Assol Rustamova führte im Jahr 2006 einen Fotowettbewerb mit anschließender Postkartenaktion in Taschkent/Usbekistan durch. Motto des Wettbewerbs: „Wir lieben – Wir werden geliebt: Die Bedeutung verschiedener Liebesauffassungen für die Toleranz“.
Was war das Ziel eures Projekts?
Mit unserer Aktion wollten wir die Liebe als Weg zu Toleranz und Akzeptanz präsentieren. Zuerst haben wir einen internationalen Fotowettbewerb ausgeschrieben. Diese eingesandten Fotos haben wir dann in einer Ausstellung präsentiert und als Postkarten verschickt.
Liebe, Toleranz, Akzeptanz… alte Themen, oft wieder aufgewärmt…
…aber gerade in Taschkent, der größten Stadt Zentralasiens mit 2,5 Millionen multinationaler Einwohner immer noch absolut aktuell.
War es dein erstes Projekt?
Als Projektleiterin war es mein erstes. Allerdings habe ich schon vorher Projekte mit geplant und durchgeführt, zum Beispiel das Sommerlager der deutschen Minderheit in Usbekistan.
Ein Projekt macht viel Arbeit – warum lädst Du dir das auf?
Es gab Momente, da dachte ich wirklich, warum mache ich das bloß. Warum mache ich nicht meine Arbeit, sondern lade mir zusätzliche Probleme auf. Es war zum Beispiel sehr mühsam, die Gelder zusammenzubekommen. Monatelang habe ich die Institutionen per Telefon, Fax und Email bombadiert. Nur wenige Antworten kamen zurück, aber schließlich hatten wir das Geld zusammen. Und dann war es eben auch richtig schön, zu beobachten, wie immer mehr Leute hinzu kamen und von selbst ihre Hilfe anboten, sogar die Tochter des Präsidenten!
Was war das schlimmste Erlebnis?
Als wir zittern mussten, ob wir genügend Einsendungen erhalten. Die kamen nämlich alle am letzten Tag…
Und das schönste?
Die Eröffnunszeremonie zur Ausstellung. So viele Leute sind gekommen, Vertreter von internationalen Institutionen, Fernsehjournalisten, Teilnehmer… Es war richtig feierlich! Schön war auch das Interesse der Medien: In der Woche vor der Ausstellung war unser Projekt jeden Tag im Kulturfernsehen von Taschkent.
Was hast Du für dich selbst mitgenommen?
Durch den Umgang mit so vielen verschiedenen Menschen und Institutionen bin ich viel selbstbewusster geworden. Zu sehen, dass ich selbst etwas auf die Beine stellen kann, war eine wirklich große Erfahrung. Außerdem hat es mir etwas sehr Praktisches gebracht: Das Haus der Fotografie in Taschkent, wo unsere Ausstellung stattgefunden hat, hat mir angeboten, ein weiteres Projekt für sie durchzuführen: Ein Festival junger Fotografen!
Sonst noch Pläne?
Wieder ein Postkartenprojekt: diesmal wollen wir Leute auffordern, uns eine Karte ihrer Wahl zu schicken und darauf ihre Wahl zu begründen. Als Dank bekommen sie eine Karte von unserem Wettbewerb!