1. - 3. Oktober 2004
Konzeption des MitOst-Forums
Das MitOst-Forum Philosophie ist ein jährlich stattfindendes Projekt des MitOst e.V., das als eine Verbindung von studentischem Seminar und wissenschaftlicher Fachkonferenz konzipiert ist. Wie den Rückmeldungen der Teilnehmer zu entnehmen ist, konnte das MitOst-Forum gerade durch sein spezifisches Konzept bisher beiden angesprochenen Kreisen, Studenten wie Nachwuchswissenschaftlern, interessante Impulse bieten.
MitOst-Projektgruppe:
- Silke Biesenbach
- Mirko Wischke (Berlin/Olomouc)
- Armin Homp und Markus Sedlaczek (beide München)
Teilnehmerkreis
wird über Ausschreibungen an Hochschulen in MOE ermittelt und besteht aus jungen Studenten und Nachwuchswissenschaftlern der Philosophie oder verwandter Gebiete. Hauptkriterium für die Einladung ist ein kurzer Bewerbungsaufsatz zum jeweiligen Thema.
Ein profilierter deutscher Gastredner führt jeweils in einem öffentlichen Eröffnungsvortrag in das Thema ein und gibt damit auch die Impulse für die anschließenden Debatten im Seminar. Die Teilnehmer halten keine vorbereiteten Vorträge oder Referate, Hauptgrundlage des Forums ist vielmehr das gemeinsame philosophische Gespräch.
Aus den bisherigen Foren sind zwei Sammelbände mit Texten der Gastredner und Teilnehmer (sowie Originaltexten der besprochenen Philosophen) hervorgegangen:
- "Emmanuel Lévinas - Denker des Zwischen", hrsg. von Armin Homp und Markus Sedlaczek, Berlin: MitOst, 2001
- "Jan Patocka und die Idee von Europa", hrsg. von Armin Homp und Markus Sedlaczek, Berlin: MitOst, 2003
4. MitOst-Forum Philosophie
Nachdem die drei ersten MitOst-Foren grenzüberschreitend an der Europa-Universität Viadrina Frankfurt/Oder und dem Collegium Polonicum in Slubice stattfanden, fand das diesjährige 4. MitOst-Forum Philosophie erstmals in Olomouc (Tschechische Republik) statt, und zwar in Kooperation mit dem der dortigen Universität angegliederten Deutschsprachigen Forschungszentrum für Philosophie.
Teilnehmer
kamen dieses Jahr aus der Tschechischen Republik (3), Deutschland (3) und weiteren MOE-Ländern (1 Rußland, 1 Lettland, 1 Weißrußland, 1 Ukraine). Gastredner war Prof. Klaus-Michael Kodalle, Inhaber des Lehrstuhls für Praktische Philosophie an der Universität Jena.
Das Thema des 4. MitOst-Forums Philosophie lautete: "Wenn es keinen Gott gibt, ist alles erlaubt". Unter diesem - dem Werk des russischen Schriftstellers Fjodor Dostojewskij entstammenden - Motto wurde die Frage diskutiert, inwieweit und ob ethische Normen in letzter Instanz begründet werden können bzw. begründet werden müssen. Der Eröffnungsvortrag von Prof. Kodalle (Jena) trug den Titel: "Gedanken über die Funktionen der Religion und die Nutzlosigkeit des Glaubens". Daran schloß sich eine ausführliche Debatte über die religiöse Letztbegründung moralischer Normen an. Die Impulsthemen der weiteren Seminarsitzungen und Diskussionen lauteten:
- Ist eine Ethik ohne Religion möglich?
- Welche Werte braucht eine pluralistische Gesellschaft?
- "Im Namen Gottes ist alles erlaubt" (zu Krieg und Terrorismus)
- Zwei alternative Ethik-Ansätze: J.-P. Sartre und E. Levinas