe haben die vorbereiteten Lieder präsentiert, und wir haben zwei Volkslieder mit der gleichen Melodie gefunden! Das war eine so positive und unerwartete Überraschung. Die ungarische Gruppe hat gesungen und plötzlich die polnische Gruppe, die nur zuhören wollte, hatte die gleiche Melodie nur mit polnischem Text leise gesungen. Die Chorleiter haben sich sofort entschieden, dass sie die erste Strophe des Liedes auf Ungarisch, die zweite Strophe auf Polnisch erlernen werden. Sie waren sehr froh, dass sie gemeinsame Kulturelemente gefunden hatten, und so war die Zusammenarbeit zwischen den polnischen Chor und den ungarischen Chor besonders erfolgreich. Sie fühlten durch diese Lieder die Gemeinsamkeiten, die die Kulturen verbinden, und gleichzeitig waren die kulturellen Unterschiede aufgehoben.

Tanzabende: Am Freitag haben wir die Tanzschule der beiden Kulturen präsentiert. Die dritte Klasse hat schon für den Abiturientenball den Polones vorbereitet, sie haben diesen Tanz aufgeführt. Am Ende des Abendes haben wir ungarische Tänze gelernt. An diesem haben alle Lehrer, Schüler und auch einige Eltern von den Gastfamilien teilgenommen und zusammen getanzt.

Am Sonntag haben wir das Kartoffelfeuer im Garten vorbereitet, Spiele gespielt, und weitere ungarische Tänze gelernt.      

Ausflug nach Krakau: Während des Ausfluges nach Krakau hat es die ganze Zeit geregnet, was auch nicht geplant war... So mussten wir auf einen Teil der Stadtführung verzichten. Unsere Schüler hatten die Stadtführung vorbereitet. Es war nur schade, dass sie nicht alles erzählen konnten, was sie wollten.


B e w e r t u n g

Während des Projektes haben die Schüler mit den künstlerischen Leitern ein präsentierbares Programm eingeübt. Die Präsentation dauerte anderthalb Stunden, und außer der ganzen Schule waren auch wichtige Persönlichkeiten dabei, wie die zwei Bürgermeister und eine Abgeordnete (Jadwiga Wisniewska). Die Präsentation bestand aus drei Hauptteilen: 

  • Präsentation der ungarischen Tänze und Lieder, nur mit der Beteiligung der ungarischen Schüler
  • Präsentation der polnischen Tänze und Lieder, nur mit der Beteiligung der polnischen Schüler
  • Gemeinsamer Teil: Die ungarischen und polnischen Schüler präsentierten das während der fünf Tagen eingeübtes Programm

Die Medieninteresse war an dem Projekt groß, drei Zeitungen waren bei der Präsentation dabei. (Dziennik Zachodni, Gazeta Myszkowska, Kurier Jurajski)

Resonanz der Beteiligten: Wir haben eine gemeinsame Auswertung gemacht, wo jeder seine Meinung über das Projekt sagen konnte. Insgesamt waren sie mit allem zufrieden. Die Evaluierungsfragebögen, die ich ausfüllen ließ, zeigen auch das gleiche Ergebnis.

Sowohl von der ungarischen, als auch von der polnischen Seite sind die Projektteilnehmer daran interessiert, dieses Projekt zu einer langfrstigen Zusammenarbeit weiterzuentwickeln. Die ungarischen künstlerischen Leiter haben sogar am Ende der Präsentation versprochen, den Gegenbesuch der polnischen Schüler im Oktober zu organisieren. Wir müssen natürlich ein anderes Projektthema wählen, und nach weiterer finanzieller Unterstützung suchen.