MitOst Wandersalon unterwegs in Polen



  • Ort und Zeit: Wir haben drei MitOst-Salons in Krakau, Bialystok und Jagniatkow in der Zeit Februar bis Juli 2005 organisiert.
  • Projektteam:
    • Nadine Csonka, Gesa Giesing, Mirosław Gugula, Hans-Joachim Hahn, Konrad Hoscilowicz, Birgit Roser, Malgorzata Tomaszkiewicz (Projektleiterin)
  • Partner / Förderer / Drittmittel:
    • Uniwersytet Jagiellonski, Instytut im. A. Mickiewicza
    • Gerhart-Hauptmann-Haus
    • Villa Decius

Projektbeschreibung

Nach dem Vorbild des Berliner MitOst-Salons wurden beim MitOst-Wandersalon in Polen kulturelle Veranstaltungen angeboten, die sich sowohl an MitOst-Mitglieder als auch an die jeweilige interessierte Öffentlichkeit vor Ort wenden. In zweierlei Hinsicht unterscheidet sich der polnische MitOst-Salon jedoch vom Berliner Vorbild: Zum einen ist der Ort immer ein anderer, so dass insbesondere die polnische Provinz in den Focus der polnischen MitOst-Mitglieder gerät, wie umgekehrt auch in der polnischen Provinz eine verstärkte Aufmerksamkeit auf die Aktivitäten des MitOst-Vereins erregt werden kann. Zum anderen verändert sich der Charakter des Salons dahingehend, dass zu den jeweiligen Treffen MitOst-Mitglieder aus ganz Polen anreisen können und die jeweiligen Veranstaltungsorte selbst – mit jeweils spezifischen Angeboten – zum Gegenstand der Treffen werden. Diese Zusammenführung von öffentlichen kulturellen Events und der Gelegenheit, von MitOst-Mitgliedern vor Ort deren Stadt oder Dorf präsentiert zu bekommen, macht den besonderen Charakter des Projekts aus.

Projektbericht

Das erste Treffen fand am 26. und 27. Februar 2005 in Krakau statt und bildete den Auftakt des Wandersalons. Im Mittelpunkt des Treffens standen Austausch und Vernetzung der Mitglieder in Polen. Ganz konkret haben wir die Organisation weiterer MitOst-Salons und unseren Beitrag zum MitOst-Festival in Breslau besprochen. Daneben gab es ein tolles kulturelles Programm. Am 26. Februar begann der eigentliche Salon mit Vorträgen von Kai Schubert und Dr. Teresa Baluk-Ulewiczona zu neuesten Forschungsergebnissen über das Institut für Deutsche Ostarbeit im Goethe Institut. Bei dieser Veranstaltung konnte die zweite Vorsitzende Monika Sus vorab den MitOst e.V. und seine Aktivitäten vorstellen. Die Veranstaltung fand großes Interesse bei den Krakauern und sogar das polnische Fernsehen TVP3 war bei der Veranstaltung anwesend. Am Abend fand dann in der Villa Decius eine Lesung mit dem Leiter des Krakauer Goethe-Instituts Dr. Stephan Wackwitz statt, in der er aus seinem noch unveröffentlichten Roman Neue Menschen las. Am zweiten Tag führten uns Mirek Gugula und Anna Sosna durch Krakaus altes jüdisches Viertel Kazimierz und in das ehemalige Ghetto Podgorze.

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Vereinssitzung in der Jugendherberge
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Salonteilnehmer vor der Villa Decius
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Rundgang durch das jüdische Viertel Kazimierz

Der zweite MitOst-Salon, diesmal in Bialystok, folgte am 27. und 28. Mai 2005 dem großen Auftakttreffen vom Februar in Krakau. Der Aufenthalt stand ganz im Zeichen der Grenznähe. Wenngleich nur zu sechst, genossen wir das interessante Programm, das mit einem Besuch des XXIV. Internationalen Festivals Orthodoxer Kirchenmusik begann. Den zweiten Tag verbrachten wir in Suprasl, wo wir das orthodoxe Kloster besichtigten und auch regionale Spezialitäten probierten. Am Abend sahen wir uns Dokumentarfilme von Tamara Soloniewicz (1938-2000) und Mikolaj Wawrzeniuk über die belarussischen Einwohner von Podlasie an.

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XXIV. Internationales Festival Orthodoxer Kirchenmusik "Hajnówka 2005“
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Salonteilnehmer in Suprasl

Das dritte Treffen fand am 16. und 17. Juli 2005 in Jagniatkow im Gerhart-Hauptmann-Haus statt und stand im Zeichen der Melancholie. Zu einer Lesung mit moderierter Diskussion wurden die drei Autoren Leszek Herman Oswiecimski ("Der Club der polnischen Wurstmenschen"), Jurij Andruchowitsch ("Zwölf Ringe“) und Michael Angele ("Ankunft Weltende halb zwölf - Melancholische Erkundungen") eingeladen. Die Texte aller drei Autoren verbindet das gemeinsame Thema der mitteleuropäischen Provinz. Im Anschluss wurde der etwa halbstündige Film zu Oswiecimskis Roman gezeigt. Am nächsten Tag stand eine literarische Wanderung zur Burg Kynast (Chojnik) auf dem Programm.

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Gerhart-Hauptmann Haus in Jagniatkow