MitOst-Projekte 2007



S e l t s a m e   R u s s e n ,   k o m i s c h e   D e u t s c h e

P r o j e k t d o k u m e n t a t i o n

Russland, 3. Februar - 31. März 2007

Es genügt nicht, eine Sprache zu erlernen, um die Menschen einer anderen Kultur zu verstehen! Man kann sehr gut eine Fremdsprache beherrschen und trotzdem von Vertretern einer anderen Kultur falsch verstanden werden. Bestimmt erinnert sich jeder an solche Situationen im Ausland, in denen er im Ausland von Einheimischen schief angeschaut wurde.

„Eigenartige Russen, komische Deutsche“ ist ein unterhaltsamer Lehrfilm über die unterschiedlichen Mentalitäten von Russen und Deutschen - eine Belebung für den Sprachunterricht, den kulturellen Gedankenaustausch oder einfach eine Möglichkeit, über sich und die anderen ein wenig zu schmunzeln.   

Teilnehmer: 24 Studenten, Teilnehmer an Kursen des Deutschen Sprachlernzentrums; eine deutsche Sprachassistentin aus dem Deutschen Sprachlernzentrum. 

Z i e l e   u n d   E r w a r t u n g e n 

Am Anfang des Projektes hatten wir uns folgende Ziele gesetzt: 

In den Workshops sollte es zum Erfahrungs- und Sprachaustausch zwischen deutschen und russischen Teilnehmern führen kommen. Darüber hinaus wollten wir szenarische und filmische Grundkenntnisse vermitteln. 

Mit dem Film wollten wir mentale Unterschiede von Russen und Deutschen aufzeigen, kulturelle Unterschiede bewusst machen, um Vorurteile abzubauen und einander besser verstehen und akzeptieren zu können.

Am Ende des Projektes wollten wir den Film im Russisch-Deutschen Haus vor Studenten, vor Professoren, Teilnehmern an Kursen des Deutschen Sprachlernzentrums und anderen Personen präsentieren. Anschließend wurde eine Diskussion geplant, bei der die Filmschaffenden kurz über die Entstehungsgeschichte des Films berichteten und das Publikum zum Gedankenaustausch animieren sollten.

Nach der Präsentation wollten wir den Film an Universitäten, Schulen und die Deutschen Sprachlernzentren in Novosibirsk und an die Volkshochschulen in Berlin verteilen. Dort kann er als Unterrichtsmaterial verwendet werden.

V o r b e r e i t u n g

Wir haben Kontakte zum Pressezentrum der Novosibirsker Staatlichen Technischen Universität (Pressezentrum NGTU), zum Russisch-Deutschen Haus (RDH), dem Deutschen Sprachlernzentrum und dem DAAD geknüpft. 

Zunächst hatten wir Kontakte zum Filmstudio „Kana“ geknüpft, die uns die Kamera, den Schnittcomputer, Lichtanlage usw. ausleihen wollten. Kurze Zeit später verlangten sie eine eine viel größere Summe als verabredet. Daraufhin fanden wir eine billigere Ausleihmöglichkeit beim MKS-Kanal 21. 

Weitere Schwierigkeit hatten wir bei der Absprache mit einigen Cafés wegen Dreharbeiten, einige wollten es nur gegen Bezahlung machen. Dann haben wir uns mit dem Café „БлинO.K.“ auf kostenlose Dreharbeiten geeinigt - wir mussten nur das Essen und die Getränke selbst bezahlen.

D u r c h f ü h r u n g

Zuerst entwarfen wir Plakate mit den Projektinformationen und hängten sie an Unis, Sprachlernzentren, DAAD-Büros usw. aus. Zunächst wollten wir eine Umfrage durchführen, um potentielle Teilnehmer auswählen zu können.  Das wurde aber hinfällig, da zu Projektbeginn noch viele Studenten in ihrer Prüfungszeit waren. Schließlich meldeten sich 22 Personen an, zum Workshop erschienen dann insgesamt 24.

 Die Diskussion bei dem Workshop verlief relativ gut. Einige hatten aber Probleme mit der deutschen Sprache und schauten ständig im Wörterbuch nach. Die grundsätzlichen Unterschiede zwischen der deutschen und russischen Mentalitäten wurden aber erfolgreich diskutiert und herausgearbeitet, so dass die Teilnehmer schließlich zu den weiteren Workshops (Einführung ins Drehbuch, Einführung in die Filmsprache, Erstellung eines Drehbuchs)  bereit waren. 

Die beiden Workshops verliefen sehr erfolgreich: Die Teilnehmer erlernten zunächst einige praktische Kenntnisse und setzten anschließend Ideen, die sich bei der inhaltlichen Vorbereitung ergeben hatten, in die Praxis um und arbeiteten Szenen aus.

Im Verlauf des Workshops sind wir auf die Idee gekommen, einen Stummfilm zu machen – damit konnten wir das Sprachproblem lösen. Wir einigten uns auf einen zweisprachigen Film mit Untertiteln. Dies erleichterte die Produktion und unserer Meinung nach auch die Wahrnehmung der Zuschauer.  Dreharbeiten und Schnitt verliefen mehr oder weniger nach Plan.  

Die Filmpräsentation war erfolgreich, leider musste man die anschließende Diskussion etwas abkürzen, da es anfangs einige technische Probleme gab und die Zeit knapp wurde. Wir hörten uns die Meinungen und Ideen der Zuschauer an – einigen fielen noch weitere Szenen ein, die man vielleicht später (bei einem ähnlichen Projekt) nachdrehen könnte. 

K o o p er a t i o n s p a r t n e r

Die Zusammenarbeit mit folgenden Institutionen war erfolgreich:

Pressezentrum der Novosibirsker Staatlichen Technischen Universität
Russisch-Deutsches Haus (Novosibirsk)
Deutsches Zentrum NSTU (Novosibirsk)
Polygrafisches Institut „Jugo-zapad“
„Koffe-terra“ GmbH: Bistro „BlinO.K.“

N a c h b e r e i t u n g

Wir baten die Institutionen, an die wir unseren Film verteilten, die Meinungen der Zuschauer zu sammeln und mit uns auszutauschen. Alle, denen eine lustige Gegebenheit zu diesem Thema einfällt, können sie uns mitteilen. Wir wollen später auch eine Art Datenbank schaffen, die alle diese Geschichten sammelt und nach bestimmten Themen ordnet.

Bewertung, Ergebnisse

Entstanden ist ein Stummfilm mit deutschen und russischen Untertiteln mit einer Gesamtdauer von 23 Minuten. Die Zuschauer bei der Präsentation und die Mitwirkenden fanden die Filmszenen witzig und etwas überspitzt (was auch geplant war), aber der Realität entsprechend.  

Die Projektdurchführung hat uns, dem Projektteam und unseren Projektteilnehmern, nicht nur viel Arbeit, sondern auch viel Spaß gemacht. Am Ende des Projektes waren die Projektteilnehmer neugierig, ob wir in Zukunft noch so ein Projekt zu veranstalten planen.

Ö f f e n t l i c h k e i t s a r b e i t

Was die Öffentlichkeitsarbeit angeht, mussten wir auf die Idee, Artikel in mehreren Zeitungen über unser Projekt mit der anschließenden Einladung zur Vorpräsentation zu veröffentlichen, verzichten. Die Gründe dafür waren, dass die studentischen Zeitungen ihre Ausgabe erst eine Woche nach der Präsentation herausgaben und die deutschsprachige Novosibirsker Zeitung „NovoKult“ zwei Monaten zuvor ihre Existenz beendet hatte. So haben wir uns geeignet, einen Artikel auf der Webseite der studentischen Zeitung „Energija“ zur veröffentlichen und mehrere Plakate mit der Einladung zum Film mit dem MitOst-Logo entworfen.

10 Exemplare des Filmes wurden in Novosibirsk verteilt (an das deutsche Sprachlernzentrum von Novosibirsk, für Kurse mit Russlanddeutschen, DAAD, TU Novosibirsk, Staatliche Uni Novosibirsk, sowie an einigen Schulen mit der ersten Fremdsprache – Deutsch).

In Deutschland wurde der Film an die Volkshochschulen Berlin und Dresden, sowie an die Humboldt Universität zu Berlin und die Freie Universität zu Berlin verteilt. 

P e r s p e k t i v e n

Nach der Präsentation des Filmes beim MitOst Festival 2007 wollen wir weitere Meinungen und Anregungen sammeln.

Oxana Mezentseva, Maryana Sorokina, Uwe Zenner

Novosibirsk, 12.04.07